US-Luftangriff in Syrien
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  • Liebe Leserinnen und Leser, mit dem Luftangriff auf Syriens Armee haben die USA ihre Politik in dem Bürgerkriegsland radikal geändert und eine schwere Krise mit Russland ausgelöst. Welche Konsequenzen das sich mit sich bringt, ist noch unklar. Der Liveblog endet an dieser Stelle. Kommen Sie gut durch die Nacht!

  • Weniger als 24 Stunden nach dem US-Beschuss des Flugplatzes Al-Schairat haben syrische Kampfjets nach Angaben von Beobachtern von dort aus neue Luftangriffe geflogen. «Zwei Suchoi-Maschinen sind am Freitag von der Luftwaffenbasis Al-Schairat aufgestiegen und haben Luftangriffe in Gebieten östlich der Stadt Homs geflogen», erklärt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Auch regierungsnahe Medien berichten, dass Flugzeuge gestartet und gelandet seien.

  • Verhärtete Fronten im UN-Sicherheitsrat: Auch die dritte Sondersitzung des Gremiums zum Syrien-Konflikt in Folge ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Mitglieder des Rates attackierten sich bei dem Treffen in New York teils scharf, zu einer Abstimmung über einen von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachten Resolutionsentwurf kam es aber erneut nicht. Auch zwei Gegenentwürfe von Russland einerseits und den zehn nichtständigen Ratsmitgliedern andererseits wurden nicht berücksichtigt.

  • Washington ist nach dem Luftangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt nach den Worten ihrer UN-Botschafterin Nikki Haley auf weitere Aktionen vorbereitet. «Wir sind darauf vorbereitet, mehr zu unternehmen, aber wir hoffen, dass das nicht nötig sein wird», sagt Haley bei einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.

    Der Luftangriff sei ein «maßvoller Schritt» und «komplett gerechtfertigt» gewesen. «Es war Zeit «genug» zu sagen und das nicht nur zu sagen, sondern auch zu handeln.» Syriens Präsident Baschar al-Assad dürfe nie wieder chemische Waffen einsetzen. Syriens Verbündeten Russland griff Haley erneut scharf an. Die russische Regierung trage eine «erhebliche Verantwortung». «Die Welt wartete darauf, dass Russland in Syrien verantwortungsbewusst handelt.»


    Foto: Mary Altaffer, AP/dpa
  • Die USA haben Äußerungen Russlands widersprochen, wonach die bisher gepflegte Militärkooperation zur Vermeidung von Flugunfällen in Syrien beendet wurde. Der Kommunikationskanal auf militärischer Arbeitsebene sei noch immer offen, heißt es am Freitag aus dem Pentagon. Russland hatte zuvor erklärt, die Kommunikation sei nicht mehr sinnvoll. «Das Memorandum hat mit dem Angriff heute Nacht seinen Sinn verloren», sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow in Moskau. Das Risiko von Zwischenfällen am Himmel über Syrien wachse dadurch nicht, es sei wegen des Vorgehens der USA ohnehin hoch.

  • Das US-Verteidigungsministerium untersucht, ob Russland an der Vorbereitung oder Durchführung des mutmaßlichen Giftgasangriffes in Syrien beteiligt war. Das sagt ein hochrangiger Pentagon-Mitarbeiter in Washington. «Wir haben derzeit keine Kenntnisse über eine russische Beteiligung, aber wir untersuchen das», heißt es. Das Mindeste, was Moskau als Verbündeten Syriens vorzuwerfen sei, sei, dass es den Angriff nicht verhindert habe. Russland verfüge über Fachwissen im Umgang mit Chemiewaffen.

    Das Pentagon sei nahezu sicher, dass der Angriff, bei dem 80 Menschen getötet wurden, von dem Stützpunkt geflogen worden sei, den die USA beschossen hätten. Es gebe aber noch keine Sicherheit, welche Flugzeuge dazu benutzt wurden. Syrien bestreitet den Einsatz von Giftgas. Erklärungen aus Damaskus zufolge wurde das Gas freigesetzt, als Giftgaslager der Rebellen getroffen wurden. Auch Russland erklärte, die syrischen Regierungstruppen verfügten seit 2014 nicht mehr über Giftgasvorräte.

  • Nach dem massiven Angriff mit Marschflugkörpern auf einen Stützpunkt der syrischen Luftwaffe haben die USA nach eigenen Angaben keine Belege für Todesopfer. Es gebe bisher keine Bestätigung dafür, dass es zu Opfern in der Zivilbevölkerung oder unter Militärangehörigen gekommen sei, heißt es vom Pentagon in Washington. 

    Auf dem angegriffenen Fliegerhorst waren nach US-Informationen auch russische Soldaten tätig. Die syrische Armee hatte erklärt, es seien sechs Menschen zu Tode gekommen; mehrere weitere seien verletzt worden.


    Foto: Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa
  • Nach dem US-Angriff auf einen Luftwaffenstützpunkt der syrischen Regierungstruppen ruft UN-Generalsekretär António Guterres zur Zurückhaltung in dem Konflikt auf. «Eingedenk des Risikos einer Eskalation bitte ich um Zurückhaltung, um jegliche Handlungen zu vermeiden, die das Leid des syrischen Volkes verschlimmern könnten», sagt Guterres in New York laut Mitteilung. «Die Vorgänge untermauern meine Ansicht, dass es keinen anderen Weg gibt, diesen Konflikt zu beenden, als eine politische Lösung.»


