USA-Präsidentschaftswahlen 2016

USA-Präsidentschaftswahlen 2016

    Die demokratische US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton ist in der E-Mail-Affäre erneut in die Schlagzeilen geraten. Das Außenministerium will nach eigenen Angaben 22 dienstliche Korrespondenzen aus ihrer Zeit als US-Chefdiplomatin als «hochgeheim» unter Verschluss halten. Die Dokumente seien nicht vertraulich gewesen, als sie damals gesendet wurden, würden aber jetzt von Geheimdiensten so eingestuft, erklärt Außenamtssprecher John Kirby. Die Ex-Außenministerin hatte als Chefdiplomatin ihren privaten Server für dienstliche Kommunikationen benutzt. Sie räumte später ein, damit einen «Fehler» gemacht zu haben, betonte aber stets, dass keine der Korrespondenzen zum damaligen Zeitpunkt geheim gewesen sei. Dennoch hat ihr die E-Mail-Affäre im Wahlkampf bereits schwer geschadet.

    Ihre republikanischen Gegner werfen ihr vor, sie sei nicht vertrauenswürdig: Hillary Clinton. Foto: Jim Lo Scalzo, dpa/dpa 
    Unterstützung von einer der renommiertesten Zeitungen des Landes: Die «New York Times» spricht sich für Hillary Clinton als Präsidentschaftskandidatin aus. Das Blatt unterstützt die Kandidatur der demokratischen Bewerberin. Die Ex-Außenministerin zähle zu den «qualifiziertesten Kandidaten in der jüngeren Geschichte», heißt es in einem Leitartikel der Zeitung. 


    Die Mehrheit der Deutschen wünscht sich einer Umfrage zufolge die Demokratin Hillary Clinton als nächste US-Präsidentin. Laut der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Emnid für «Bild am Sonntag» halten 74 Prozent Clinton potenziell für die bessere US-Präsidentin, während nur 8 Prozent für den republikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump sind.
    Barack Obama wird im kommenden Jahr nicht mehr Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika sein. Doch wer folgt ihm im Amt? In den USA dreht sich jetzt alles um die Vorwahlen.

    von dpa ∙ live Desk
    Kurz vor der mit Spannung erwarteten ersten Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa haben die Bewerber auf den letzten Metern noch einmal um Stimmen geworben. «Ich will, dass Ihr rausgeht und wählt», erklärt der umstrittene republikanische Bewerber Donald Trump. 

    Mit ersten Trends wird nicht vor Dienstag 6.00 Uhr deutscher Zeit gerechnet. Trump führt derzeit laut Umfragen US-weit das republikanische Bewerberfeld deutlich an, bei den Demokraten hat Ex-Außenministerin Hillary Clinton klar die Nase vorn. Es ist jedoch nicht sicher, dass sie in Iowa Siege einfahren können.
    Gewählt wird in Iowa nach einem «Caucus»-Verfahren. Die Wähler werden auf 1681 Stimmbezirke aufgeteilt. In jedem findet eine Parteiversammlung statt, bei der über den Kandidaten diskutiert wird. Anschließend wird abgestimmt - bei den Republikanern geheim, bei den Demokraten offen. «Es ist eine Art Diskussion, die wir mit unseren Freunden und unseren Nachbarn führen und dann zu einem Ergebnis bringen»,  so Andy McGuire, Parteivorsitzender der Demokraten in Iowa.

    Screenshot: traveliowa.com 

    Gewählt wird in Iowa nach einem «Caucus»-Verfahren. Die Wähler werden auf 1681 Stimmbezirke aufgeteilt. In jedem findet eine Parteiversammlung statt, bei der über den Kandidaten diskutiert wird. Anschließend wird abgestimmt - bei den Republikanern geheim, bei den Demokraten offen. «Es ist eine Art Diskussion, die wir mit unseren Freunden und unseren Nachbarn führen und dann zu einem Ergebnis bringen»,  so Andy McGuire, Parteivorsitzender der Demokraten in Iowa.

