Hochwasser aktuell
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Hochwasser aktuell

Hochwasser in Niedersachsen: Aktuelle Geschehnisse im Überblick.

  • Liebe Leser, während in einigen Hochwassergebieten Norddeutschlands die Pegelstände wieder sinken, schlägt die Feuerwehr andernorts erneut Alarm. An dieser Stelle werden wir Sie über den Tag mit aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten.
  • Der Stand am Morgen:
    • Im von Überschwemmungen bedrohten Hildesheim in Niedersachsen hat sich die Lage in der Nacht wieder zugespitzt. „Die Pegelstände steigen wieder, das ist keine gute Nachricht für uns“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen. Um die bedrohten Dämme zu festigen, schichteten die Helfer Hunderte Sandsäcke auf. Am Mittwoch hatten die Menschen dort noch aufgeatmet, weil der Pegelstand gesunken war – am Donnerstagmorgen stieg das Wasser aber wieder auf 7,03 Meter. Zuvor hatte der Pegelstand die Rekordmarke von 7,15 Metern erreicht.
    • Im Harz scheinen die Einsatzkräfte hingegen das Schlimmste hinter sich zu haben. Doch die Hochwasserlage entspanne sich nur leicht, sagte ein Sprecher der Einsatzleitstelle in Halberstadt in Sachsen-Anhalt. Auch in Goslar auf der niedersächsischen Seite des Harzes entspannte sich die Lage dagegen. „Am meisten freuen wir uns darüber, dass es hier nicht mehr regnet“, sagte ein Sprecher der Einsatzleitung am Morgen.
    • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob am Donnerstagmorgen alle bestehenden Unwetterwarnungen vor ergiebigem Dauerregen auf. Tief „Alfred“ zieht nach Osten ab, wie der DWD mitteilte. Der Regen höre damit zwar nicht auf, aber die Intensität lasse nach. Sommerlich schön wird es allerdings nicht.
    • Auch im südlichen Teil Oberbayerns gab es am Donnerstag noch Beeinträchtigungen. Dort habe man ein paar Straßen sperren müssen, sagte eine Polizeisprecherin. Wegen Hochwassers war zudem ein Teil der Bahnstrecke von München nach Garmisch-Partenkirchen zeitweise gesperrt.
    von Tobias Fligge, shz.de bearbeitet von Christina Norden, shz.de 7/27/2017 7:56:31 AM
  • Der Deutsche Bauernverband macht sich wegen des heftigen Regens Sorgen um die Ernte. „Durch den Dauerregen kommt es zu Qualitätsschäden, und es droht auch zu einem Mengenproblem zu werden“, sagte Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands, der „Passauer Neuen Presse“. „Je länger sich der Regen hinzieht, desto problematischer wird es.“ Die Ernte habe bereits bis auf Weiteres abgebrochen werden müssen. Wie Krüsken ergänzte, treibt die Bauern auch die Sorge um, ob die Wetterextreme wie der Starkregen auf den Klimawandel zurückzuführen sind. „Die Ausschläge und Extreme nehmen deutlich zu. Dadurch steigen die Risiken für die Landwirte.“
  • Ein Flutwelle rollte auf Braunschweig zu: Mit rund hundert freiwilligen zusätzlichen Einsatzkräften bereitet sich die Feuerwehr der Stadt Braunschweig auf die Ankunft der Flutwelle aus dem Harz vor. Die Oker soll der Vorhersage nach am Mittag ihren Höchststand im Landkreis Wolfenbüttel erreichen. Am Nachmittag werden sehr hohe Pegelstände in Braunschweig erwartet. „Wir gehen davon aus, dass Stadtteile überschwemmt werden“, sagte der für das Hochwasser zuständige Lagedienstführer Jörg Meyer am Donnerstagmorgen. Möglicherweise könnten einzelne Straßen etwa im Bereich Leiferde betroffen sein. Die Feuerwehr stellt sich darauf ein, dass die Oker so hoch steigen könnte wie in den vergangenen 20 Jahren nicht mehr. In Hannover ist die Lage nach Auskunft der Feuerwehr dagegen noch entspannt. „Wir schauen, was noch aus dem Süden kommt“, sagte ein Sprecher.
  •  Bootsfahrt in den Straßen Harslebens (Sachsen-Anhalt): Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG bringenam Donnerstagmorgen mit einem Schlauchboot zwei Hunde und einer Bewohnerin ins Trockene. In Harsleben ist der Goldbach in der Nacht sprunghaft angestiegen und hat weite Teile des Ortes überflutet. Zur Stunde steigt der Pegel noch. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
     
    von Tobias Fligge, shz.de bearbeitet von Christina Norden, shz.de 7/27/2017 8:13:32 AM
  • Ausflug in die Geschichte: Vor 20 Jahren – auf den Tag genau – erreicht die Oder in Frankfurt den Höchststand von 6,57 Metern. Das Jahrhundert-Hochwasser in Brandenburg, Tschechien und Polen nach sintflutartigen Regenfällen hält die Menschen etwa vier Wochen in Atem und verursacht Schäden in Milliardenhöhe.
    Fast bis zum Dach unter Wasser stehen Busse in der vom Oderhochwasser überfluteten Thälmann-Siedlung nahe dem brandenburgischen Eisenhüttenstadt (Archivbild vom 27.7.1997). Foto: Ralf Hirschberger/dpa
     
