USA-Präsidentschaftswahlen 2016

USA-Präsidentschaftswahlen 2016

    Bernie Sanders wirft seiner Konkurrentin Hillary Clinton erneut eine zu enge Beziehung zur Finanzindustrie vor. Die frühere Außenministerin solle die Transkripte ihrer Reden vor Wall-Street-Firmen offen legen, verlangt Sanders in einer TV-Debatte. Sie werde das machen, wenn andere Bewerber - wie Republikaner - dies ebenfalls täten, erklärt Clinton. Die ehemalige First Lady steht seit Wochen wegen bezahlter Vorträge in der Kritik, die sie in der Vergangenheit gehalten hat.     

    Bernie Sanders (r.) und Hillary Clinton während der TV-Debatte. Foto: Edward M. Pio Roda, CNN/dpa 
    Schauspieler Mark Ruffalo hat sich nach der Debatte zwischen Bernie Sanders und Hillary Clinton begeistert über den 74-jährigen Demokraten gezeigt. Dieser sei «charmant» und «ehrlich», lobte Ruffalo den Politiker im Gespräch mit MSNBC. «Dieser Typ ist echt», sagte Ruffalo, der Sanders' Bewerbung  für das Präsidentenamt unterstützt. Ruffalo ist derzeit in dem oscar-prämierten Film «Spotlight» über den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche zu sehen.

     Sanders-Fan Mark Ruffalo. Foto: Facundo Arrizabalaga, epa/dpa
    Donald Trump stößt  mit seinen umstrittenen Äußerungen zur Anwendung von Folter als Verhörmethode gegen Terroristen bei Experten auf taube Ohren. «Alle Studien zeigen uns: Folter bringt nichts», erklärt Mark Hertling, Generalleutnant der US-Army a.D. und ehemaliger Chef der US-Streitkräfte in Europa. «Es gibt weitaus bessere Methoden, an die Informationen zu gelangen, die wir haben wollen.» Er fordert Trump auf, die US-Armee nicht für seine politischen Zwecke zu missbrauchen. «Jemand muss ihn daran erinnern, dass dies nicht seine Palastgarde ist», so Hertling im Gespräch mit dem Nachrichtensender CNN

    Trump hat im Vorwahlkampf mehrmals erklärt, er wolle das sogenannte Waterboarding, ein qualvolles, simulierte Ertränken von Gefangenen, wieder einführen «und noch viel schlimmere» Methoden. Dann ruderte er etwas zurück und erklärte, er wolle die Armee nicht dazu zwingen, internationales Recht zu brechen. Allerdings müssten die internationalen Gesetze erweitert werden. General Hertling erklärt dazu, die US-Army fühle sich an die Genfer Konvention und die UN-Mandate gebunden.

    Spricht sich gegen Folter als Verhörmethode aus: Mark Hertling. Foto: Arne Dedert, dpa/Archiv 
    Der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wird nicht in das Präsidentschaftsrennen einsteigen. «Wenn ich mir alle Daten anschaue, ist mir klar, dass ich nicht gewinnen kann», erklärt der 74-Jährige Milliardär in einem Editorial auf der Seite «BloombergView» seines Unternehmens. Seine Kandidatur könne dazu führen, dass Donald Trump oder Ted Cruz gewählt würden, meint Bloomberg. «Das ist ein Risiko, das ich nicht eingehen kann.» Trump führe eine spalterische und demagogische Kampagne. Cruz äußere sich vielleicht weniger exzessiv, sei aber genauso extremistisch. 

