Liveblog zur Bundestagswahl
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Liveblog zur Bundestagswahl Live

Aktuelle Entwicklungen vor und während der Bundestagswahl im Liveblog: Wahlkampf, Hintergründe, Analysen, Hochrechnungen, Reaktionen.

  • Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat sich zu möglichen Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis auf Bundesebene skeptisch gezeigt. „Eins ist sicher: Das werden sehr schwierige Verhandlungen“, sagte Buchholz am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur.
     
    Im Bund seien viele Themen zwischen den Liberalen und Grünen sowie zwischen FDP und Union schwierig verhandelbar. Er fügte hinzu: „Das Problem liegt dabei eher zwischen der CSU und den Grünen.“ „Die Erfahrungen aus Kiel zeigen, dass es vor allem darauf ankommt, dass man sich menschlich auf einer bestimmten Ebene kennt und miteinander umgehen kann“, sagte Buchholz. „Ich weiß nicht, wie sehr das in Berlin gewährleistet ist.“ Im nördlichsten Bundesland regiert seit dem Sommer ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Die Beteiligten im Norden würden sich bereits lange. Er selbst werde auch im Falle einer Regierungsbeteiligung der FDP im Bund in Kiel Minister bleiben.
  • Bundesumweltministerin Barbara Hendricks unterliegt im Wahlkreis Kleve erneut dem CDU-Bewerber. Die Sozialdemokratin kommt auf 30,6 Prozent der Erststimmen. Der CDU-Kandidat Stefan Rouenhoff kam auf 45,0 Prozent. Die 65-Jährige zieht über den als sicher geltenden Platz zwei der SPD-Landesliste aber sehr wahrscheinlich erneut in den Bundestag ein, dem sie seit 1994 angehört.

  • Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gewinnt im Oberallgäu trotz starker Verluste erneut mit absoluter Mehrheit das Bundestags-Direktmandat. Der 62-Jährige kommt auf 50,4 Prozent der Erststimmen, etwas mehr als 10 Prozentpunkte weniger als vor vier Jahren. Ähnlich hoch sind die Verluste der CSU insgesamt. Müller äußert sich kritisch über das Gesamtergebnis der Christsozialen. "Das ist eine saubere Klatsche", sagt er dem Bayerischen Rundfunk in Kempten. 

  • FDP-Chef Christian Lindner erzielt bei der Bundestagswahl in seinem Wahlkreis ein noch besseres Ergebnis als seine Partei im Bund und im Land NRW. Im Rheinisch-Bergischer-Kreis kommt Lindner als Direktkandidat auf 15,7 Prozent der Erststimmen. Bundesweit erreicht die FDP 10,6 Prozent, in NRW 13,1 Prozent. Den Wahlkreis gewonnen hat der CDU-Kandidat Hermann-Josef Tebroke mit 40,0 Prozent. Er wird damit Nachfolger des CDU-Innenpolitikers Wolfgang Bosbach, der nicht wieder kandidiert hatte. Lindner zieht als Nummer eins der NRW-Landesliste seiner Partei aber sicher in den Bundestag ein. 


    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa
  • Martin Schulz kündigte nach der Wahlniederlage der SPD eine stärkere Abgrenzung zur Union an - sein rabiater Auftritt in der "Berliner Runde" könnte ein erster Schritt in diese Richtung sein. Denn im Netz polarisiert Schulz' Verhalten stark: Spott und Kritik einerseits, Unterstützung und Lob andererseits. Sofort machen Vergleiche mit dem bisher letzten SPD-Kanzler die Runde - Gerhard Schröder, der 2005 entgegen der Hochrechnungen den Wahlsieg für sich beanspruchte.

    Besonders häufig: Der Vorwurf an Schulz, seine Offensive komme zu spät. "Den heutigen Herrn Schulz hätte ich mir die letzten Wochen gewünscht", kommentiert ein Twitter-Nutzer. Eine andere meint: "Schulz macht Wahlkampf so wie ich es mit dem Lernen mache. Immer zu spät anfangen." Einige sehen darin dennoch einen guten Schritt in die Opposition - "angenehm aggressiv", mit "klarer Kante". Andere kritisieren Schulz dagegen als schlechten Verlierer: "Der wird immer unsympathischer" ist mehrfach zu lesen.

  • Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht verpasst ein Direktmandat im Bundestag erneut. In ihrem Düsseldorfer Wahlkreis (Düsseldorf II) erreicht die 48-Jährige 13,0 Prozent der Stimmen. Das ist ein besseres Ergebnis als bei der Wahl vor vier Jahren. Damals hatte Wagenknecht 9,1 Prozent der Stimmen erreicht. Da sie auf Platz eins der NRW-Landesliste der Linken steht, hat sie aber den Wiedereinzug in den Bundestag geschafft.


    Foto: Britta Pedersen, dpa
  • Derweil hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen bei der Bundestagswahl erneut ein Direktmandat verpasst. Wie schon 2013 und 2009 kommt die Spitzenkandidatin der niedersächsischen CDU im Wahlkreis Stadt Hannover II auf den zweiten Platz. Sie erreichte 28,9 Prozent der Erststimmen. Die frühere Generalsekretärin der SPD, Yasmin Fahimi, gewinnt mit 33,7 Prozent das Direktmandat. 2013 hatte von der Leyen mit 33,9 Prozent der Erststimmen im Duell mit Edelgard Bulmahn den kürzeren gezogen.

  • Kanzleramtschef Peter Altmaier hat das Duell gegen Bundesjustizminister Heiko Maas um das Direktmandat im Wahlkreis Saarlouis gewonnen. Altmaier kam nach dem vorläufigen  Ergebnis auf 38,0 Prozent der Stimmen, Maas auf 32,1 Prozent, teilt die Landeswahlleiterin mit. Damit hat Altmaier das Direktmandat verteidigt, das er bereits 2009 und 2013 für die CDU gewonnen hatte. Es war das bundesweit einzige Duell zweier Bundesminister um ein Direktmandat für den Bundestag. 

    Sowohl Altmaier (59) als auch SPD-Landeschef Maas (51) kommen gebürtig aus dem Kreis - und fühlen sich dort zu Hause. Maas wird als Spitzenkandidat seiner Partei über die Landesliste erstmals in den Bundestag einziehen. 


    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • Die Übermittlung von Wahlergebnissen an die Landeswahlleitung in Berlin verzögert sich wegen eines Serverproblems. Das sagt Geschäftsstellenleiter Geert Baasen der Deutschen Presse-Agentur. Demnach kann die Wahlleitung derzeit weder Ergebnisse aus den Stimmbezirken empfangen noch diese an die Öffentlichkeit kommunizieren. Das IT-Dienstleistungszentrum des Landes arbeite an der Lösung der Probleme, so Baasen. Bei Testläufen vor der Wahl habe alles funktioniert.

  • In der Heimat von Parteichef Horst Seehofer muss die CSU dramatische Verluste hinnehmen. Die Christsozialen kommen im Wahlkreis Ingolstadt auf 41,7 Prozent der Zweitstimmen, ein Minus von 13,9 Prozentpunkten im Vergleich zur Bundestagswahl 2013. Insgesamt ist die CSU auf ihr schlechtestes Bundestagswahlergebnis seit 1949 abgestürzt. Nach einer Hochrechnung des BR Fernsehens erreicht sie nur noch 39,0 Prozent nach 49,3 Prozent 2013. Die SPD muss sich im Wahlkreis Ingolstadt mit 13,4 Prozent begnügen, ein Minus von 4,1 Prozentpunkten. Hingegen gewinnt die AFD im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren 11,6 Prozentpunkte hinzu und landet nach dem vorläufigen Endergebnis bei 15,1 Prozent.


    Vor der CSU-Zentrale in München. Foto: Marco Hadem, dpa
  • Die jüngste Hochrechnung von ARD/infratest dimap samt Sitzverteilung:


    Grafik: J. Reschke
  • UPDATE Hunderte Menschen haben nach der Bundestagswahl in mehreren Großstädten gegen die rechtsnationale AfD protestiert. Allein vor dem Gebäude der AfD-Wahlparty am Alexanderplatz in Berlin versammelten sich rund 1000 Menschen. Sie versuchten mit lauten Pfiffen die Veranstaltung zu stören und riefen Parolen wie "Haut ab, haut ab" und "AfD Rassistenpack". Zu einer Spontandemo kamen mehrere Hundert Protestierende in Leipzig zusammen. 