  • Von einer seit Dienstag an dem Hochwasser-Fluss Holtemme vermissten Seniorin fehlt weiter jede Spur. Nach der 69-Jährigen aus Wernigerode in Sachsen-Anhalt werde weiter gesucht, hieß es am Donnerstag im Polizeirevier Harz. Bisher sei die Suche mit Hunden und per Hubschrauber ergebnislos verlaufen. Die Frau wohnt direkt neben der Holtemme. Die Polizei schließt nicht aus, dass die Frau in den Fluss gefallen ist. Die Kriminalpolizei ermittle im Umfeld der Seniorin. Auf Wunsch der Familie sei bisher kein öffentlicher Fahndungsaufruf herausgegeben worden. Es würden deshalb auch keine Details zu der Vermissten mitgeteilt, sagte eine Sprecherin.
  • Auch in Schleswig-Holstein zeigt sich das Wetter nicht gerade von der besten Seite. Wir haben Experten zu den niedrigen Temperaturen befragt. Ihr Fazit: Der Sommer in Dänemark und Schleswig existiert nicht.
    Der Juli bleibt ohne Sommertag. – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
    Der Juli bleibt ohne Sommertag.
    Der Juli bleibt ohne Sommertag. – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
    Der Juli bleibt ohne Sommertag. – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
     
    Sommer in Dänemark und Schleswig existiert nicht – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
    Sommer in Dänemark und Schleswig existiert nicht – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
    Sommer in Dänemark und Schleswig existiert nicht – Quelle: https://www.shz.de/17402331 ©2017
  • Auch kein Hundewetter: Eine Mitarbeiterin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG hält in Harsleben (Sachsen-Anhalt) den erschöpften Jack Russel "Charly" auf dem Arm, der zuvor von Einsatzkräften mit einem Schlauchboot aus dem Überflutungsgebiet geholt worden ist.
     
    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert,dpa
     
  • Das Hochwasser in Niedersachsen verlagert sich vom Harz langsam in Richtung Norden. Während sich die Lage in Goslar langsam entspannt, sind die Wasserstände in Landkreisen wie Hildesheim und Braunschweig sowie der Region Hannover in der vergangenen Nacht weiter gestiegen, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) am Donnerstag mitteilte. In zahlreichen kleineren Flüssen ist das Wasser über die Ufer getreten.
    Der Pegel Heinde an der Innerste habe erneut die 7-Meter-Marke überschritten und befinde sich weiter auf kritischem Niveau, hieß es am Morgen. Im Laufe des Tages sollten die Wasserstände an der Innerste aber langsam wieder fallen.
    An der Oker stieg das Wasser laut NLWKN am Pegel Ohrum im Landkreis Wolfenbüttel noch weiter, im Laufe des Tages den vorläufigen Spitzenwert erreichen. Der Pegel erreichte einen neuen Rekordwasserstand, wie schon am Mittwoch der Pegel Schladen. Am Pegel Groß Schwülper im Landkreis Gifhorn sei der Höchststand erst am Freitag zu erwarten. Das gelte auch für den Pegel Harxbüttel bei Braunschweig. „Die Pegelstände an den Unterläufen von Leine und Aller werden in den kommenden Tagen weiter steigen, es kommt zu weiteren größeren Ausuferungen“, teilte Sprecher Achim Stolz weiter mit. Wahrscheinlich werde an vielen Pegeln die im Binnenland höchste Meldestufe 3 überschritten. Ein Großteil der im Harz gefallenen Niederschläge habe dort in den Talsperren zurückgehalten werden können.
  • Der Dauerregen setzt besonders Campingurlaubern zu. Sie haben mit aufgeweichten Böden, großen Wasserlachen auf den Plätzen und triefenden Zeltplanen zu kämpfen. Noch habe aber kein Campingplatz offiziell „Land unter“ gemeldet, sagte Gert Petzold vom Verband für Camping- und Wohnmobiltourismus in Schleswig-Holstein (VCSH). Im Vergleich zu Niedersachsen sei das nördlichste Bundesland bislang glimpflich davon gekommen, sagte er. Auf den Campingplätzen an Ost- und Nordsee halten die meisten Camper tapfer durch. Nur einige wenige denken ans Abreisen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll der Regen in den nächsten Tagen nachlassen.
     