    Screenshot: traveliowa.com 

    Ted Cruz hat bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa laut US-Medien für sich entschieden. Der erzkonservative Senator aus Texas lag nach übereinstimmenden Angaben aller großer Sender uneinholbar vorn. Damit verweist er Donald Trump auf Platz zwei. Für den Immobilienmogul aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage. Auf einem sehr starken dritten Platz landete bei den Republikanern Marco Rubio, der Senator aus Florida, knapp hinter Trump.

    Sieger bei den Republikaner im US-Bundesstaat Iowa: Ted Cruz. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa 
    Gott schütze den großartigen Staat Iowa.

    Der texanische Senator Ted Cruz in seinem Statement nach dem Sieg bei der US-Vorwahl im Bundesstaat Iowa.
    Nach seinem zweiten Platz bei der US-Vorwahl in Iowa will Donald Trump nun alle Kräfte auf die nächsten Vorwahlen in New Hampshire und South Carolina richten. «Wir werden uns diese Nominierung für die Präsidentschaft holen», ruft er seinen Anhängern in Des Moines zu. «Und wir werden Hillary oder Bernie Sanders oder wen auch immer sie da aufstellen, locker schlagen», erklärt Trump. Er ist mit etwa 24 Prozent auf Rang zwei hinter Ted Cruz gelandet. «Ich fühle mich sehr geehrt», meint Trump. Zu Beginn des Rennens habe niemand gedacht, dass er in Iowa überhaupt unter die ersten Zehn kommen könne.

    «Ich fühle mich sehr geehrt»: Donald Trump. Foto: Larry W. Smith, epa/dpa 
    Und bei den Demokraten? Ex-Außenministerin Hillary Clinton und der Senator aus Vermont Bernie Sanders liegen fast gleichauf. Nach 94 Prozent der ausgezählten Bezirke hatte Clinton nur noch einen hauchdünnen Vorsprung von 0,2 Prozentpunkten. Clinton sprach zu ihren Anhängern und zeigt sich siegessicher für den ganzen Wahlkampf, ohne aber den Sieg in Iowa für sich zu reklamieren. Sanders sagt vor begeisterten Anhängern, vermutlich würden die Delegiertenstimmen der Demokraten geteilt. 

    Foto: Tannen Maury, epa/dpa 
    Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaates Maryland, Martin O'Malley, steigt aus dem Rennen der Demokraten um das Weiße Haus aus. Der Demokrat landete nach stabilen Trends bei den Vorwahlen in Iowa bei nicht einmal einem Prozent der abgegebenen StimmenDamit wird das Rennen der Demokraten zu einem Zweikampf der früheren Außenministerin Hillary Clinton und dem Senator aus Vermont, Bernie Sanders. O'Malley war von Beginn an ohne Chance.

    Steigt aus dem Rennen um das Weiße Haus: Martin O'Malley. Foto: Andrew Gombert, epa/dpa 
    Der republikanische Senator Marco Rubio feiert seine überraschend starke Vorstellung in Iowa wie einen Sieg. «Wenn ich Kandidat werde, werden wir die Partei und die ganze konservative Bewegung einen», erklärt Rubio. Er Rubio kam mit 23 Prozent der Stimmen nur knapp hinter dem hoch gehandelten Donald Trump auf Platz drei. Rubio, der vielen in der republikanischen Partei als Kompromisskandidat gilt, war von den Meinungsforschern ein schlechtes Ergebnis in Iowa vorausgesagt worden. «New Hampshire, wir sehen uns morgen», sagt Rubio mit Blick auf die nächste Vorwahl in dem nordöstlichen Bundesstaat, die am 9. Februar bevorsteht. 

    Glücklich über sein Abschneiden bei der ersten Vorwahl in Iowa: Marco Rubio. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa 
    Auch er steigt aus dem Rennen um das Weiße Haus: Der republikanische Bewerber Mike Huckabee.