    Auch in Köln, Hamburg und Frankfurt kamen Menschen zu Anti-AfD-Kundgebungen zusammen. In der Main-Metropole zogen nach Angaben der Polizei rund 800 Menschen durch die Innenstadt. Zu Zwischenfällen kam es nicht. In Köln waren es 400 Anti-AfD-Demonstranten, die einen angemeldeten Protestzug durch die Innenstadt veranstalteten. Auch hier blieb es friedlich. Ebensoviele Demonstranten waren es in Hamburg. Im Internet äußerten zahlreiche Menschen auf Twitter ihren Unmut über das starke Ergebnis der rechten Partei: Der Hashtag #fckafd tauchte in den Twitter-Trends zeitweise unter den ersten fünf Plätzen auf.


    Foto: Sebastian Willnow, dpa
  • Keine Feierlaune bei der SPD-Wahlparty in Berlin. "Schulz 2017" ist Geschichte.


    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • Die bisherige Arbeitsministerin Andrea Nahles fordert nach der Wahlniederlage der Sozialdemokraten Veränderungen in ihrer Partei. "Das ist eine große Niederlage, das müssen wir uns eingestehen und wir brauchen einen programmatischen und organisatorischen Neuanfang", schreibt sie auf Facebook. "Ein weiter so kann es nicht geben." Nahles wird als Favoritin auf den SPD-Fraktionsvorsitz gehandelt.

    Eine erneute große Koalition mit der Union schließt Nahles wie zuvor bereits Kanzlerkandidat Martin Schulz aus. "Für die SPD besteht bei dem Wahlergebnis überhaupt kein Anlass, über eine Weiterführung der GroKo nachzudenken." 


    Foto: Kay Nietfeld, dpa
  • Derweil leert sich der Club am Berliner Alexanderplatz, in dem die AfD feiert. 

  • Erneut großer Jubel für Merkel. Die Kanzlerin kehrt von der "Berliner Runde" in die CDU-Zentrale zurück.

    Credit: Kristina Dunz, dpa
    von dpa-live Desk via dpa bearbeitet von Desk 9/24/2017 8:08:02 PM
  • UPDATE Kurzer Blick zum Volksentscheid über den Berliner Flughafen Tegel. Dabei liegen die Unterstützer nach Auszählung von rund einem Drittel der Berliner Wahlbezirke in Führung. Gegen 21.50 Uhr waren die Ergebnisse aus 900 von 2439 Wahlbezirken (37 Prozent) bekannt. 55,4 Prozent der Wähler sprachen sich für die Offenhaltung von Tegel aus, wie die Landeswahlleiterin auf ihrer Internetseite mitteilt. 42,6 Prozent forderten eine Schließung Tegels nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens in den kommenden Jahren. Das endgültige Ergebnis soll in der Nacht vorliegen. 


    Foto: Ralf Hirschberger, dpa/Archiv
  • In Hamburg ist es am Sonntagabend zu einer spontanen Demonstration von AfD-Gegnern gegen deren Bundestagseinzug gekommen. Rund 400 Teilnehmer beteiligten sich nach Angaben der Polizei an dem friedlichen, etwa einstündigen Protestzug. Die Menschen liefen vom Hauptbahnhof über die Mönckebergstraße bis zum Gerhart-Hauptmann-Platz.
  • Eine schwarz-gelb-grüne Koalition im Bund wäre aus Sicht der AfD in Schleswig-Holstein nicht unbedingt schlecht, auch wenn sie dann nicht Oppositionsführer sein könnte. „Das könnte auch gut sein für uns. Wir können dann sowohl die SPD als auch die Regierung angreifen. Aber Herr Schulz müsste eigentlich zurücktreten als Parteivorsitzender“, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende im Landtag von Schleswig-Holstein, Jörg Nobis, am Sonntagabend bei der Wahlparty seiner Partei in Berlin. Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz hatte zuvor angekündigt, er wolle mit seiner Partei in die Opposition gehen. 
  • Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt erwartet ein hartes Ringen um die Bildung einer möglichen Koalition aus Union, FDP und Grünen. "Ich bin sicher, wir werden uns da streiten, es wird hart werden, das wird schwierig werden, es wird kompliziert werden", sagt sie in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. "Ich weiß nicht, ob es zu einem Ergebnis kommen wird."

