USA-Präsidentschaftswahlen 2016

USA-Präsidentschaftswahlen 2016

    Kurz vor der Vorwahl in South Carolina versichert die dortige Gouverneurin Nikki Haley dem Republikaner Marco Rubio ihre Unterstützung. Die 44-Jährige wurde schon als mögliche Kandidatin für den Posten der Vizepräsidentin gehandelt.
    Die Ausgangslage zur Vorwahl bei den Republikanern in South Carolina in aller Kürze:

    ▪ UMFRAGEN Donald Trump führt momentan - um den zweiten Platz kämpfen Ted Cruz und Marco Rubio. Dahinter kommen Jeb Bush, John Kasich und Ben Carson.

    ▪ KANDIDATEN Für Jeb Bush ist dieser Staat eine letzte Chance. Sein Bruder George W., der frühere Präsident, ist hier nach wie vor sehr populär. Für Jeb griff George W. kurz vor der Wahl erstmals in den Wahlkampf ein. Aber die vorderen Plätze scheinen uneinholbar.

    ▪ WAHLBEVÖLKERUNG Zwei Drittel beschreiben sich als evangelikale Christen und/oder Sozialkonservative - das sind gute Chancen für Ted Cruz, auch wenn diese Gruppe weniger homogen wählt als in Iowa. Groß ist auch der Anteil Moderater, um sie werben Bush, Kasich und Rubio.
    Auch bei den Demokraten steht die dritte Vorwahl an - in Nevada: Hillary Clinton und Bernie Sanders liegen in letzten Umfragen gleichauf. Clinton hatte monatelang mit zweistelligem Abstand geführt. In Nevada werden 30 Delegierte vergeben. Der Bundesstaat ist in den Vorwahlen der erste mit einem hohen Anteil vor allem hispanischer, aber auch afroamerikanischer Wähler. Sie sind in der demokratischen Wählerschaft eine entscheidende Gruppe.


    Donald Trump ruft in den USA zum Boykott von Apple auf. Hintergrund ist eine Weigerung des Konzerns, das FBI beim Entsperren des iPhones eines Attentäters zu unterstützen. Das iPhone, um das es geht, war von Syed Rizwan Farook genutzt worden, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino erschoss. «Boykottiert Apple, bis sie das Passwort rausrücken», so Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina. «Tim Cook macht daraus eine große Nummer, wahrscheinlich um zu zeigen, wie liberal er ist.»


    Unter manchen Tweets, die Trump von seinem Twitterprofil sendet, findet sich allerdings der Hinweis, dass er dies mit einem iPhone getan habe. Der 69-Jährige stellt aber rasch klar: «Ich nutze sowohl Apple als auch Samsung. Wenn Apple die Info über die Terroristen nicht an die Behörden gibt, werde ich nur noch Samsung nutzen, bis sie die Info rausgeben.»


    Bei den Demokraten in Nevada sind nur eingetragene Parteimitglieder zur Stimmabgabe aufgerufen. Foto: Mike Nelson, epa/dpa
    Im US-Bundesstaat Nevada zeichnet sich bei der Vorwahl um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten ein enges Rennen zwischen der Favoritin Hillary Clinton und ihrem Kontrahenten Bernie Sanders ab. Nach einer Umfrage des Senders CNN auf der Grundlage von Wählerbefragungen kurz vor der Stimmabgabe lag Sanders mit 49 Prozent sogar knapp vorn, Clinton kam auf 47 Prozent, der Rest war vor Beginn des Caucus-Verfahrens noch unentschieden.