    Bloomberg hatte kürzlich erklärt, er empfinde das Niveau der Wahlkampfdebatten als «Skandal und Beleidigung der Wähler». Das amerikanische Volk habe Besseres verdient. Deshalb denke er über eine Kandidatur nach. Er war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner. Seit 2007 ist er parteilos. Bloomberg hatte schon früher wiederholt an eine Kandidatur gedacht, war aber stets zur Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

    Erwägt doch keine Kandidatur: Michael Bloomberg. Foto: Ian Langsdon, epa/dpa/Archiv 
    Klare Siege für Donald Trump in den Staaten Mississippi und Michigan. Obwohl die US-Republikaner heftig Stimmung gegen ihn machen - gewinnt der Immobilienmogul weiter. Trump hat inzwischen 14 von 22 Vorwahlen gewonnen. «Ich hoffe, dass die Republikaner es annehmen werden», so der 69-Jährige. «Umfragen zeigen, dass ich Hillary schlagen kann. Wir werden viele, viele Menschen von den Demokraten zu uns holen», erklärt der Unternehmer. Tatsächlich sehen die meisten Umfragen Clinton im Vergleich mit Trump deutlich vorn.

    Holt sich zwei weitere Vorwahlsiege: Donald Trump. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa
    Bei den Demokraten gewinnt Favoritin Hillary Clinton mit großem Abstand in Mississippi, wo viele Afro-Amerikaner leben. Clinton nach ihrem Sieg an ihre Anhänger: «Wir sind besser als das, was uns die Republikaner anbieten.»

    Konnte in dem Südstaat Mississippi erneut auf die große Unterstützung afroamerikanischer Wähler vertrauen: Hillary Clinton. Foto: David Maxwell, epa/dpa 

    Auf der Verliererspur: Marco Rubio, der Favoriten des republikanischen Partei-Establishment. Sowohl in Michigan als auch in Mississippi kam er nur auf einstellige Prozentsätze. Er muss am kommenden Dienstag in seinem Heimatstaat Florida unbedingt gewinnen, will er im Rennen bleiben. Allerdings sehen Umfragen für den Bundesstaat Rubios Rivalen Donald Trump dort in Führung liegen.

    Marco Rubio in Florida. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa 
    Donald Trump zum Dritten - der New Yorker Unternehmer entscheidet auch die republikanischen Vorwahl in Hawaii für sich. Ted Cruz landet auf dem zweiten, Marco Rubio auf dem dritten Platz.
    Obwohl er der derzeit erfolgreichste Präsidentschaftsbewerber der Republikaner ist, glaubt eine Mehrheit der US-Bürger, dass der Unternehmer Donald Trump seiner Partei schadet. Demnach ist der 69-Jährige der unpopulärste Politiker einer Umfrage von NBC News und dem «Wall Street Journal». Sechs von zehn der Befragten vertreten demnach die Ansicht, Trump schade dem Image der Republikaner, fast zwei Drittel haben eine negative Meinung über ihn. Gerade mal die Hälfte der republikanischen Wähler - 53 Prozent - wären demnach mit Trump als Nominiertem zufrieden, berichtet NBC News. Im März 2012 sagten das noch 72 Prozent der Republikaner über den damaligen Bewerber Mitt Romney. Bei den demokratischen Wählern wären derzeit sogar 78 Prozent mit Bewerberin Hillary Clinton einverstanden, sollte sie im Sommer offiziell nominiert werden.

    Umstritten wie kein zweiter Bewerber: Donald Trump. Foto:  Cristobal Herrera, epa/dpa
    Die bisherigen Vorwahlsiege bei den Demokraten und der Stand bei den Delegierten auf einen Blick:

    Grafik: Goldammer/Reschke 
    Vorwahlsiege und aktueller Stand der gewonnenen Delegierten bei den Republikanern:

    Grafik: Goldammer/Reschke 
    Die frühere Präsidentschaftsbewerberin für die US-Republikaner, Carly Fiorina, wirbt jetzt um Stimmen für ihren einstigen Widersacher Ted Cruz. Der erzkonservative Texaner sei der einzige im noch vierköpfigen Bewerberfeld der Republikaner, der Donald Trump stoppen könne, sagt Fiorina. «Wenn wir Donald Trump schlagen wollen, dann müssen wir den Bürgern konservative Lösungen für ihre Sorgen im Leben anbieten», sagt die frühere Hewlett-Packard-Chefin. Fiorina selbst war nach Misserfolgen bei Vorwahlen aus dem einst 17 Bewerber umfassenden Republikaner-Feld ausgestiegen.  