  • CDU-Chefin Angela Merkel hält es für möglich, dass eine neue Regierung trotz schwieriger Koalitionsverhandlungen bis Weihnachten im Amt ist. Auf die Frage, wie zuversichtlich sie sei, den Deutschen bis Weihnachten eine stabile Regierung präsentieren zu können, sagt sie: "Ich bin generell immer zuversichtlich. Und außerdem: Seit vielen Jahren habe ich das Motto: in der Ruhe liegt die Kraft." 


    Foto: Gero Breloer, dpa
  • AfD-Parteichef Jörg Meuthen kündigt an, dass seine Partei als Oppositionskraft im Bundestag Ausländerfeindlichkeit und Rassismus nicht akzeptieren werde. "Wir werden Ausländerfeindlichkeit ebenso wenig dulden wie rassistische Positionen - wir haben sie aber auch schlicht nicht", sagt Meuthen in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

    Man wolle sich bei der Arbeit im Parlament an die demokratischen Spielregeln halte. Eine Opposition müsse aber auch provozieren

  • Die Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt fordert eine Auseinandersetzung mit der AfD im Bundestag. "Ignorieren kommt für mich nicht infrage", sagte sie in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. "Ich bin nicht dazu bereit, mir jede Debatte durch die AfD bestimmen zu lassen." Die Demokraten im Parlament müssten sich darauf verständigen, wie diese Auseinandersetzung mit der AfD geführt werden könnte. "Es kann doch nicht sein, dass wir einer Partei eine offene Bühne bieten, die teilen will, die das Land spalten will."


    Foto: Gero Breloer, dpa
  • Angela Merkel weist hat Spekulationen über eine mögliche Minderheitsregierung der Union zurück. "Ich sehe das nicht. Ich habe die Absicht, dass wir zu einer stabilen Regierung in Deutschland kommen", sagt Merkel in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. Eine stabile Regierung sei bisher ein Kennzeichen der Bundesrepublik gewesen. Deutschland habe immerhin "verdammt viele Zukunftsaufgaben zu lösen". Die Union werde Gespräche über eine Regierungsbildung führen, betonte Merkel. Einen Zeitpunkt für den Beginn solcher Gespräche nannte sie nicht.

  • Die neueste Hochrechnung von ARD/infratest dimap:

  • Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat sich zu möglichen Koalitionsverhandlungen für ein Jamaika-Bündnis auf Bundesebene skeptisch gezeigt. „Eins ist sicher: Das werden sehr schwierige Verhandlungen“, sagte Buchholz am Sonntagabend. Im Bund seien viele Themen zwischen den Liberalen und Grünen sowie zwischen FDP und Union schwierig verhandelbar. Er fügte hinzu: „Das Problem dabei liegt dabei eher zwischen der CSU und den Grünen.“ „Die Erfahrungen aus Kiel zeigen, dass es vor allem darauf ankommt, dass man sich menschlich auf einer bestimmten Ebene kennt und miteinander umgehen kann“, sagte Buchholz. „Ich weiß nicht, wie sehr das in Berlin gewährleistet ist.“ Im nördlichsten Bundesland regiert seit dem Sommer ein Jamaika-Bündnis aus CDU, Grünen und FDP. Die Beteiligten im Norden würden sich bereits lange. Er selbst werde auch im Falle einer Regierungsbeteiligung der FDP im Bund in Kiel Minister bleiben.
  • In Nordrhein-Westfalen hat die AfD gezeigt, dass sie kein Interesse an der Sacharbeit hat. Da gibt es ein paar provokante Äußerungen und dann machen die sich ab ans Büffet.

