Liveblog zur Bundestagswahl

Liveblog zur Bundestagswahl

Aktuelle Entwicklungen vor und während der Bundestagswahl im Liveblog: Wahlkampf, Hintergründe, Analysen, Hochrechnungen, Reaktionen.

    Für welche Partei hat der Bundespräsident gestimmt? Frank-Walter Steinmeier mit "First Lady" Elke Büdenbender in einem Wahllokal in Berlin-Zehlendorf. Steinmeier ruft die Deutschen auf, sich in jedem Fall an der Abstimmung zu beteiligen. «Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!», schreibt das Staatsoberhaupt in der "Bild am Sonntag". "Wer nicht wählt, lässt nur andere über die Zukunft unseres Landes entscheiden", warnt er. 


    Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa

    Mit der Kraft der Raute: Wen der Wahlkampf in den vergangenen Wochen vollends kalt gelassen hat, der dürfte sich sich womöglich über die Parodie der legendären Videospielreihe "Street Fighter" freuen. In "Bundesfighter II" lassen die Spitzenkandidaten die Fäuste anstatt Argumente sprechen und ermitteln im Straßenkampf, wer das Zeug zum Kanzler hat. Entwickelt hat das Spiel "Bohemian Browser", die auch hinter den "Masters of Germany" stecken.

    Kann die heutige Wahl von Hackern manipuliert werden? Viele Bürger bezweifeln, dass es ausreichenden Schutz gibt - das zumindest legen Umfragen in jüngster Zeit nahe. Zuletzt wurden zudem klaffende Lücken in einer Software gefunden, die zur Übermittlung der vorläufigen Ergebnisse in den Ländern eingesetzt wird. Doch anders als etwa in den USA wird in Deutschland ausschließlich mit "analogen" Stimmzetteln gewählt, die von Hand ausgezählt werden.

    Cyber-Angreifer könnten beim Urnengang womöglich die vorläufigen Ergebnisse während der Übermittlung durcheinanderbringen, das amtliche Endergebnis sei dank der händischen Auszählung aber absolut verlässlich, erklärt der IT-Sicherheitsexperte Jörn Müller-Quade vom Karlsruher Institut für Technologie.

    Frauke Petry, AfD-Bundesvorsitzende, während der Stimmabgabe in einem Wahllokal in Leipzig. Sie kam nicht alleine, mit dabei waren auch Personenschützer.  Die 41-Jährige zog jüngst mit einigen Aussagen über den Zustand ihrer Partei den Zorn von AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland auf sich. 

    Petry sieht die Wähler durch den Richtungsstreit in ihrer Partei verunsichert. Mit Blick auf heftig kritisierte Aussagen wie die von Gauland über Stolz auf die Wehrmacht sagte sie der "Leipziger Volkszeitung": "Ich verstehe, wenn die Wähler entsetzt sind." Die parteiinternen Konflikte würden nicht spurlos an der AfD und den Menschen vorübergehen: "Wenn nicht klar ist, wohin die Partei steuert, verunsichert das die Wähler."


    Foto: Sebastian Willnow, dpa
    Die Bundestagswahl in Schleswig-Holstein ist bislang schleppend angelaufen. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten im Norden bis 11 Uhr 22,8 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. 2013 hatte die Wahlbeteiligung zu diesen Zeitpunkt bei 24,0 Prozent gelegen.
     
    Bei der Bundestagswahl 2013 wurde die CDU mit 39,2 Prozent stärkste Kraft in Schleswig-Holstein. Die SPD landete damals bei 31,5 Prozent, die Grünen kamen auf 9,4 Prozent. Die FDP erreichte 5,6 Prozent, die Linke 5,2. Die AfD kam damals auf 4,6 Prozent. Die CDU gewann 2013 neun der elf Bundestags-Wahlkreise, die SPD nur Kiel und Lübeck.

    Der offizielle Wahlkampf ist zwar beendet, doch in den sozialen Netzwerken wird noch um jede einzelne Stimme gekämpft. FDP-Spitzenkandidat Christian Lindner und die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry so eben auf Twitter





    Nicht nur hierzulande schaut man gespannt auf den Ausgang der Wahl und vor allem auf das Abscheiden der AfD. Auch die renommierte US-Tageszeitung New York Times hat sich dem Thema gewidmet.



    Bleibt sie auch in der nächsten Legislaturperiode Verteidigungsministerin? Ursula von der Leyen (CDU) und Ehemann Heiko geben im niedersächsischen Beinhorn ihre Stimme ab.


    Foto: Holger Hollemann, dpa

    Für welche Partei er gestimmt hat, dürfte kein großes Geheimnis sein: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier in einem Wahllokal in Giessen.