     Carly Fiorina hilft jetzt Ted Cruz. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv
    Erneut sind die demokratischen Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Bernie Sanders in einer Fernsehdebatte aufeinander getroffen und haben sich einen Schlagabtausch über das Thema Einwanderung geliefert. So warf Clinton ihrem Widersacher vor, dieser habe gegen ein umfassendes Einwanderungsgesetz aus dem Jahr 2007 gestimmt. Sanders entgegnete, er habe gegen eine Gastarbeiter-Regelung gestimmt, die seiner Ansicht nach die Gehaltsbedingungen von US-Arbeitnehmern untergraben hätte. Beide betonten ihre Ablehnung der Pläne Donald Trumps, der eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten lassen und Millionen nicht registrierter Migranten abschieben lassen will. Trump werde die «schönste große Mauer bauen, besser als die Chinesischer Mauer», spottete Clinton. 

     Hillary Clinton (l.) und Bernie Sanders (r.) bei einer früheren TV-Debatte. Foto: Edward M. Pio Roda, CNN, epa, dpa/Archiv
    Donald Trump hat sich erneut zum Thema Religion geäußert. «Der Islam hasst uns», sagte er dem Sender CNN auf die Frage, ob sich der Islam im Krieg mit dem Westen befinde. Trump machte dabei allerdings nicht explizit deutlich, ob er die Religion als solche oder den islamistischen Terrorismus im Besonderen meint. «Es ist schwer abzugrenzen. Es ist sehr schwer zu trennen. Weil man nicht weiß, wer wer ist.» Der umstrittene Unternehmer hatte im Dezember ein USA-Einreiseverbot für alle Muslime gefordert und damit international für Protest gesorgt. 

     Donald Trump. Foto: Larry W. Smith, epa/dpa/Archiv
    Jedes Mal, wenn wir Präsidentschaftswahlen haben, sollen sich unsere Freunde im Norden auf einen Exodus von Amerikanern vorbereiten, die schwören, nach Kanada zu ziehen, wenn der Kerl der anderen Partei gewinnt. Normalerweise geht aber alles gut aus.

    US-Präsident Barack Obama auf die Frage, Ob Kanada sich auf eine Auswanderungswelle aus den USA vorbereiten müsse, wenn Donald Trump zum Präsidenten gewählt würde
    Der Schlag ins Gesicht eines farbigen Anti-Trump-Protestierers sorgt in den USA für größeres Aufsehen. Bei einer Kundgebung des Republikanerkandidaten im US-Bundesstaat North Carolina wurde der Student am Mittwoch von einem Trump-Anhänger niedergeschlagen. Ein Video von dem Vorfall verbreitete sich später im Internet. Der 26-Jährige sagte der «Washington Post», er sei gemeinsam mit vier Freunden als Teil eines «sozialen Experiments» zu der Veranstaltung gegangen. Eine seiner Begleiterinnen wurde nach Rufen von der Polizei abgeführt. Auf dem Weg nach draußen schlug ein 78-jähriger Besucher dem Studenten mit voller Wucht ins Gesicht.

    Die Polizei führte den zunächst zu Boden gegangenen Geschlagenen in Handschellen ab. Am Donnerstag gab sie bekannt, dass auch der Schläger identifiziert sei und mit einer Anklage wegen Körperverletzung zu rechnen habe. Trump selbst hatte nach Angaben der «New York Times» auf derselben Veranstaltung gesagt, er würde die «guten, alten Zeiten» vermissen, als jemand, der sich aufgespielt habe, auf einer Trage rausgetragen worden wäre.

    Marco Rubio kritisierte bei der Diskussion in Miami Trumps vorherigen Äußerungen über den angeblichen «Hass» des Islam. Es würde nicht dem Präsidentenamt gerecht, wenn man sich nicht Gedanken über die Auswirkungen seiner Worte mache, sagte der Senator aus Florida. «Präsidenten können nicht einfach sagen, was sie wollen. Es hat Konsequenzen.», sagte Rubio. Trump erwiderte: «Ich will nicht politisch korrekt sein.»  Es sei ein leichtes für ihn, allen zu gefallen. Doch Rubio ließ nicht locker. «Mir geht es nicht darum, politisch korrekt zu sein. Mir geht es darum korrekt zu sein.» Das Problem des radikalen Islamismus könne man nicht ohne Zusammenarbeit mit muslimischen Partnern lösen, fügte der Senator hinzu.