    Ted Cruz nimmt nach dem Sieg in Iowa Glückwünsche von Ehefrau Heidi entgegen. Der texanische Senator ist ein knallharter Erzkonservativer. Von seinen Parteikollegen wird er schon mal als «wacko bird» bezeichnet, als «durchgeknallter Vogel». In normalen Zeiten hätte er damit keine Aussicht, US-Präsident zu werden. Aber bei ihm ist nichts normal. Er ist der Sohn eines Kubaners und einer US-Amerikanerin. Er hat die Republikanische Partei aufgewirbelt wie kaum ein Zweiter. In kürzester Zeit erkämpfte sich der brillante Redner den Ruf des radikalen Unruhestifters. Als Kandidat für das Weiße Haus will er auch das politische Establishment in Washington aufmischen.

    Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa
    Das Rennen bei den Demokraten in Iowa ist noch offen, Hillary Clinton bedankt sich jetzt schon einmal für die Unterstützung: 

    Stand der Dinge bei den Demokraten. Der Vorsprung von Hillary Clinton ist weiterhin hauchdünn: 


    Es bleibt dabei, ganz knapper Vorsprung für Hillary Clinton: 


    Nach der Niederlage des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers Donald Trump im US-Bundesstaat Iowa, zeigt die New Yorker Boulevardzeitung Daily News  den Immobilienunternehmer auf ihrer heutigen Titelseite als traurigen Clown.


    Hillary Clinton hat die Vorwahl im Bundesstaat Iowa bei den Demokraten nach Angaben der dortigen Parteizentrale hauchdünn für sich entschieden. Nach 99 Prozent der gemeldeten Stimmen aus den 1681 Caucus-Wahllokalen in Iowa lag Clinton bei 49,9 Prozent. Ihr Kontrahent Bernie Sanders kam dicht dahinter auf 49,6 Prozent. Kommentatoren werteten den Wahlausgang als ungünstig für Clinton. Sanders, der in Iowa vor allem junge Leute mobilisieren konnte, kam ihr gefährlich nahe. 

    Knapper Sieg: Hillary Clinton. Im Hintergrund Ehemann Bill (r.) und Tochter Chelsea (l.). Foto: Craig Lassig, epa/dpa
    Das Wichtigste zur ersten Vorwahl in Iowa in in aller Kürze: 

    Ted Cruz hat bei den Republikanern die erste Vorwahl im Bundesstaat Iowa für sich entschieden. Cruz, der erzkonservative Senator aus Texas, verwies mit etwa 28 Prozent Donald Trump (24 Prozent) auf Platz zwei. Für den Immobilienmogul aus New York ist das eine schmerzliche Niederlage.

    ▪ Auf einem sehr starken dritten Platz landete bei den Republikanern Marco Rubio, der Senator aus Florida, mit etwa 23 Prozent knapp hinter Trump. 

    ▪ Bei den Demokraten holte sich Ex-Außenministerin Hillary Clinton mit einem hauchdünnen Abstand von nur wenigen zehntel Prozentpunkten den Sieg vor Bernie Sanders

    ▪ Der Demokrat und Ex-Gouverneur Martin O'Malley steigt aus dem Rennen um das Weiße Haus aus, damit bleiben nurmehr Clinton und Sanders. Der republikanische Bewerber Mike Huckabee beendet das Rennen ebenfalls.

    ▪ Die US-Vorwahlen werden schon in der nächsten Woche im nordöstlichen Bundesstaat New Hampshire fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt dort Sanders nach Umfragen deutlich in Front.

    von dpa ∙ live Desk
    Nach der Vorwahl in Iowa nimmt der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders bereits das nächste Ziel in Angriff, berichtet die US-Journalistin Annie Linskey. Noch in der Nacht auf Dienstag (Ortszeit) landete der 74-Jährige in New Hampshire, wo er in den Umfragen führt. Auch Hillary Clinton soll bereits in dem Bundesstaat an der Ostküste eingetroffen sein. New Hampshire hält am 9. Februar die nächste Vorwahl ab.