    Foto: Andreas Arnold, dpa

    Laut SWR liegen in einigen Wahllokalen Bleistifte zum Ankreuzen der Wahlzettel aus. Können die Kreuzchen im Nachhinein nicht wegradiert werden, fragte sich die SWR-Journalistin Nina Barth und forschte nach. Die Antwort im Video: 



    Rund 650.000 Wahlhelfer sind im Einsatz. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier dankt den Damen und Herren für ihren Einsatz. Sie trügen auch in diesem Jahr zu einem reibungslosen Ablauf der Wahl bei, erklärt er. 

    Aus der Rubrik "Wissenswertes rund um die Wahl": Warum haben die Stimmzettel rechts oben eine Ecke, oder sind mit einem Loch markiert? Das soll blinden und sehbehinderten Menschen helfen, ihre Stimme ohne fremde Hilfe abgeben zu können. Ihre Schablonen, denen auch die entsprechende Ecke fehlt, passen dann genau auf den Wahlzettel. Auf der Schablone sind Informationen zum Stimmzettel angegeben - etwa als Punktschrift oder in Großdruck.


    Foto: Stefan Sauer, dpa

    Und auch er ist seiner Bürgerpflicht nachgekommen: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und seine Frau Gabriele bei der Stimmabgabe in Wittenberg, Sachsen-Anhalt.


    Foto: Hendrik Schmidt, dpa

    Bis 18.00 Uhr haben die Wahllokale ihre Pforten noch geöffnet. Der Anteil der Briefwähler steuert auf einen Rekord zu. Fast alle Bundesländer haben einen Anstieg der Nachfrage nach Briefwahl-Unterlagen gemeldet, zumindest in den größten Städten, wie eine deutschlandweite dpa-Umfrage ergab.

    Bei der Wahl vor vier Jahren hatte fast jeder Vierte (24,3 Prozent) von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, vor dem Wahltag per Brief sein Kreuz zu machen. Wahlforscher rechnen ebenfalls mit einer Zunahme der Briefwähler. "Alle Zeichen deuten darauf hin", so Politikwissenschaftler Thorsten Faas von der Universität Mainz. 


    Foto: Rolf Vennenbernd, dpa

    Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) während seiner Stimmabgabe im niedersächsischen Goslar.


    Foto: Swen Pförtner, dpa

    Es deutet sich vielerorts eine höhere Beteiligung als 2013 an. Das geht aus Mitteilungen der Landeswahlleiter zu mehreren Großstädten hervor. In Hamburg hatten bis 11.00 Uhr 37,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es nach Angaben des Statistikamtes Nord zu diesem Zeitpunkt erst 35,4 Prozent.

    Auch in München machten die Menschen am Vormittag von ihrem Wahlrecht rege Gebrauch. Bis 12.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung einschließlich der Briefwahl bei 57,1 Prozent, vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 44,3 Prozent. In Stuttgart hatten bis 12.00 Uhr 19,6 Prozent der Wahlberechtigten ihre Kreuze gemacht. Das waren 0,5 Prozentpunkte mehr als 2013. Allerdings melden einige Bundesländer auch einen ruhigen Start der Wahl. Der Bundeswahlleiter will gegen 15.30 Uhr erste bundesweite Zahlen zur Wahlbeteiligung veröffentlichen.

    Auch Dietmar Bartsch, Spitzenkandidat der Linken, hat mittlerweile seinen Stimmzettel in eine Wahlurne in Prerow, Mecklenburg-Vorpommern, geworfen. Der 59-Jährige ist ein erfahrener Stratege seiner Partei. Von 1991 bis 1997 war er Schatzmeister der Nachfolgepartei PDS. Anschließend wurde er Bundesgeschäftsführer - bis er sich 2010 mit seinem damaligen Parteichef Oskar Lafontaine überwarf. Gemeinsam mit Sahra Wagenknecht trat Bartsch 2015 die Nachfolge von Gregor Gysi im Fraktionsvorsitz an.


    Foto: Stefan Sauer, dpa

    Damit alles mit Rechten Dingen zugeht: Rund 60 Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) sind heute bei der Wahl im Einsatz. Teams von jeweils zwei Beobachtern sollen Wahllokale in mehreren deutschen Städten besuchen. Sie informieren sich über die Abläufe, sprechen mit den Wahlhelfern und beobachten die Stimmabgabe.