    Marco Rubio (l.) und Donald Trump. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa
    Donald Trump will ins Weiße Haus. Mit aller Macht und viel Geld, doch das wollen noch lange nicht alle US-Amerikaner. Bei seiner jüngsten Wahlkampfveranstaltung wurden nun Trump-Gegner aus der Sportarena in Fayetteville abgeführt.


    von dpa ∙ live Desk
    Vor die Wahl zwischen Hillary Clinton und Donald Trump gestellt, entscheiden sich die Deutschen einer Umfrage zufolge klar für die ehemalige US-Außenministerin. 78 Prozent würden Clinton wählen, die für die Demokratische Partei bei der Präsidentenwahl in den USA antreten möchte. Lediglich 6 Prozent wären für den Immobilienmilliardär Trump, der bei der Kandidatenkür der Republikaner bisher vorne liegt. Das ergab eine Umfrage von TNS Emnid für das Nachrichtenmagazin «Focus».

    Im Westen Deutschlands wären 81 Prozent für Clinton, im Osten nur 65 Prozent. Dafür würden in den neuen Bundesländern immerhin 17 Prozent Trump wählen. Überdurchschnittlich beliebt ist Trump zudem bei Anhängern der AfD mit 39 Prozent. Clinton schneidet bei Anhängern der Grünen, Linken und SPD am besten ab.

     Die meisten Deutschen würden für sie stimmen: Hillary Clinton. Foto: Tannen Maury, epa/dpa
    Ich bin jemand, der ein Denker ist. Ich bin ein großer Denker.

    Selbsteinschätzung von Donald Trump bei einem Auftritt in Palm Beach
    Ben Carson, vorige Woche aus dem US-Präsidentschaftsrennen ausgestiegener Republikaner, unterstützt nun den Populisten Donald Trump. Carson sprach dem in Umfragen führenden Milliardär öffentlich seine Zustimmung aus. «Es geht nicht um mich, es geht um Amerika», sagte Carson. Die Parteispitze der Republikaner sieht Trumps Kandidatur kritisch. Zu früheren Anwürfen Trumps an seine Adresse sagte Carson, so etwas passiere nun mal in der amerikanischen Politik. Trump sagte: «Ben wird eine große, große Rolle spielen.»

     Ex-Bewerber Ben Carson unterstützt nun den Populisten Donald Trump. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa
    Mindestens eine Vorwahl im Kampf um das Weiße Haus wird 2016 ohne Ergebnis bleiben. Auf den Jungferninseln, einem der US-Außengebiete, erreichte keiner der an die vier verbliebenen republikanischen Bewerber gebundenen Delegierten die nötige Mehrheit. Donald Trump, Ted Cruz, Marco Rubio und John Kasich gingen nach einem Bericht der «Washington Post» mit jeweils 0,0 Prozent aus der Abstimmung. Die Wahlbeteiligung verdreifachte sich auf immerhin 744 Stimmen. Nun werden sechs unabhängige Delegierte im Juli zum Parteitag nach Cleveland fahren.
    Im erbittert geführten Vorwahlkampf der US-Republikaner gibt es erste Anzeichen für einen Schulterschluss von Marco Rubio und John Kasich. Rubios Sprecher Alex Conant riet den Wählern: «Wenn man Republikaner-Wähler in Ohio ist und Donald Trump schlagen will, dann ist die beste Chance, das zu erreichen, John Kasich.» Für den Bundesstaat Florida, wo am Dienstag 99 Delegierte nach dem «Winner-takes-all»-Prinzip vergeben werden, gelte umgekehrt das Gleiche.