    UN-Generalsekretär António Guterres. Foto: Michael Brochstein, Zuma/dpa 
  • Der UN-Sicherheitsrat ist in New York zum dritten Mal an drei aufeinanderfolgenden Tagen zu einer Sondersitzung zum Syrienkrieg zusammengekommen. Zum Auftakt des Treffens gab UN-Untergeneralsekretär Jeffrey Feltman einen Überblick über die Ereignisse in Syrien.

    Bolvien, derzeit nicht-ständiges Mitglied im Rat, habe um das Treffen gebeten, teilte US-Botschafterin Nikki Haley vor Beginn der Sitzung mit. Eigentlich sei um ein Treffen hinter verschlossenen Türen gebeten worden, aber sie habe als Präsidentin des Rates entschieden, das Treffen öffentlich abzuhalten. «Jedes Land, das sich entscheidet, die Gräueltaten des syrischen Regimes zu verteidigen, soll das vor der Öffentlichkeit machen, damit die Welt es hören kann.»

  • Kanada unterstützt nach Angaben von Premierminister Justin Trudeau den US-Angriff auf Syrien nach dem mutmaßlichen Giftgasangriff syrischer Truppen «vollkommen». «Der Einsatz von chemischen Waffen durch Präsident Baschar al-Assad und die Verbrechen des syrischen Regimes gegen sein eigenes Volk können nicht ignoriert werden», sagte Trudeau in Ottawa. «Es kann nicht erlaubt werden, dass diese grauenvollen Attacken ungestraft weitergehen.» Kanada unterstütze aber gleichzeitig weiterhin alle diplomatischen Anstrengungen zur Lösung der Krise.

  • Ein Handout-Foto des Weißen Hauses, das aus Sicherheitsgründen bearbeitet wurde, zeigt, wie Präsident Trump über den Militärschlag gegen Syrien gebrieft wird.



  • Präsidenten-Tochter Ivanka Trump stellt sich auf Twitter hinter die Entscheidung ihres Vaters.



  • US-Oppositionschefin Nancy Pelosi forderte den Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, auf, das Parlament zur Beratung des Militäreinsatzes einzuberufen.



  • Der Grafik-Redakteur der New York Times hat die politischen Reaktionen der Regierungschefs in aller Welt auf den Raketenangriff der USA in Syrien visualisiert.



  • Ob bei dieser Sitzung auch über den von den USA, Frankreich und Großbritannien eingebrachten Resolutionsentwurf oder die beiden von Russland einerseits und den zehn nicht-ständigen Ratsmitgliedern andererseits vorgelegten Gegenentwürfe abgestimmt werden würde, war zunächst völlig unklar. Bereits am Mittwoch und Donnerstag waren Sitzungen des Sicherheitsrats zum Syrien-Konflikt ohne Ergebnis zu Ende gegangen.

  • Der UN-Sicherheitsrat hat nach zwei ergebnislosen Sitzungen in Folge hat  für Freitag ein erneutes Treffen zum Konflikt in Syrien angesetzt. Die Sitzung solle um 17.30 Uhr MESZ beginnen, hieß es aus den Vereinten Nationen. Es solle eine Art Lagebesprechung stattfinden.

  • In den USA werden später die Senats-Mitglieder mit Hintergrund-Informationen versorgt

  • Kritik an der US-Aktion kommt auch von den Linken im Bundestag. Der völkerrechtswidrige Angriff entferne Syrien von einer Friedenslösung und lasse die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) jubeln, teilen die beiden Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch mit. Anstatt sich reflexartig hinter US-Präsident Donald Trump zu stellen, müsse die Bundesregierung alles dafür tun, damit sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA wieder stabilisieren. «Die jetzige Situation ist brandgefährlich und droht jederzeit völlig außer Kontrolle zu geraten», heißt es in der Mitteilung. 

  • Russlands Sicherheitsrat unter dem Vorsitz von Präsident Wladimir Putin wertet den US-Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt als Aggression. Die USA verstießen damit gegen das Völkerrecht, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge in Moskau. Die Mitglieder seien zudem tief besorgt über die negativen Auswirkungen des Angriffs auf den Kampf gegen den Terrorismus. Im Sicherheitsrat sitzen neben Putin unter anderem Regierungschef Dmitri Medwedew, Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

  • Warum die USA insbesondere den Militärflugplatz Al-Schairat bei ihren Angriffen ins Visier genommen haben: In Al-Schairat sollen nach US-Angaben die Kampfflugzeuge gestartet sein, die den mutmaßlichen Luftangriff mit Chemiewaffen flogen. Dabei waren nach UN-Angaben am vergangenen Dienstag mindestens 84 Menschen getötet worden.


    Auf dem Flugplatz waren bisher syrische Jets des Typs MIG und Suchoi stationiert, wie militärische Quellen und Aktivisten berichten. Es heißt zudem, dort sei auch russisches und iranisches Personal stationiert gewesen, das Syriens Truppen unterstützt. Die Basis soll demnach auch mit Luftabwehr ausgestattet gewesen sein.



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