    Kopf oder Zahl? Wegen organisatorischer Probleme ist bei den Vorwahlen im US-Staat Iowa in mehreren Wahlkreisen letztendlich per Münzwurf entschieden worden. Bei einer Versammlung in einem Wahlkreis in Des Moines schien bei den Demokraten beispielsweise zunächst alles klar: Hillary Clinton bekam bei der Abstimmung per Handzeichen die Mehrheit und damit die meisten Delegierten. Da jedoch beim Nachzählen Dutzende Wähler vorzeitig nach Hause gegangen waren, kam man plötzlich zu einem anderen Ergebnis: ein Delegiertenplatz blieb offen. Schließlich musste eine Münze zwischen Clinton und ihrem schärfsten Konkurrenten Bernie Sanders entschieden - Clinton bekam den zusätzlichen Delegierten, wie die Tageszeitung «USA Today» berichtet. Dem Blatt zufolge kam es in mindestens fünf Bezirken zu einem solchen wahlentscheidenden Münzwurf.

    Monatliche Termine der Republikaner und Demokraten in den Bundesstaaten zur Wahl des jeweilgen Präsidentschaftskandidaten auf einen Blick: 

    Grafik: A. Brühl
     
    Nun auch ganz offiziell: Hillary Clinton hat die Vorwahlen der Demokraten in Iowa mit nur 0,2 Prozentpunkten Vosprung gewonnen. Ihr Konkurrent Bernie Sanders erhielt nach offiziellen Angaben der demokratischen Partei 49,6 Prozent. Clinton landete bei der Abstimmung bei 49,8 Prozent.

    Hat Grund zum Strahlen: Hillary Clinton. Foto: Michael Reynolds, epa/dpa 
    Was bleibt noch von der ersten Vorwahl in Iowa festzuhalten? Peter Clinkscales, fröhlicher US-Student, hat Hillary Clinton die Schau gestohlen. Er bringt es als #stickerboy oder #stickerkid sogar zu kurzfristiger Berühmtheit im Internet. Mit zwei blauen Wahlkampfaufklebern (engl.: sticker) auf den rosigen Wangen, blödelt der junge Mann direkt hinter Clinton und Ehemann Bill bei deren landesweit übertragenem Auftritt in die Kamera. Er schielt und schneidet Grimassen.

    Laut «New York Daily News» schmuggelte sich Clinksdale eher zufällig in den VIP-Bereich. Die Sticker aus seinem Gesicht bot er auf Twitter zum Verkauf an, angeblich um sein Studium zu finanzieren. Startpreis: 35.000 Dollar. In seinem Twitterprofil schreibt Clinksdale: «Ich bin ein einfacher Mann». Er möge hübsche Dunkelhaarige und Frühstück.


    Auf dem Weg nach New Hampshire, wo am kommenden Dienstag die nächste Vorwahl stattfindet. Nach der Schlappe in Iowa könnte Donald Trump im nordöstlichen Bundesstaat seinen ersten Sieg einfahren. Laut Umfragen führt er bei den Republikanern mit deutlichem Vorsprung. 


    Blick in die internationalen Zeitungen: Die französische Tageszeitung «Le Monde» schreibt zum ersten Durchgang in Iowa:


    Der erste Schritt (...) hat sowohl bei den Republikanern als auch bei den Demokraten eine anti-elitäre Stimmung bei den Wählern gezeigt. Auf Seite der Republikaner überholte der ultrakonservative Cruz, der Mann der Tea-Party und Chef der «Aufrührer» der Ultrarechten, Trump, den König der Immobilien und Prinz der vulgärsten Demagogie. Beide vertreten die gleichen Ideen. Bei den Demokraten hat Clinton Schwierigkeiten dabei, den Parteirebellen Sanders abzuhängen, der ein scharfer Kritiker der politischen Elite ist und sie als 'korrupt' und feige bezeichnet. Sie hat ihn um nur wenige Stimmen geschlagen.
    Die niederländische Zeitung «de Volkskrant» zum Abschneiden von Donald Trump bei der ersten Vorwahl in Iowa:

    Ist der Trump-Sturm nun bereits vorbei? Zweifellos fragt sich das die Parteispitze der Republikaner, nachdem der exzentrische Milliardär mit dem großen Mundwerk nur als Zweiter aus der Vorwahl in Iowa hervorgegangen war. Anfangs hatte alles danach ausgesehen, dass Trump in diesem konservativen Staat, der traditionell den Anfang macht im Wettkampf um das Weiße Haus, den Sieg holen würde. ... Aber es ist noch viel zu früh, um sagen zu können, ob Trumps Vormarsch aufgehalten wurde, selbst wenn er bei der bevorstehenden Vorwahl in New Hampshire weniger gut als erwartet abschneiden sollte.
    Und auch die britische Zeitung «The Guardian» befasst sich in ihrer heutigen Ausgabe mit der US-Wahl: 

    Clinton hat politische Geschichte geschrieben - als erste Frau, die eine Caucus-Vorwahl in Iowa gewonnen hat. (...) Aber die Ergebnisse in Iowa legen nahe, dass Clinton es nicht geschafft hat, die Bedenken, wofür sie eigentlich politisch steht, zu überwinden. Sie hat bis zur Nominierung noch viel zu tun.
    Demokrat Bernie Sanders sieht seine Wahlkampagne nach der ersten Vorwahl in Iowa auf einem guten Weg. «Vergangene Nacht haben wir eine politische Revolution im ganzen Land begonnen», so Sanders. Bereits in einigen Tagen werden die Vorwahlen in New Hampshire fortgesetzt. Bei den Demokraten liegt dort Sanders in Umfragen deutlich vorn. Der 74 Jahre alte Senator mit einem für US-Verhältnisse ausgesprochen linken Programm kommt aus dem Nachbarstaat Vermont.
    Um bei Bernie Sanders zu bleiben: Kennen Sie auch seine andere Seite? Er ist nicht nur Vollblutpolitiker, sondern hat auch eine künstlerische Ader. Das Magazin Rolling Stone veröffentlicht Aufnahmen aus dem Jahr 1987. Zu sehen ist darin ein singender Sanders, der mit einigen anderen Musikern ein Folk-Album aufnimmt.

    Rand Paul wird sich laut US-Medienberichten aus dem Rennen der Republikaner um die Kandidatur als Präsidentschaftskandidat verabschieden. Dies meldet unter anderem der Sender CNN und bezieht sich dabei auf Pauls Umfeld. Der Senator aus Kentucky gilt als Querdenker und Außenseiter, der mit strikt libertären Ansichten auch viele Tea-Party-Anhänger hinter sich hat. Das politische Credo des 52-Jährigen: Kleiner Staat, wenig Steuern, gegen militärische Interventionen. Bemerkenswert ist seine Opposition gegen die massive Überwachung durch den Geheimdienst NSA.

    Rand Paul zieht sich aus dem Rennen ums Weiße Haus zurück. Foto: Jim Lo Scalzo, epa/dpa/Archiv 
    Rand Paul hat den Ausstieg aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bestätigt. «Es war eine unglaubliche Ehre, einen prinzipientreuen Wahlkampf für das Weiße Haus zu führen. Heute höre ich dort auf, wo ich angefangen habe: beim Kampf für die Sache der Freiheit», erklärte Paul in einem Statement. Beim Wahlauftakt im US-Bundesstaat Iowa war Paul mit 4,5 Prozent nur auf dem fünften Platz gelandet.
    Mit Rick Santorum steigt im Präsidentschaftsrennen ein weiterer Bewerber der Republikaner aus. Das berichtet der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf zwei Quellen in der Partei. Santorum hatte bei der Vorwahl in Iowa nur ein Prozent der Stimmen erhalten. 2012, als sich Santorum ebenfalls beworben hatte, hatte der frühere Senator von Pennsylvania die Abstimmung in Iowa noch knapp vor dem späteren Kandidaten Mitt Romney gewonnen. Der 57-Jährige will nun Marco Rubio unterstützten. Bei Twitter bedankte sich Santorum für die Unterstützung seiner Anhänger. «Es ist schlicht nicht unser Jahr», schreibt er und bittet darum, künftig Rubio zu helfen.