    Kasich (l) und Rubio. Foto: Erik S. Lesser, epa/dpa/Archiv 
    Mehrere tausend Menschen haben in Chicago gegen eine Veranstaltung von Donald Trump protestiert. Daraufhin sagte der 69-Jährige seinen Auftritt wegen Sicherheitsbedenken ab, wie sein Kampagnenteam mitteilt. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Trump-Unterstützern. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Menschen sich im Gedränge schubsten und schlugen. Etlichen Demonstranten war es gelungen, in die Veranstaltungshalle einzudringen. Manche von ihnen zerrissen Wahlkampfschilder der Trump-Kampagne. Ob es bei den hitzigen Auseinandersetzungen Verletzte gab, ist zunächst unklar. Auch vor der Halle versammelten sich zahlreiche Protestierer. Laut der Zeitung «Chicago Tribune» blockierten manche von ihnen eine Auffahrt. Die Polizei führte mehrere Personen ab und löste die Proteste letztlich auf.

    Ein Demonstrant sagt dem Sender CNN: «Ich protestiere, weil ich schwarz bin und mexikanisch und weil ich mir nicht sicher bin, wo er (Trump) mich hin abschieben würde. Aber ich habe jeden Tag in Chicago mit Rassismus zu tun - und ich habe genug.» Trump sorgt immer wieder mit rechtspopulistischen Äußerungen für Aufsehen. So will er eine Mauer an der Grenze zu Mexiko errichten, um illegale Einwanderer abzuhalten. Trump verteidigt die Absage seines Auftritts in Chicago: «Ich wollte nicht, dass jemand verletzt wird», sagt er CNN. «Ich glaube, wir haben die richtige Entscheidung getroffen. Auch wenn damit das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzt wird.»

    Anti-Trump-Gegner in Chicago. Foto: Tannen Maury, epa/dpa 
    Hillary Clinton hat die Vorwahl der Demokraten im US-Außengebiet Marianen für sich entschieden. Laut übereinstimmenden US-Medienberichten kam sie auf 54 Prozent, das sind 20 Punkte mehr als für Konkurrent Bernie SandersAllerdings ging es auf den Marianen nicht um sehr viel: Clinton band vier Delegierte an sich, Sanders zwei. Es ist Clintons 14. Sieg insgesamt. 

    Im Rennen der Republikaner um die Präsidentschaftskandidatur gewann Marco Rubio die Abstimmung in der Bundeshauptstadt Washington. Sein Kollege Ted Cruz punktete im Bundesstaat Wyoming und im US-Außengebiet Guam.

    Siegt im Regierungsdistrikt Washington DC: Marco Rubio. Foto: Dan Anderson, epa/dpa
    Im Wahlrennen wird die Stimmung um Donald Trump immer hitziger. Erneut wurde er bei einem Wahlkampfauftritt in Kansas City von Demonstranten unterbrochen. Er nannte sie schließlich «Müll» und drohte damit, von nun an jeden von ihnen zu verklagen. «Nehmt sie fest» forderte er zunehmend gereizt und irritiert von den Sicherheitsbeamten im Raum. Seinen Anhängern versprach er: «Wir werden das Land von diesen Leuten zurückerobern.» Auch vor dem Veranstaltungsgebäude demonstrierten Hunderte gegen Trump. Es kam zu vereinzelten Zusammenstößen mit der Polizei und mehreren Festnahmen. US-Medienberichten zufolge war die Lage zu einem Zeitpunkt so angespannt, dass die Polizei Tränengas einsetzte.


    Schauspieler Dustin Hoffman glaubt nicht, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten sein wird. «Trump spricht vor allem die weniger gebildeten, weißen Amerikaner an», sagte der 78-Jährige in einem Interview der «Welt am Sonntag». Die Gesellschaft der USA sei aber sehr vielschichtig. «Ich glaube nicht, dass Trump gewinnen kann, wenn nur diese eine Gruppe für ihn stimmt», erklärte der zweifache Oscarpreisträger:
     