    Christin Folde-Traupe auf dem Campingplatz in Ivendorf bei Lübeck-Travemünde in Schleswig-Holstein ihr Vorzelt und einen Campingstuhl fest, die ein Regensturm weg zu wehen droht. Die Aufnahme entstand bereits am Dienstag. Foto: Markus Scholz,dpa
     
  • Eine aktuelle Wasserstandsmeldung aus Hildesheim: Die Hochwasserlage im niedersächsischen Hildesheim bleibt angespannt. Es gebe Wassereinbrüche, das Grundwasser steige und die Kanäle seien randvoll, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag. Dazu laufe das Wasser an einer Stelle über einen Deich in den Stadtteil Itzum. „Dort war zuvor nichts absehbar, jetzt ist dort Land unter“, sagte der Sprecher. Auch für andere Bereiche gebe es noch keine Entwarnung. Die Wasserstände seien noch auf hohem Niveau, aber das Grundwasser drücke von unten nach. Helfer versuchten, Häuser mit Sandsäcken zu schützen. Am Morgen war eine Brücke über die Innerste wegen des Hochwassers gesperrt worden.
  • Während in einigen Regionen die Einsatzkräfte unter Hochdruck die Dämme mit Sandsäcken verstärken, gibt es andernorts auch diese Bilder: Friseurin Carola Knauth reinigt in Rhüden (Niedersachsen) einen Haartrockner aus ihrem Friseursalon, der vom Hochwasser betroffen ist.
     
    Foto: Swen Pförtner,dpa
     
     
  • Auch wenn die Straßen teilweise unter Wasser stehen, öffnen die ersten Geschäfte in den vom Hochwasser betroffenen Regionen wieder. Möglich machen das auch die vielen ehrenamtlichen Helfer. Eine Buchhandlung in Burgwedel bedankt sich:
     
  • Die Braunschweiger Feuerwehr warnt trotz steigender Wasserstände vor Panikmache:
     
  • Neben der Harzgemeinde Harsleben in Sachsen-Anhalt gefährden Fluten des übergelaufenen Goldbachs nun auch das nur wenige Kilometer entfernte Langenstein. Hier droht ein durchweichter Hang abzurutschen und womöglich Wohnhäuser mitzureißen.
    In der Nacht hatte der Goldbach die Straße überspült und stundengelang gegen die Böschung gedrückt, wie Einsatzleiter Thomas Dittmer erläuterte. Zur Stabilisierung bauten Rettungskräfte mittlerweile Vliesmatten ein.
  • Gute Nachricht für die vom Hochwasser gebeutelten Harz-Regionen: In den kommenden Tagen sind keine weiteren schweren Regenfälle in Sicht. „Zeitweise Niederschläge halten sich arg in Grenzen, sie sind nicht in dem Rahmen, dass es wieder zu einem Hochwasser kommen könnte“, sagte der Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst am Donnerstag in Leipzig. Es gebe nur vereinzelt leichte örtliche Schauer. In den nächsten Tagen werde es sommerlicher. Schon am Freitag könnten die Temperaturen auf bis zu 25 Grad Celsius klettern. Am Sonntag kletterten sie sogar auf nahe 30 Grad, sagte der Meteorologe. An den meisten Flüssen und Bächen im Harz hat sich die Situation mittlerweile etwas entspannt. Für die Warme und Kalte Bode, die Holtemme und die Ilse meldete die Hochwasservorhersagezentrale durchweg fallende Tendenzen. Allerdings gelte an einigen Abschnitten der Holtemme und der Ilse momentan noch die Alarmstufe 3.
  • Keine Entwarnung zum Abend: Die Hochwasserlage bleibt in Teilen Niedersachsens angespannt, auch im Harz kann noch nicht überall Entwarnung gegeben werden. Nachdem heftige Regenfälle vor allem Regionen in dem Mittelgebirge unter Wasser gesetzt hatten, verbesserte sich die Lage am Donnerstag in Städten wie Goslar langsam. Stattdessen verlagerte sich das Problem hoher Wasserstände in andere Gebiete, darunter das niedersächsische Hildesheim und Braunschweig.
    Es gebe Wassereinbrüche, das Grundwasser steige, und die Kanäle seien randvoll, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag in Hildesheim.  Dazu laufe das Wasser an einer Stelle über einen Deich in den Stadtteil Itzum. „Dort war zuvor nichts absehbar, jetzt ist dort Land unter“, sagte der Sprecher.
  • Gewusst wie: Mit einer cleveren Idee haben sich drei Jugendliche in Laatzen vor dem Hochwasser retten lassen. Sie waren am Mittwochabend in einem Überflutungsgebiet stecken geblieben. Die Mädchen im Alter von 15 und 16 Jahren wählten den Notruf 112 und fanden nach Angaben eines Feuerwehrsprechers vom Donnerstag auch eine Lösung, um ihren genauen Standort anzugeben. Sie schickten ihre GPS-Position an die Helfer und wurden darauf unverletzt in einem Feuerwehrwagen aus dem Gebiet geholt.
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