    "Wir sind keine Wahl-Polizei", sagt George Tsereteli aus Georgien, der die Mission leitet. Schon vor Monaten hatte die OSZE erklärt, es bestehe kein Zweifel an den rechtmäßigen Abläufen, allerdings hätten einige Ansprechpartner Sorge über gleiche Chancen im Wahlkampf und bei dessen Finanzierung geäußert. Am kommenden Montag wird die Beobachtermission in Berlin über ihren Einsatz berichten. 

    Bei der Bundestagswahl in Hamburg zeichnet sich eine höhere Wahlbeteiligung als vor vier Jahren ab. Bis 11 Uhr haben nach Angaben des Statistikamts Nord 37,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 35,4 Prozent.
     
    Insgesamt hatten 2013 in Hamburg 70,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, 2009 waren es 71,3 Prozent gewesen.
     
    SPD-Chef und Bürgermeister Olaf Scholz hat für seine Partei den Gewinn aller sechs Direktmandate zum Ziel erklärt. 2013 hatte sie fünf Wahlkreise für sich entschieden. Die CDU möchte die SPD in ihrer Hochburg Hamburg vor allem bei den Zweitstimmen schlagen.
    Hamburgs Landeswahlleiter Oliver Rudolf war bereits vor der Wahl von einer höheren Wahlbeteiligung als 2013 ausgegangen, da Hamburgs Bürger zuvor in nie dagewesenem Ausmaß Briefwahlunterlagen bestellt hatten.
     
    Zur Wahl in Hamburg sollten - wie in vier weiteren Bundesländern - nach Auskunft des Bundeswahlleiters OSZE-Beobachter kommen, sagte Rudolf.

    In Hamburg sind fast 1,3 Millionen Hamburger aufgerufen, sich an der Wahl des 19. Deutschen Bundestags zu beteiligen. Auf den 16 Landeslisten bewerben sich in Hamburg insgesamt 131 Kandidaten - 49 Frauen und 82 Männer - um einen Sitz im Deutschen Bundestag.
     
    Mit einem einigermaßen belastbaren Hamburger Ergebnis rechnet Landeswahlleiter Oliver Rudolf rund drei Stunden nach Schließung der 1276 Wahllokale um 18 Uhr, wenn wohl etwa 90 Prozent der Stimmen ausgezählt sind.

    Ob Ex-Tennis-Star Boris Becker, Komiker Oliver Pocher, TV-Moderatorin Dunja Hayali oder Fußball-Nationalspieler Mats Hummels - zahlreiche Prominente geben auf Twitter öffentlichkeitswirksam Meinungen und teils  Wahlempfehlungen ab.

    Obwohl die Zahl der Wahlberechtigten in Hamburg im Vergleich zu 2013 nach Angaben des Landeswahlleiters um fast 15.000 gestiegen ist (2017: 1.296.548, 2013: 1.281.918), darf Hamburg nach dieser Wahl nur noch 12 der 598 Abgeordneten in Berlin stellen.
     
    Grund für die Reduzierung um einen Sitz ist die vom Bundeswahlleiter für die Verteilung der Mandate zugrundegelegte Bevölkerungszahl. Danach umfasste die für die Wahl maßgebliche „deutsche Bevölkerung“ in der Hansestadt zum Stichtag 30. Juni 2016 nur 1 525 090 Menschen - 34.565 weniger als bei der Bundestagswahl 2013.

    Die Folge: Kam die Hansestadt vor vier Jahren bei der Umrechnung der Wählerstimmen in Mandate noch auf 12,57 und somit gerundet auf 13 Sitze, sind es nun nur noch 12,43 - und somit abgerundet 12 Sitze. Das gleiche Schicksal erlebt Sachsen-Anhalt. Profiteure sind Brandenburg und Bayern, die jeweils einen Sitz mehr erhalten.

    Blick auf die Uhr, in vier Stunden ist es soweit! Dann gibt es die ersten Prognosen. Aber wie kommt man in so kurzer Zeit eigentlich zu so aussagekräftigen Daten? Ein Erklärvideo von infratest dimap, ein auf politische Meinungs- und Wahlforschung spezialisiertes Umfrageinstitut.

     
    In Ahrensfelde gibt es Wahlwaffeln bei der Feuerwehr. In dem Stormarner Wahllokal haben bis um die Mittagszeit bereits mehr als 30 Prozent der rund 1100 wahlberechtigten Ahrensfelder ihre Stimmen im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr abgegeben.
     