    Trump wird nicht Präsident.
    von dpa · live Desk



    Vor dem Hintergrund der jüngsten Ausschreitungen bei Wahlkampfveranstaltungen haben Hillary Clinton und Bernie Sanders ihrem republikanischen Widersacher Donald Trump vorgeworfen, dieser stachele die Menschen zur Gewalt an. «Es ist eindeutig, dass Donald Trump eine sehr zynische Kampagne fährt, bei der er Gruppen von Amerikanern gegen einander ausspielt. Sein Geschäft sind Hass und Angst», sagte Clinton bei einer Debatte an der Ohio State University, zu der die Sender CNN und TV One eingeladen hatte. Sowohl Sander als auch Clinton verurteilten Trumps Äußerung, wonach dieser die Anwaltskosten eines Mannes übernehmen könne, der einen Demonstranten bei einer seiner Kundgebungen geschlagen hatte. 

     Foto: Edward m. Pio Roda, epa/CNN/dpa/Archiv
    Der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wirft dem Demokraten Bernie Sanders vor, eine Mitschuld an den Ausschreitungen bei seinen Kundgebungen zu tragen. So habe Sanders «Störer» zu seinen Veranstaltungen schicken lassen, teilt Trump bei Twitter mit. Sollte der Senator aus Vermont nicht vorsichtig sein, dann würden seine Unterstützer womöglich auch Sanders Veranstaltungen besuchen, droht der umstrittene Geschäftsmann. Sanders wies die Beschuldigungen in einem Interview mit ABC News als «vollkommen falsch» zurück. 


    Sage keiner, dass im US-Wahlkampf nicht alle menschlichen Gefühle berücksichtigt würden. Nachdem zuletzt viel vom angeblichen Hass die Rede war, den vor allem Donald Trump unter die Amerikaner gebracht haben soll, sah sich sein republikanischer Widersacher Marco Rubio nun mit Vorwürfen ganz anderer Art konfrontiert. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Florida erhob sich plötzlich ein Zwischenrufer, um den Rubio-Anhängern zu erklären, dieser habe ihm seine Freundin gestohlen. Der anfänglich verdutzte Senator nutzte die Gelegenheit, um sich auch hier deutlich von seinem umstrittenen Kontrahenten Trump abzugrenzen: «Bei uns werden Zwischenrufer nicht verprügelt.»

    Kurz vor den republikanischen Vorwahlen in Florida legt eine Umfrage eine herbe Niederlage für Marc Rubio nahe. Ausgerechnet in seinem Heimatstaat dürfte der 44-jährige Senator demnach seinem innerparteilichen Konkurrenten Donald Trump unterliegen. Darauf deutet zumindest eine Befragung von NBC News, dem «Wall Street Journal» sowie des Meinungsforschungsinstituts Marist Poll hin. So würden 43 Prozent der Befragten für den umstrittenen Milliardär votieren, während Rubio nur auf 22 Prozent käme, dicht gefolgt von Ted Cruz (21 Prozent). 

     Screenshot: msnbc.com
    Wesentlich besser sieht es laut derselben Umfrage da schon für John Kasich in Ohio aus.In seinem Heimatstaat könnte Gouverneur Kasich demnach mit 39 Prozent Zuspruch rechnen, während Trump auf 33 Prozent käme. Die Mitbewerber Ted Cruz (19 Prozent) und Marco Rubio (6 Prozent) dürfen sich keine allzu großen Hoffnungen auf ein glanzvolles Abschneiden machen. Sollte Kasich seine Chance nutzen, würde er Trump 66 Delegierte wegschnappen. Dann müsste Trump in den ausstehenden Wahlen fast 60 Prozent der Delegierten gewinnen, wenn er Kandidat werden will - eine auch für den sehr von sich überzeugten Unternehmer schwer zu nehmende Hürde.

     Screenshot: msnbc.com
    Doch was passiert eigentlich, wenn Donald Trump in Florida und Ohio gewinntTrump hat derzeit 463 Delegierte auf seinem Konto, gut 100 mehr als sein ärgster Verfolger, Texas' Senator Ted Cruz. Das ist zwar eine Mehrheit, aber deutlich weniger als die Hälfte der nötigen Gesamtzahl von 1237, auf die Trump kommen muss. Gewinnt Trump Florida und Ohio, bekommt er auf einen Schlag 165 Delegierte dazu, liegt also nach dem Dienstag wohl bei mehr als 700. Das ist aber immer noch nur etwas mehr als die Hälfte dessen, was er für eine klare Mehrheit auf dem Parteitag im Juli in Cleveland braucht. 