    Donald Trump fordert nach seiner Niederlage bei der Vorwahl in Iowa eine Annullierung des Sieges seines Kontrahenten Ted Cruz. Trump wirft dem Team von Cruz Betrug vor. «Ted Cruz hat Iowa nicht gewonnen, er hat den Sieg gestohlen», schreibt der Republikaner auf Twitter. Er fordert, die Stimmen für Cruz müssten für ungültig erklärt oder eine Neuwahl anberaumt werden. 


    Das Cruz-Lager habe noch am Wahltag in Iowa das Gerücht verbreitet, Mitbewerber Ben Carson werde bald aus dem Rennen aussteigen. Diese Fehlinformation habe dazu geführt, dass Anhänger des strenggläubigen Carson den ebenfalls im Christentum verwurzelten Cruz wählten. Der christliche Glaube spielt in Iowa eine große Rolle für die Wahlentscheidung. Carson hatte in Iowa knapp zehn Prozent der Stimmen erhalten. Er war damit im Bereich der Umfragewerte, für eine tatsächliche Wählerwanderung von Carson zu Cruz gibt es zunächst keine Anzeichen.
    Die beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders und Hillary Clinton haben sich beim US-Nachrichtensender CNN einen Schlagabtausch darüber geliefert, wer von beiden für eine fortschrittlichere Politik steht. «Ich kenne niemanden, der einen «Super-Pac» (umstrittene Spendengruppe) hat und 15 Millionen Dollar von der Wall Street nimmt», so Sanders. Clinton konterte anschließend, es amüsiere sie, dass Sanders sich zum Wächter darüber erklärt habe, wer fortschrittlich ist. Die Ex-Außenministerin hatte die erste Vorwahl im US-Bundesstaat Iowa nur hauchdünn auf demokratischer Seite für sich entscheiden können. Bei der nächsten Abstimmung in New Hampshire liegt ihr ärgster Konkurrent Sanders in den Umfragen deutlich vorne.

    Brachialpolitiker Donald Trump ist eine unerwartete Ehre zuteilgeworden: Er wurde laut dem Sender CBS von einem Landsmann in Oslo für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. Trump könne mit seiner «energischen Frieden-durch-Stärke-Ideologie, als abschreckende Waffe gegen den radikalen Islam, die IS-Terrormiliz, einen über Atomkraft verfügenden Iran sowie ein kommunistisches China dienen», heißt es in dem Nominierungsvorschlag. Damit stehe der 69-jährige Immobilienunternehmer allerdings in harter Konkurrenz zu Kandidaten wie Papst Franziskus, Eward Snowden und Bundeskanzlerin Angela Merkel, witzeln die CBS-Moderatoren.

    Präsidentschaft hin oder her, das Thema Frisur wird Donald Trump in diesem Wahlkampf nicht mehr los. Der Anwalt Kevin Hayslett hat bei Twitter einen originellen Vorschlag gemacht, wie Trump womöglich auch bei Katzenfreunden Bonuspunkte sammeln könnte. 


    Hillary Clinton wirft ihrem Konkurrenten Bernie Sanders vor, im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten eine Schmierenkampagne zu betreiben. «Wenn Du etwas zu sagen hast, sag es», so Clinton bei der letzten TV-Debatte der Demokraten vor den Vorwahlen in New Hampshire. «Es ist an der Zeit, die sehr hinterlistige Verleumdung zu beenden, die Du und Deine Kampagne betreiben.» Sie reagiert damit auf Vorwürfe Sanders, sie lasse sich von großen Spendern aus der Finanzwelt beeinflussen. 

    Laut dem Nachrichtenportal «Politico» bekam Clinton von der Investmentbank Goldman Sachs 2013 für drei Vorträge 675.000 Dollar. Es war die erste Debatte der Demokraten, bei der die beiden alleine aufeinander trafen. Clinton konzentrierte sich bei dem TV-Event verstärkt auf die Themen Wirtschaft und Finanzen. Bislang war das ein Bereich, in dem Sanders mit seinen Angriffen auf die Wall Street (wir berichteten) punkten konnte. 