     
    Die Wehr hatte den Wahlsonntag mit einem Tag der offenen Tür ergänzt. Wehrführer Michael Mey sagte: "Vor Jahren hatten wir zunächst, einen Grill vor dem Gerätehaus am Wahltag aufgebaut, mittlerweile zeigen wir unsere Ausrüstung, es gibt Vorführungen, Kaffee, Kuchen und unsere Jugendfeuerwehr ist mit einer Waffelbäckerei dabei. Viele Eltern unter den Wählern bringen deshalb ihre Kinder mit und so ist ordentlich Betrieb bei uns." (Text/Foto: Peter Wüst)
     
     

    Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben bereits an einer Bundestagswahl teilgenommen. Bei der "U18-Wahl" des Bundesjugendrings, einer nicht repräsentativen Abstimmung, kam die CDU/CSU auf 28,5 Prozent. Die SPD kommt auf 19,8 Prozent. Drittstärkste Kraft sind die Grünen mit 16,6 Prozent. Ginge es nach den Nachwuchswählern, wären auch die Linken mit 8,1 Prozent, die AfD mit 6,8 und die FDP mit 5,7 Prozent im Bundestag vertreten. An der "U18-Wahl" hatten am vergangenen Freitag rund 220.000 Kinder und Jugendliche teilgenommen.


    Foto: Klaus-Dietmar Gabbert, dpa

    Raten Sie mal, auf wen diese Fotografen und Kameraleute warten? In Kürze wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Stimme abgeben.


    Foto: Michael Kappeler, dpa

    Die Kanzlerin kommt: Angela Merkel und ihr Ehemann Joachim Sauer auf dem Weg ins Wahllokal. Die CDU-Vorsitzende trägt ein rotes Jacket und eine schwarze Hose - die Farben der GroKo. Absicht oder Zufall? 


    Foto: Christian Charisius, dpa

    Wahlstimme abgegeben: Die CDU-Chefin Angela Merkel kann laut Umfragen zufolge auf weitere vier Jahre als Bundeskanzlerin hoffen. Es ist aber offen, mit welchem Koalitionspartner sie regieren könnte. Als wahrscheinlichste Möglichkeiten gelten eine Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD oder eine bundesweit noch nie erprobte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen


    Foto: Michael Kappeler, dpa

    Kein Statement der Kanzlerin nach ihrer Stimmabgabe an die anwesenden Journalisten im Wahllokal der Humboldt-Universität in Berlin-Mitte. Sie schwieg. Angela Merkel unterhielt sich lediglich kurz mit den Wahlhelfern.


    Foto: Michael Kappeler, dpa

    Es gibt neue Zahlen zur Wahlbeteiligung: Diesmal aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen. Hier  lag die Wahlbeteiligung bis 12.00 Uhr in acht ausgewählten Kreisen und kreisfreien Städten bei durchschnittlich 40 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2013 waren es laut Landeswahlleiter 37 Prozent

    In der deutschen Hauptstadt Berlin bilden sich in vielen Wahllokalen lange Schlangen. Bis zum Mittag haben 27,2 Prozent der wahlberechtigten Berliner ihre Stimme abgegeben. Damit liegt die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt um 0,1 Prozentpunkte höher als 2013 (27,1 Prozent), wie die Landeswahlleitung mit.  Um 15.30 Uhr gibt es dann die ersten bundesweite Zahlen.

    Aufgeschnappt: Vater und Kind im Dialog im Wahllokal 110 in Berlin-Kreuzberg. Ein kleines Mädchen tippt auf den ausgehängten Wahlzettel und fragt: "Ist das die AfD?" - "Ja", sagt der Vater. "Und die werden hier nicht so viele Kreuze kriegen." Friedrichshain-Kreuzberg gilt als Grünen-Hochburg. Bundesweit könnte die AfD jedoch kräftig Stimmen abräumen. So würde erstmals seit den 50er-Jahren eine rechtsnationale Partei in den Bundestag einziehen - und das möglicherweise sogar als drittstärkste Kraft.


    Symbolbild: Mohssen Assanimoghaddam, dpa
    Na, das sieht doch schon besser aus als noch um 11 Uhr. Beim Zwischenstand am frühen Nachmittag zeichnet sich in Schleswig-Holstein eine etwas höhere Wahlbeteiligung ab als vor vier Jahren. Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 50,8 Prozent, wie die Landeswahlleitung mitteilte. 2013 hatte sie zu diesem Zeitpunkt bei 48,9 Prozent gelegen.

    Bis zuletzt haben die Parteien im Norden um die Gunst der Wähler gerungen. Ministerpräsident Daniel Günther warb am Samstagnachmittag bei der Abschlusskundgebung der CDU auf dem Schiffbrückenplatz in Rendsburg um die Stimmen der noch Unentschlossenen. SPD-Landeschef Ralf Stegner machte eine Rundtour durch mehrere Orte.
    In Hamburg ist die Wahlbeteiligung weiterhin besser als in SH: Bis 14 Uhr hatten am Sonntag nach Angaben des Statistikamts Nord 56,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Vor vier Jahren waren es zu diesem Zeitpunkt erst 52,4 Prozent.