    Hillary Clinton hat sich in Nevada knapp gegen ihren Kontrahenten Bernie Sanders durchgesetzt. Nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmbezirke liegt sie uneinholbar mit 52,3 Prozent vor Sanders mit 47,6 Prozent. Projektionen mehrerer US-Fernsehsender sahen für Sanders keine Chancen mehr, die Lücke noch zu schließen. Der Bundesstaat ist nach Iowa der zweite von bisher drei Vorwahl-Staaten, die Clinton für sich entscheiden konnte, Sanders gewann in New Hampshire. Nevada ist die erste Vorwahl im Westen der USA und die erste mit einem hohen Anteil an Wählern mit hispanischem Hintergrund.


    von hillaryclinton via Instagram
    Nach ihrem knappen Sieg in Nevada hat sich Hillary Clinton bei Wählern und bei ihrem Wahlkampfteam bedankt. «Danke Nevada», rief sie in die Menge. «Der Kampf geht weiter, die Zukunft, die wir haben wollen, ist in unserer Reichweite», so die ehemalige US-Außenministerin. Bernie Sanders kritisierte in seiner Ansprache erneut das aus seiner Sicht korrupte Wahlkampf- und Parteispendensystem, das er ändern wolle. Nevada hatte lange Zeit als sicherer Hafen für Clinton gegolten, ehe Sanders in den Umfragen überraschend stark aufholte. Nevada war die erste Vorwahl im Westen der USA und die erste mit einem hohen Anteil an der in den USA wichtigen Wählern mit hispanischem Hintergrund.

    Hillary Clinton und ihr Ehemann Bill lassen sich von ihren Anhängern feiern. Foto: Mike Nelson, epa/dpa 
    Bernie Sanders hat Hillary Clinton per Telefon gratuliert. Der demokratische Senator aus Vermont konnte zwar erneut bei jungen Wählern punkten, doch zum Sieg reichte es nicht. Der 74-Jährige wolle sich nun auf den «Super-Tuesday» am 1. März konzentrieren, wenn in 14 Wahlen gewählt wird. «Wir werden einige davon gewinnen», rief er seinen Anhängern bei einem Auftritt zu.

    Zeigt sich weiterhin kämpferisch: Bernie Sanders. Foto: Mike Nelson, epa/dpa  
    Donald Trump hat die Vorwahl der Republikaner im US-Bundesstaat South Carolina nach übereinstimmenden Voraussagen klar gewonnen. Das berichte mehrere US-Fernsehsender.

    Großer Jubel bei den Trump-Anhängern. Foto: Richard Ellis, epa/dpa 
    Mit großen Vorsprung lässt Donald Trump die Konkurrenz hinter sich. Um den zweiten Platz kämpfen Ted Cruz und Marco Rubio. Abgeschlagen Jeb Bush, John Kasich und Ben Carson: 
    Es ist bisher der zweite Sieg für Donald Trump bei den Vorwahlen. Der Multimilliardär triumphierte bereits im Bundesstaat New Hampshire. Übrigens: Bislang ist jeder Republikaner, der diese beiden Bundesstaaten für sich entscheiden konnte auch der spätere Präsidentschaftskandidat geworden.

    Hat bisher zwei Siege auf seinem Konto: Donald Trump. Foto: Richard Ellis, epa/dpa
    Jeb Bush, Sohn und Bruder früherer US-Präsidenten, beendet seinen Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Das sagte der frühere Gouverneur Floridas. Er galt bei den Republikanern anfangs als Favorit im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur, enttäuschte aber bisher - auch diesmal, er liegt im einstelligen Bereich. Bereits vor der dritten Vorwahl in South Carolina hieß es, ein schlechtes Abschneiden könnte schon das Ende seiner Ambitionen für das Weiße Haus bedeuten.

    «Die Präsidentschaft ist größer als jede Person. Sie ist sicherlich größer als jeder Kandidat»: Jeb Bush. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
    Mehr als 70 Prozent der Stimmen in South Carolina sind inzwischen ausgezählt. Die Senatoren aus Florida und Texas, Marco Rubio und Ted Cruz liefern sich weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Rubio liegt knapp vorne.

    Floridas Senator Marco Rubio. Foto: Erik S. Lesser, epa/dpa 
    Bei seinem Auftritt vor seinen Anhängern erklärt sich Marco Rubio zum zweiten Sieger der Vorwahl von South Carolina. Die Vorwahlen seien zu einem Dreikampf zwischen ihm, Donald Trump und Ted Cruz geworden. Er zeigt sich siegesgewiss: «Wir werden die Nominierung gewinnen.»