    FDP-Chef Christian Lindner ruft in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF dazu auf, sich von der AfD im neu gewählten Bundestag nicht ständig provozieren zu lassen. 
  • Angela Merkel äußert sich zurückhaltend zu AfD-Forderungen nach einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu ihrer Flüchtlingspolitik. "Ich scheue mich vor keinem Untersuchungsausschuss", sagt Merkel in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. Die CDU-Chefin ergänzt aber: "Wir müssen nur aufpassen, dass wir noch genug Zeit haben, uns um die Zukunft zu kümmern." Es gehe um die wirtschaftliche Zukunft des Landes, Deutschland befinde sich "in einer der dramatischsten Umbrüche der Menschheit", der Digitalisierung.


    Foto: Jens Büttner, dpa
  • Das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen mit einer neuen Hochrechnung:

  • SPD-Chef Martin Schulz gibt Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Mitschuld am Erstarken der rechtspopulistischen AfD. "Ich glaube, dass Frau Merkel einen Wahlkampf geführt hat, der skandalös war", sagt der gescheiterte Kanzlerkandidat in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF. "Die systematische Verweigerung von Politik hat ein Vakuum entstehen lassen, das die AfD teilweise geschickt gefüllt hat. Ich glaube dass Frau Merkel eine große Verantwortung dafür trägt." 


    Foto: Gero Breloer, dpa
  • Die AfD will sich nach Worten von Parteichef Jörg Meuthen im neuen Bundestag als konstruktive und harte Oppositionskraft einbringen. "Krawall ist für uns keine Kategorie, wir wollen eine sehr harte, deutliche Opposition machen. Die hat dieses Land auch bitter nötig, denn die hat dieses Land bis jetzt nicht gehabt", so Meuthen in der "Berliner Runde" von ARD und ZDF.

    Die AfD beklage massive Rechtsbrüche der Regierung in der Migrations- und Europapolitik. "Wer regiert, werde sich warm anziehen müssen", erklärt der AfD-Fraktionschef im baden-württembergischen Landtag. Im Gegensatz zur zweiten Parteivorsitzenden Frauke Petry kandidierte er selbst nicht für den Bundestag.


    Foto: Gero Breloer, AP/dpa
  • Angela Merkel hat ihren eigenen Wahlkreis gewonnen. In Vorpommern-Rügen - Vorpommern-Greifswald I liegt sie nach Auszählung fast aller Wahllokale mit 44,2 Prozent der Erststimmen vorne. Auf Platz zwei liegt AfD-Kandidat Leif-Erik Holm mit 20,3 Prozent.
    Mehr Wahlergebnisse bis hinunter zur Ebene der Wahllokale für Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Wahlkreisergebnisse bundesweit finden sie hier: 
  • Übrigens, bisher gab es nur in der Gründerzeit eine eindeutig rechtsextreme Partei im Parlament: die Deutsche Konservative Partei/Deutsche Rechtspartei (DKP-DRP) von 1949 bis 1953. 

    Nach Angaben des Bundestags gab es in ihren Reihen "Rechtsextremisten unterschiedlicher Prägung, bis hin zu Anhängern des Nationalsozialismus". Vor Einführung der bundesweiten Fünf-Prozent-Hürde zog die Partei bei nur 1,8 Prozent der Stimmen mit fünf Abgeordneten ins Parlament ein. Zusammen mit Abgeordneten der Nationaldemokratischen Partei (NDP) gründete sie die Bundestagsgruppe Nationale Rechte (NR).

  • Ruth Kastner von den Grünen: "Wir warten ab. Es ist an der Kanzlerin, uns einzuladen. Wir werden vesuchen, so viel grüne Handschrift wie möglich in die Verhandlungen einzubringen. Wenn es nicht klappt müssen wir so frei sein und die Verhandlungen verlassen." Foto: Peter Wüst
     
  • Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigt sich ernsthaft besorgt über den Einzug der AfD in den Bundestag. Dies sei ein tiefer Einschnitt in der Nachkriegsgeschichte. "Das beunruhigt mich und macht mir Sorgen", sagt er im SWR-Fernsehen. Der Grünen-Politiker spricht  von einem "Schock" über das Abschneiden der AfD, die eine "rechtspopulistische, ja auch zum Teil rechtsradikale Partei" sei. Dem ZDF sagt er: "Dort, wo die AfD völkisch-rassistisch wird, müssen wir ihnen entgegentreten."

  • Proteste gegen den Einzug der AfD in den Bundestag. In Frankfurt am Main ziehen Demonstrationsteilnehmer mit einem Banner mit der Aufschrift "Ganz Frankfurt hasst die AfD!!!" durch das Bahnhofsviertel. Am Berliner Alexanderplatz haben sich AfD-Gegner vor dem Gebäude der Wahlparty der Partei versammelt, um gegen den Wahlerfolg zu protestieren. Hunderte Menschen demonstrieren auch in Köln gegen die Rechtspopulisten.


    Foto: Paul Zinken, dpa

    Foto: Julian Stratenschulte, dpa
  • Die AfD ist im Osten Deutschlands bei der Bundestagswahl zweistärkste Partei geworden - bei den ostdeutschen Männern schnitt die Partei sogar am besten ab. Laut infratest dimap machten insgesamt 26 Prozent der ostdeutschen Männer ihr Kreuzchen bei der AfD, bei den Frauen waren es 17 Prozent. Zum Vergleich: Im Westen votierten 13 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen für die AfD.

  • Das ZDF und die Forschungsgruppe Wahlen mit einer neuen Hochrechnung:

  • Auf shz.de veröffentlichen wir Ergebnisse bis auf Wahllokalebene - da tauchen dann auch solche Ergebnisse auf:
    In Büttel in Dithmarschen liegt die AfD bei den Erststimmen weit vorn.
     
  • FDP-Chef Christian Lindner kann sich sowohl eine Regierungsbeteiligung als auch eine Oppositionsrolle für seine Partei vorstellen. Schwierigkeiten bei einer Jamaika-Koalition mit Union und Grünen ergäben sich schon aus den Wahlprogrammen, erklärt er.

    Die FDP wolle Priorität für Bildung, eine Beschleunigung bei der Digitalisierung, eine Entlastung der Mitte der Gesellschaft, eine vernünftige Energiepolitik und eine neue Einwanderungspolitik. "Da sind Gemeinsamkeiten, aber auch Entfernungen sowohl zu CDU/CSU als auch zu den Grünen", sagt er. "Deshalb empfehle ich, den Ball flach zu halten." 


    "Ball flach halten": Christian Lindner, Bundesvorsitzender und Spitzenkandidat der FDP (m.). Foto: Federico Gambarini, dpa
  • Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck von den Grünen äußert sich zurückhaltend zu den Erfolgsaussichten für eine Jamaika-Koalition im Bund. "Es gibt keine Garantie, dass es am Ende funktionieren wird", sagt er in der ARD. Die Union habe eine schwere Niederlage erlitten, seine Partei gehe dagegen gestärkt aus der Wahl hervor. "Und das geht nicht so ohne Weiteres zusammen." Die Grünen müssten "ernsthaft und seriös versuchen, eine Regierung herzustellen bei dieser Ausgangslage". Seine Partei müsse aber nicht um jeden Preis mitregieren

  • Norwegens Regierungschefin Erna Solberg gratuliert Kanzlerin Angela Merkel zu ihrem erneuten Wahlerfolg. "Herzlichen Glückwunsch Angela! Gut für Europa. Freue mich auf vier weitere Jahre ausgezeichneter Zusammenarbeit!", twittert die konservative Politikerin auf Deutsch und auf Englisch. 



  • Die jüngste Hochrechnung von ARD/infratest dimap: 

  • Besorgniserregend findet der ehemaligen NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen das Ergebnis der AfD. Die Herausforderung für die etablierten Parteien bestehe nun darin, fundierte Lösungen für berechtigte Sorgen zu finden. 



  • Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses (WJC) gratuliert Kanzlerin Angela Merkel zum Erfolg. "Merkel ist ein wahrer Freund Israels und des Jüdischen Volkes", so WJC-Präsident Ronald S. Lauder in einer in New York verbreiteten Erklärung. Er lobte zugleich ihren Einsatz im Kampf gegen den Antisemitismus.

    Den Einzug der AfD in den Bundestag stuft Lauder als "verabscheuungswürdig" ein. Eine "schändliche Bewegung", die an das Schlimmste aus Deutschlands Geschichte erinnere und verboten werden sollte, habe nun die Möglichkeit, im deutschen Parlament ihr gemeines Programm darzustellen.

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