    Trump müsste in der noch ausstehenden knappen Hälfte der Vorwahlen rund 50 Prozent der Delegierten holen. Bisher hat er im Schnitt nur 44 Prozent bekommen. Das ist also herausfordernd für Trump, aber machbar. Praktisch bedeutet es aber auch, dass es kaum vor dem großen Finale Anfang Juni eine Mehrheit für Trump geben wird. Dann sind noch einmal über 300 Delegierte zu vergeben, unter anderem im größten Bundesstaat Kalifornien. Trump braucht einen langen Atem.  
    Im US-Wahlkampf richten sich heute nun alle Augen auf die Entscheidungen in fünf Staaten bei Republikanern und Demokraten. Gewählt wird in Florida, Illinois, Missouri, North Carolina, Ohio. US-Medien sprechen vom nächsten «Super Tuesday». Ergebnisse werden zu deutscher Zeit in der Nacht zum morgigen Mittwoch erwartet. In aller Kürze worum es geht: 

    Klare Sache oder zähes Rennen: Bei den Demokraten kommt es darauf an, ob sich Hillary Clinton deutlich von Bernie Sanders absetzen kann oder ob er ihr weitere Niederlagen zufügt. In Florida und North Carolina sehen Umfragen Clinton deutlich vorne. In Ohio schrumpft ihr Abstand. Und in Illinois und Missouri deuten sich knappe Entscheidungen an.

    Alles oder Nichts: Bei den Vorwahlen der Republikaner in Florida und Ohio werden insgesamt 165 Delegierte vergeben. Der Gewinner einer Vorwahl bekommt jeweils alle Delegierte des betreffenden Bundesstaates. Wenn der umstrittene Immobilien-Milliardär Donald Trump hier gewinnt, ist er zwar immer noch nicht durch, aber seine Kandidatur wäre praktisch nicht mehr zu verhindern.

    ▪ Heimspiel oder Niederlage: Für Trumps Konkurrenten Marco Rubio und John Kasich sind die Vorwahlen in den beiden Staaten überlebenswichtig: Rubio ist Senator von Florida, Kasich Gouverneur von Ohio. Verlieren sie auf heimischem Terrain, haben sie eigentlich keine Berechtigung mehr, im Rennen zu bleiben.

    Hofft auf weitere Vorwahlsiege: Hillary Clinton. Foto: Tannen Maury, epa/dpa
    Donald Trump und Hillary Clinton haben die Vorwahl ihrer Parteien im US-Bundesstaat Florida nach übereinstimmenden Angaben mehrerer US-Sender mit weitem Abstand gewonnenTrump lag im Heimatstaat Marco Rubios mit fast 20 Punkten vor seinem Konkurrenten. Trump sicherte sich damit alle 99 Delegierten. Für Rubio ist das eine schwere Niederlage, er hätte seinen Staat unbedingt gewinnen müssen. Clinton lag in Florida mit 65 zu 32 Prozent uneinholbar vor Bernie Sanders. Sie holt sich damit einen großen Teil der Delegierten des Staates.

     Foto: Erik S. Lesser, epa/dpa
    US-Präsidentschaftsbewerber Marco Rubio hat sich nach seiner klaren Niederlage in seinem Heimatstaat Florida aus dem Rennen um die Kandidatur für die Republikaner zurückgezogen. Das gab Rubio in Miami bekannt. Zuvor war er mit deutlichem Rückstand auf den Favoriten um die Präsidentschaftskandidatur, Donald Trump, unterlegen, der damit alle 99 Delegierte in Florida bekam. 