    Foto: Erik S. Lesser, epa/dpa
    Auch Donald Trump hatte seinen Auftritt vor seinen Anhängern. Es sei nicht einfach, sich dem Rennen um die US-Präsidentschaft zu stellen, erklärte er . «Es ist hart, es ist böse, es ist gemein, es ist grausam. Es ist schön - wenn du gewinnst, ist es schön», so der 69-Jährige. 

    Foto: Richard Ellis, epa/dpa 
    Das Wichtigste von den Vorwahlen in Nevada (Demokraten) und South Carolina (Republikaner) in Kürze: 

    Hillary Clinton fährt in Nevada einen wichtigen Sieg ein. Die frühere Außenministerin setzt sich knapp gegen ihren letzten verbliebenen innerparteilichen Kontrahenten, Senator Bernie Sanders durch. Clinton kommt auf rund 52 Prozent der Stimmen, für Sanders votierten 48 Prozent. 

    ▪ Mit großem Vorsprung sichert sich Donald Trump den Sieg in South Carolina. Der Multimilliardär landet mit etwa 32,5 Prozent auf Platz eins. Marco Rubio kommt mit 22,5 Prozent auf Platz zwei, denkbar knapp vor Ted Cruz (22,3 Prozent). Abgeschlagen auf den Rängen vier bis sechs: Jeb Bush (etwa 7,9 Prozent), John Kasich (7,6) und der Ex-Neurochirurg Ben Carson (7,2).

    Jeb Bush zieht die Konsequenzen aus seinem schlechten Abschneiden und steigt aus dem Rennen aus. Er war im Wahlkampf ein Top-Favorit der ersten Stunde. Es gelang ihm aber trotz millionenschwerer Unterstützung zu keiner Zeit, ausreichend Stimmen auf sich zu vereinen. «Ich akzeptiere das Votum der Wähler», erklärte Bush vor Anhängern.

    ▪ Bei den Republikanern wird sich das Rennen nun zwischen drei Bewerbern entscheiden: Trump, Rubio und Cruz. Trump hat den momentan bei weitem besten Lauf. Er gewann auch New Hampshire und war in Iowa auf Platz zwei gelandet.

    ▪ Für den Gesamtsieg braucht ein Bewerber bei den Republikanern 1237 Delegierte. Bei den Demokraten muss der Sieger mindestens 2382 Delegierte auf sich vereinen. In South Carolina ging es um 50 Delegierte, in Nevada um 35.
    Wussten Sie schon, dass... Die Vorfahren von Donald Trump stammen aus Kallstadt. Für das Weindorf in Rheinland-Pfalz interessieren sich inzwischen zahlreiche US-Medien. Die Filmemacherin Simone Wendel hat «Kings of Kallstadt» gedreht. Die 2014 fertiggestellte Doku erzählt unter anderem von Trump und dem Vater des Heinz-Ketchup-Erfinders, der ebenfalls aus Kallstadt stammt, wie Wendel selbst. Wegen des Wahlkampfs in den USA treibt es nun viele US-Journalisten nach Kallstadt - und zu Wendel. «CNN und NBC waren schon da, eine Late-Night-Talkshow will über meinen Film berichten», erklärt sie. Sie habe Trump als sehr unkompliziert im Umgang erlebt. «Wir haben über seine Oma gesprochen, das passiert wahrscheinlich nicht jeden Tag bei ihm.»

    Die Dokumentarfilmerin Simone Wendel. Foto: Uwe Anspach, dpa/Archiv
    Blick in die internationalen Zeitungen: Die linksliberale französische Tageszeitung «Libération» kommentiert den Erfolg von Donald Trump bei den Vorwahlen der US-Republikaner:

    Und was, wenn wir an einem Novembermorgen mit Donald Trump im Weißen Haus und Wladimir Putin im Kreml erwachen? (...) Das Problem ist letztlich nicht Trump, sondern was sein Erfolg über den sozialen und politischen Rückschritt der heutigen Welt verrät. Die gute Nachricht ist trotzdem, dass ein Mann wie (Bernie) Sanders bei einem Teil der Vereinigten Staaten, und vor allem der Jugend, großen Anklang findet. Es ist der Beweis, dass noch eine Hoffnung bleibt. Und sogar noch eine zweite, nämlich dass der/die demokratische Kandidat(in) gegen Trump jene moderaten Republikaner um sich scharen kann, die nicht in der Lage sind, für einen Dr. Seltsam zu stimmen.
    Auch die italienische «La Stampa» widmet ihr Kommentar zu den Erfolgen von Donald Trump bei den US-Vorwahlen:

    Um seinen sensationellen Sieg bei den Vorwahlen der Republikaner in South Carolina zu feiern, stellt Donald Trump seine gesamte Familie auf der Bühne zur Schau. (...) Der Kitsch ist ein wichtiger Schlüssel, um Trump zu verstehen, der nun das Rennen der Republikaner ums Weiße Haus anführt. Der Kitsch ist eine starke Waffe der Macht: Viele hassen die 'Vulgarität' Trumps, die hingegen für die einfachen Amerikaner eine Illusion von Luxus, Wohlstand und Ruhm ist.

    Albtraum Vorwahlen - so zumindest erlebt es mittlerweile Marge Simpson. Die Macher der US-Zeichentrick-Familie nehmen in einem kurzen Clip die andauernden Rüpeleien und verbalen Tiefschläge der Präsidentschaftsbewerber aufs Korn und versuchen sich an einem «anderen Amerika». Einem Amerika, in dem - so Homer Simpson - Republikaner, Demokraten und Donald Trump miteinander auskommen. Doch der Zuschauer ahnt es bereits, der neue Traum währt nicht lange.

    Der Rückzug von Jeb Bush hat offenbar unmittelbare finanzielle Folgen für dessen republikanischen Parteifreund John Kasich. Dessen Wahlkampf wird künftig auf die Unterstützung des Milliardärs Stanley F. Druckenmiller zählen können. Dies berichtet die «New York Times». Demnach hat der Hedge-Fund-Manager Druckenmiller die Wahlkämpfe von Kasich, Bush und dem ebenfalls ausgestiegenen Chris Christie bereits im vergangenen Jahr mit 450.000 Dollar gefördert.  

    John Kasich (l.) gewinnt einen weiteren wohlhabenden Unterstützer. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa 
    Mit dem Immobilienmogul Donald Trump als Favoriten gehen die US-Republikaner am Dienstag in ihre nächste Vorwahl im Bundesstaat Nevada. Nevada ist für die Republikaner die letzte Abstimmung vor dem «Super Tuesday» am 1. März. Dann werden bei 14 Vorwahlen an einem Tag wichtige Weichenstellungen erwartet. Den Umfragen zufolge kann Trump in Nevada mit etwa so vielen Stimmen rechnen wie seine nächst stärkeren Mitbewerber Ted Cruz und Marco Rubio zusammen. Vor allem Rubio hofft, dass er als Kompromisskandidat am Ende die Stimmen derjenigen bekommt, die vor allem Trump als Kandidaten verhindern wollen.

    Gilt in den Umfragen weiter als Favorit bei den Republikanern: Donald Trump. Foto: Sergei Ilnitsky, epa/dpa 
    Die Bewerber im US-Wahlkampf schmücken sich immer mehr mit prominenten Unterstützern aus Film, Funk und Fernsehen. Katie Perry und Elton John sind für Hillary Clinton, Neil Young gab hingegen zu, Clintons Kontrahenten Bernie Sanders zu unterstützen. Der auch aus Fernsehshows bekannte Milliardär Donald Trump («The Apprentice») wird unter anderen von früheren Sportsmännern unterstützt, etwa dem Wrestler Hulk Hogan und dem ehemaligen Boxweltmeister Mike Tyson

    Für Hillary - der Musiker Elton John. Foto: Claudio Onorati, epa/dpa/Archiv
    Der Wahlkampf wird zumindest in den Reihen der Republikaner immer schmutziger geführt - manchmal zu schmutzig. Ted Cruz, bereits mehrmals wegen unsauberer Taktiken auffällig geworden, muss sich nun vom Sprecher seiner Wahlkampfkampagne, Rick Tyler, trennen. Dieser hatte über den Kontrahenten Marco Rubio ein Video verbreitet, das den - falschen - Eindruck erweckt, Rubio habe sich abfällig über die Bibel geäußertChristlicher Glaube spielt im Wahlkampf der Republikaner eine große Rolle - auch wenn die Wahlkampfmethoden nicht immer besonders christlich erscheinen. Rubio und Cruz kämpfen derzeit um Platz zwei bei den Republikanern und hoffen beide, den führenden Immobilienmogul Donald Trump noch übertrumpfen zu können. 