    «Wenn Du was zu sagen hast, dann sag es»: Hillary Clinton. Foto: Michael Reynolds, epa/dpa
    Bei der anstehenden zweiten Vorwahl in New Hampshire (9. Februar) hat Bernie Sanders bei den Demokraten seinen großen Vorsprung auf Hillary Clinton in einer Umfrage noch ausbauen können. Nach einer Befragung von CNN liegt Sanders bei 61 Prozent, ein Plus von vier Punkten im Vergleich zur vorherigen Befragung. Clinton sackte etwas ab, von 34 auf 30 Prozent. Ein Sieg Sanders' in New Hampshire ist von beiden Seiten eingepreist, er vertritt den Nachbarstaat Vermont im Senat. 

    Wird höchstwahrscheinlich seinen ersten Sieg einfahren: Bernie Sanders. Foto: Michael Reynodls, epa/dpa 
    Auch bei den Republikanern steht die zweite Vorwahl in New Hampshire an. Marco Rubio ist nach einer der neuen CNN-Umfrage nun auf den zweiten Platz vorgerückt. Mit 18 Prozent liegt der Senator aus Florida vor dem Dritten Ted Cruz, Senator aus Texas. Mit weitem Abstand bleibt der Multimilliardär Donald Trump in auf Platz eins (29 Prozent). Platz vier: John Kasich (12 Prozent), Platz fünf: Jeb Bush (10 Prozent).

    Marco Rubio während eines Wahlkampfauftritts. Foto: Eugene Garcia, epa/dpa
    Der Republikaner Jeb Bush, Sohn und Bruder früherer US-Präsidenten, führt in seinem abwärts trudelnden Wahlkampf immer stärker auch seine Mutter ins umkämpfte Feld. Der frühere Gouverneur von Florida lässt sich von seiner Mutter nun auch in New Hampshire unterstützenIn einer TV-Anzeige nennt die 90-Jährige ihren Sohn einen harten Arbeiter mit großem Herzen. Ein gefundenes Fressen für Donald Trump: Jeb sei so verzweifelt, dass er Mummys Hilfe brauche, twittert Trump - leider könne Mummy aber nicht gegen die IS-Terrormiliz helfen, nicht gegen die Chinesen und auch nicht gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin.


    Das Interesse an den Präsidentschaftswahlen zieht stark an. Nach einer Studie des Forschungsinstituts Pew haben sich neun von zehn Befragten in der vergangenen Woche über die Wahlen informiert. News aus dem Wahlkampf verfolgen auch bemerkenswert viele jüngere US-Bürger. 83 Prozent der 18- bis 29-Jährigen gaben an, dass sie aus mindestens einer Quelle Informationen über die Wahl bezogen hätten. Den einen zentralen Nachrichtenkanal gibt es laut Pew dabei nicht. Die meisten Befragten gaben Kabelfernsehen als nützliche Quelle an, daneben aber auch sehr verteilt soziale Netzwerke, Webseiten, Apps und Radiosender. Zeitungen dagegen nannten nur drei Prozent der Befragten als Informationsquelle.
    Im südpolnischen Dorf Slopnice werden die Vorwahlen der US-Demokraten derzeit mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt. Der klare Favorit der rund 6500 Einwohner im Landkreis Limanow ist Bernie Sanders, versichert Bürgermeister Adam Soltys. Kein Wunder: Eliasz Sanders, der Vater des Präsidentschaftsbewerbers, stammt aus dem etwa 50 Kilometer südöstlich von Krakau gelegenen Ort und wanderte in den 20er Jahren als 17-Jähriger in die USA aus. Auf der Webseite des Dorfes wird mittlerweile nicht nur stolz auf diese Verbindung hingewiesen, sondern auch der Besuch des Senators aus Vermont im August 2013 dokumentiert. Eine andere regionale Webseite geht mit dem «Wir sind Bernie»-Gefühl sogar noch etwas weiter. Stolz heißt es: «Ein Pole aus Limanow könnte die USA regieren.»

    Screenshot: slopnice.pl 
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