    Der 44 Jahre alte Sohn kubanischer Einwanderer hatte nur drei der bisher rund 30 Vorwahlen gewinnen können, in Puerto Rico, der Hauptstadt Washington sowie in Minnesota. Er war lange Zeit als Kandidat des Parteiestablishments gegen Trump und den erzkonservativen Senator von Texas, Ted Cruz, aufgebaut worden und hatte erhebliche Spendeneinnahmen verzeichnet. 

    Die Enttäuschung steht ihm ins Gesicht geschrieben: Marco Rubio. Foto: Cristobal Herrera, epa/dpa 
    Es ist nicht Gottes Wille, dass ich 2016 Präsident werde - vielleicht niemals. Wir sind zwar auf der richtigen Seite, aber wir werden dieses Jahr nicht auf der Seite der Gewinner sein. 

    Marco Rubio bei seinem Abschied von der Wahlkampfbühne.
    Die aktuelle Schlagzeile der «Tampa Bay News» aus Florida: 


    Für die Demokratin Hillary Clinton zeichnet sich ein großer Abend ab. Die Ex-Außenministerin gewann in Florida, Ohio und North Carolina. Vor allem Ohio galt als sehr wichtig für Konkurrent Bernie Sanders, wollte er im Kampf mit Clinton noch entscheidend Boden gut machen.

     Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
    Das ist ein weiterer Super Tuesday für unsere Kampagne.

    Ex-Außenministerin Hillary Clinton nach drei sicheren Siegen in fünf Vorwahlen vor demokratischen Anhängern in Palm Beach, Florida.
    John Kasich hat bei den Vorwahlen der US-Republikaner nach Vorhersagen der Sender CNN und Fox News seinen Heimatstaat Ohio gewonnen. Er macht mit dem Gewinn seines ersten Staates überhaupt Donald Trump einen wichtigen Sieg streitig und holt alle 66 Delegierten. 

     John Kasich und seine Frau Karen jubeln. Foto: David Maxwell. epa/dpa
    John Kasich ist Gouverneur des US-Bundesstaats Ohio und verfügt dort über hohe Beliebtheitswerte. Im Bewerberfeld der Republikaner ist er einer der erfahrensten Politiker. Kasich kam jung in den Senat von Ohio, war dann dort Abgeordneter und schließlich in dieser Funktion auch in Washington. Der 63-jährige gilt als sehr konservativ. John Richard Kasichs politische Heimat Ohio ist ein wichtiger sogenannter «swing state», wo der Ausgang der Abstimmung nicht von vornherein klar ist. Bevor Donald Trump den Wahlkampf durcheinanderwirbelte, wurde Kasich auch wegen dieser Herkunft, die bei der Präsidentschaftswahl im Herbst noch wichtig werden könnte, als Geheimtipp gehandelt.  

    Jahre lang saß Kasich im Kongress in Washington. Dort machte er sich als Vorsitzender des Haushaltsausschusses einen Namen, etwa als er gemeinsam mit dem damaligen Präsidenten Bill Clinton einen Plan zum Abbau des Haushaltsdefizits auf den Weg brachte. Kasich weigerte sich, in den Chor derjenigen Republikaner einzustimmen, die die USA im achten Jahr der Präsidentschaft Barack Obamas dem Untergang geweiht sehen. Das führte ihn vor Ohio bei den parteiinternen Vorwahlen der Republikaner nicht zu großen Siegen, hielt ihn aber bisher zumindest im Rennen. 
    Prominente Unterstützung erhielt Kasich vor seinem Sieg noch vom Schauspieler und Ex-Politiker Arnold Schwarzenegger - und womöglich auch von dessen Hund: 


    Donald Trump gewinnt auch in Illinois und North Carolina. Damit hat er bislang - wie Hillary Clinton bei den Demokraten - jeweils drei Staaten für sich entschieden.
    • UPDATE
    Derzeit noch offen ist die Wahl in Missouri:

    ▪ Demokraten: In Missouri liegt Sanders knapp vor Clinton.

    ▪ Republikaner: In Missouri zeichnet sich ein immer engeres Rennen zwischen Trump und dem Senator von Texas, Ted Cruz, ab.
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