    Muss sich einen neuen Sprecher suchen: Ted Cruz. Foto: Mike Neslon, epa/dpa
    Wer beim Spielen einen Joker auf die Hand bekommt, schätzt sich meist sehr glücklich. Schließlich ist die Karte für jede andere einsetzbar. Doch es gibt noch eine weitere Bedeutung der Joker-Figur, nämlich die des Narren. An einen solchen hat wohl auch jener Besucher einer Donald-Trump-Veranstaltung in Las Vegas gedacht, bei der dieses Poster der (möglichen) politischen Konkurrentin des New Yorker Unternehmers zu sehen war.  

    Könnte Donald Trump in der direkten Konfrontation noch gefährlich werden: Hillary Clinton. Foto: Mike Nelson, epa/dpa  
    Frank Underwood hat Hillary Clinton, Donald Trump & Co. weit mehr voraus als nur das Amt des US-Präsidenten: Mit seinem Porträt hat es der fiktive Machtpolitiker aus der Politserie «House of Cards», verkörpert von Hollywood-Star Kevin Spacey, in eines der bekanntesten Kunstmuseen der USA geschafft. Die Smithsonian National Portrait Gallery in Washington stellt das Bild des britischen Künstlers Jonathan Yeo ab Morgen aus. Es zeigt Spacey alias Frank Underwood - die Hauptfigur der US-amerikanischen Serie - am Schreibtisch im Büro des US-Präsidenten. Die Enthüllung des Porträts dient in erster Linie als Werbung für die Fortsetzung von «House of Cards» beim US-Streamingdienst Netflix. Dieser strahlt ab dem 4. März die vierte Staffel der Erfolgsserie in den USA aus.


    Bisherigen Hochrechnungen zufolge kommt Donald Trump auf 46,6 Prozent, während Marco Rubio mit 23,8 und Ted Cruz mit 19,9 Prozent deutlich auf die Plätze verwiesen werden. Ben Carson kommt demnach derzeit auf 5,4 und John Kasich auf 3,7 Prozent.  
    Die Geschichte lehrt uns, dass niemand jemals die Nominierung gewonnen hat, ohne eine der ersten drei Vorwahlen gewonnen zu haben.

    Präsidentschaftsbewerber Ted Cruz ist bemüht, seine Chancen auf die Nominierung bei den Republikanern hoch zu halten. Cruz hatte die Vorwahl in Iowa gewonnen, unterlag aber bei zwei weiteren Vorwahlen seinem Konkurrenten Trump.
    Donald Trump, wie er sich selbst am liebsten sieht: inmitten seiner Anhänger.  


    Umfragen in Nevada hatten laut «USA Today» bereits im Vorfeld auf eine aufgebrachte republikanische Wählerschaft hingedeutet, die sich für Trump entscheiden würde, weil sie einen «Außenseiter» bevorzugten. Aber auch jene Wähler, die das Thema Einwanderung beschäftigt, unterstützten den Unternehmer stark.

    In die Karten gespielt haben dürfte Trump auch der Umstand, dass er den höchsten Anteil der Wählerschaft unter den Hispanics auf sich vereinen konnte. Zwar machten die nur neun Prozent unter den Wählern aus, doch in den Umfragen hatte sich eine Mehrheit der Latinos noch für andere Kandidaten entschieden. «Wisst ihr, worüber ich mich wirklich freue?», fragte Trump rhetorisch nach dem Caucus. «45 Prozent bei den Hispanics. 45 Prozent! Nummer 1 bei den Hispanics. Darüber freue ich mich sehr.»

    Ein zweiter Platz in dem Bundesstaat im Westen der USA dürfte Marco Rubios Position gegen Cruz stärken. Nach dem Ausschneiden des Mitbewerbers Jeb Bush wurde der Senator von Florida in den vergangenen Tagen immer wieder als möglicher Kompromisskandidat gegen Trump ins Spiel gebracht. Der 44-Jährige vertritt allerdings ähnlich harte Positionen wie der Unternehmer, vor allem was das Thema Einwanderung angeht.