    Zwischendurch etwas Kurioses: Das Wohnzimmer der Bürgermeisterin von Elisabeth-Sophien-Koog, Ute Clausen,  muss heute als Wahllokal herhalten. 50 Einwohner zählt die kleine Gemeinde in Schleswig-Holstein. Straßennamen gibt es hier nicht und auch keinen Gemeindesaal, keine Schule, kein Feuerwehrhaus. Also treffen sich die 35 Wahlberechtigten im Wohnhaus der Politikerin. Und hausgemachte Schnittchen gibt es für die hungrigen Wähler Gäste auch.


    Fotos: Markus Scholz, dpa

    Werden die Grünen heute Abend etwas zu Feiern haben? Arbeiter bereiten in einer ehemaligen Brauerei in Berlin eine Bühne für die Wahlparty vor. Umfragen sahen sie zuletzt bei nur sieben bis acht Prozent


    Foto: Ralf Hirschberger, dpa

    Nun gibt es auch die ersten Zahlen zur bundesweiten Wahlbeteiligung. Bis 14.00 Uhr haben 41,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Hier sind die abgegebenen Stimmen der Briefwähler nicht berücksichtigt, teilt der Bundeswahlleiter Dieter Sarreither mit. 2013 hatte die Wahlbeteiligung bis 14.00 Uhr bei 41,4 Prozent gelegen; die Wahlbeteiligung insgesamt hatte 71,5 Prozent betragen.

    So unterschiedlich können die Wahllokale aussehen: Bilder aus Elisabeth-Sophien-Koog, Flensburg und Husum.
     
    Wählen im Wohnzimmer: Elisabeth-Sophien-Koog. Foto: dpa
     
    Er sorgte mit seinem Wahlplakat für ein bundesweites Echo: Matthias Ilgen im Wahllokal im Bonhoeffer-Kindergarten. Foto: Bandixen
     
    Warten auf die Wähler: Ein Wahllokal in einem Flensburger Gymnasium. Foto: Nagar
     

    Etwas mehr als zwei Stunden haben die Wahllokale noch geöffnet. Fußball-Nationalspieler Thomas Müller fordert dazu auf, vom Wahlrecht Gebrauch zu machen: "Jede Stimme zählt!", schreibt der FC Bayern-Profi auf Twitter



    Damit Sie für später gut vorbereitet sind, hier noch einmal die Unterschiede zwischen Prognose, Hochrechnung und Ergebnis:

    Prognose: Wenn die Wahllokale um 18.00 Uhr schließen, wird ein erster Trend mit der Prognose verbreitet. Sie basiert auf einer Umfrage, in der Wähler in repräsentativ ausgewählten Stimmbezirken kurz nach ihrem Besuch im Wahllokal ihr Kreuz ein zweites Mal machen - diesmal für die Wahlforscher. 

    Hochrechnung: Kurz nach Schließung der Wahllokale berücksichtigen sie ausschließlich Wahlergebnisse. Die Meinungsforscher rechnen dafür erste ausgezählte Teilmengen auf die Wähler insgesamt hoch. Je später eine Hochrechnung kommt, desto größer ist der Anteil der tatsächlich abgegebenen Wählerstimmen - und desto genauer das Resultat.

    Ergebnis: Erst wenn der letzte Wahlbezirk ausgezählt ist, stellt der jeweils zuständige Wahlleiter am Wahlabend ein vorläufiges amtliches Ergebnis fest. Wenn in der Folge Unregelmäßigkeiten geprüft und Zweifelsfälle geklärt sind, gibt es das endgültige amtliche Ergebnis. Das kommt erst Tage, wenn nicht Wochen später.

    Vor dem Willy-Brandt-Haus in Berlin gibt es später ein Public Viewing bei der SPD - bei dem Nieselwetter ist noch kein großer Andrang zu sehen.


    Foto: Tim Braune, dpa

    Der Countdown  läuft: Wahlhelfer bereiten in München die Auszählung der Briefwahl vor.


    Foto: Tobias Hase, dpa

    Und das ist der Stand der Dinge bei Bündnis 90/Die Grünen: Der Laufsteg in der ehemaligen Kindl-Brauerei in Berlin ist bereits aufgebaut. Gäste dürfen aber noch nicht rein.


    Foto: Theresa Dapp, dpa

    Auf der Wahlparty der Linken geht es schon hoch her - im Festsaal in Kreuzberg sorgt die Band Frollein Smilla für Stimmung. 


    Foto: Basil Wegener, dpa
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