    Marco Rubio vor Unterstützern in Las Vegas. Foto: Craig Nelson, epa/dpa 
    Fragen wirft bei einigen Wählern in Nevada der Umstand auf, dass Freiwillige in den Wahlbüros ganz offen ihre politischen Präferenzen zur Schau tragen.


    Doch die republikanische Partei in Nevada sieht kein Problem darin, wenn Helfer Kleidung mit dem Schriftzug der Präsidentschaftsbewerber tragen. 


    • UPDATE
    Die aktuellen Zwischenergebnisse aus Nevada. Das Rennen um Platz zwei scheint sich zugunsten von Marco Rubio entschieden zu haben. Donald Trump sichert sich die Stimmen von zwölf Delegierten. Rubio und Cruz kommen jeweils gerade mal auf fünf. 

    Screenshot: washingtonpost.com
    Das Wichtigste der Nevada-Vorwahl bei den Republikanern in aller Kürze:   

    Donald Trump gewinnt mit deutlichem Vorsprung. Er geht nun mit kräftigem Rückenwind in den «Super Tuesday». Es ist sein dritter Sieg in Folge, nachdem er zuvor die Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina für sich entschieden hat. 

    ▪ Der Multimilliardär konnte bei nahezu allen Wählergruppen Stimmen holen - auch bei jenen mit hispanischem Hintergrund erhielt er großen Zuspruch. 

    ▪ Das republikanische Bewerberfeld konzentriert sich nun immer mehr auf Trump, Marco Rubio und Ted Cruz. Rubio holte sich knapp 24 Prozent der Stimmen, Cruz landet mit 22,4 Prozent auf Platz drei. Die beiden anderen Bewerber - Ohios Gouverneur John Kasich und Ex-Neurochirurg Ben Carson - liegen im einstelligen Bereich.

    ▪ Nevada war die erste Vorwahl im Westen der USA. Was die Zahl der zu vergebenden Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli angeht, spielt der Staat eine untergeordnete Rolle. In Nevada ging es um 30 Delegierte.
    Der Zeitplan zu den Vorwahlen der Präsidentschaftsbewerber auf einen Blick: 


     Grafik: A. Brühl 
    Noam Chomsky, einer der großen linken Intellektuellen der USA, sieht Donald Trumps Erfolg als das Ergebnis einer im Neoliberalismus zusammengebrochenen Gesellschaft. «Die Menschen fühlen sich isoliert, hilflos und als das Opfer mächtiger Kräfte, die sie nicht verstehen und beeinflussen können», sagt Chomsky im Interview mit der US-Newsseite Alternet.

    Er sei alt genug, um die jetzige Situation im Wahlkampf der USA mit den 30er Jahren zu vergleichen, sagt der 87-Jährige. «Objektiv waren Armut und Leid viel größer. Aber sogar unter den Armen und Unbeschäftigten gab es ein Gefühl der Hoffnung, das heute fehlt.» Chomsky ist emeritierter Professor für Linguistik und seit rund 50 Jahren profilierter Kritiker US-amerikanischer Politik.

    Noam Chomsky sieht Donald Trumps Erfolg mit Sorge. Foto: Uli Deck, dpa/Archiv 
    Der einstige republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat in einem Interview mit dem Sender Fox News über mögliche «Überraschungen» in Steuererklärungen von Parteifreund Donald Trump spekuliert und diesem unterstellt, er wolle etwas verbergen. Das Thema seiner unveröffentlichten Steuererklärungen verfolgt Trump bereits seit längerer Zeit. Allerdings will sich der Milliardär nach wie vor nicht festlegen, ob er die Steuererklärungen überhaupt veröffentlicht. Per Twitter polterte Trump, Romneys eigene Steuererklärungen, hätten diesen wie einen Narren aussehen lassen. «Jetzt spielt er den harten Typen.»

    Der einstige republikanischer Hoffnungsträger Mitt Romney legt sich mit Donald Trump an. Foto: Shawn Thew, epa/dpa/Archiv
    Die Aktionskünstlerin Nadja Tolokonnikowa hat den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sowie den russischen Präsidenten Wladimir Putin als «gefährliche Clowns» bezeichnet. Trumps ganze Kandidatur empfinde sie als Witz, sagt sie in einem Interview mit dem Magazin «Rolling Stone». Möglicherweise sei der New Yorker Unternehmer kein schlechter Comedian, «aber er könnte kein Politiker sein».

    Die Künstlerin der Moskauer Punkband Pussy Riot bezog sich auf gegenseitige Sympathiebekundungen zwischen Trump und Putin vor einigen Wochen. «Ich denke, es wird eine Katastrophe, wenn Trump die Wahl gewinnt», sagt Tolokonnikowa. Sie werde versuchen ihren Teil dazu beizutragen, um dies zu verhindern. Erst vergangene Woche hatte die Künstlerin sich als Unterstützerin des demokratischen Bewerbers Bernie Sanders geoutet.

    Nadja Tolokonnikowa (r.) und ihre Bandkollegin Maria Aljochina. Foto:  Michael Reynolds, epa/dpa/Archiv
    Donald Trump ist vorübergehend ohne Stern - zumindest auf Hollywoods Walk of Fame. Der republikanische Präsidentschaftsbewerber war 2007 auf dem berühmten Bürgersteig für seine Fernsehsendungen mit einer Sternenplakette ausgezeichnet worden. Die ist nun aber wegen Aufbauarbeiten für die Oscar-Show hinter einer Absperrung verschwunden und nicht mehr für Schaulustige zugänglich.

    Die Plakette, die gleich neben der von Schauspieler Kevin Spacey zu finden ist, befindet sich in einem Straßenblock vor dem Hollywood & Highland Center, wo am Sonntag die Oscar-Gäste eintreffen. Der rote Teppich wurde nur wenige Meter von Trumps Stern entfernt ausgerollt. Die Plakette liegt nun in einem Sicherheitsbereich, neben Gerüsten und Kabeln, zu dem nur Helfer, aber keine Touristen Zugang haben.

    Donald Trump bekam «seinen» Stern in Hollywood 2007. Foto: Armando Arorizo, epa/dpa/Archiv
    US-Vizepräsident Joe Biden hat während eines Besuches in Mexiko indirekt Donald Trump für seine Attacken auf Migranten kritisiert. Einige Kommentare von Kandidaten aus dem anderen Lager im US-Wahlkampf seien gefährlich und schädlich, erklärt der Demokrat Biden. Diese Statements würden die Ansichten des amerikanischen Volkes nicht widerspiegeln, zitieren ihn örtliche Medien weiter. Den Namen Trump nannte Biden jedoch nicht. Der rechtspopulistische Bauunternehmer Trump plädiert für einen härteren Umgang mit mexikanischen Einwanderern in den USA. Er fordert die Errichtung einer Mauer an der südlichen Grenze der USA. Migranten aus dem Nachbarland nennt Trump Vergewaltiger und Verbrecher.

    US-Vizepräsident Joe Biden. Foto: Mario Guzman, epa/dpa 
    Donald Trump bekommt die Unterstützung von seinem einstigen Konkurrenten Chris Christie. Das kündigte dieser bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Trump in Texas an. «Ich bin stolz, hier zu sein, um Donald Trump zu unterstützen», erklärte er. «Er schreibt das Textbuch der amerikanischen Politik um.» Der Gouverneur von New Jersey war vor zwei Wochen aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur ausgestiegen, nachdem er bei den Vorwahlen in den Bundesstaaten Iowa und New Hampshire nur auf hinteren Plätzen gelandet war.

    Machen jetzt gemeinsame Sache: Donald Trump und Chris Christie. 
    von realdonaldtrump via Instagram
    Steht Bernie Sanders in South Carolina vor einer krachenden Niederlage? Bei den heutigen Vorwahlen in dem Ostküstenstaat sehen die Umfrageergebnisse eine deutliche Siegerin: Hillary Clinton.

    Foto: Erik S. Lesser, epa/dpa 

Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform