Liveblog zur Bundestagswahl
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Liveblog zur Bundestagswahl Live

Aktuelle Entwicklungen vor und während der Bundestagswahl im Liveblog: Wahlkampf, Hintergründe, Analysen, Hochrechnungen, Reaktionen.

  • Für welche Partei hat der Bundespräsident gestimmt? Frank-Walter Steinmeier mit "First Lady" Elke Büdenbender in einem Wahllokal in Berlin-Zehlendorf. Steinmeier ruft die Deutschen auf, sich in jedem Fall an der Abstimmung zu beteiligen. «Wahlrecht ist Bürgerrecht. Für mich ist es in einer Demokratie vornehmste Bürgerpflicht. Gehen Sie zur Wahl!», schreibt das Staatsoberhaupt in der "Bild am Sonntag". "Wer nicht wählt, lässt nur andere über die Zukunft unseres Landes entscheiden", warnt er. 


    Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa
  • Falls Sie es noch nicht mitbekommen haben, heute müssen die Berliner gleich doppelt entscheiden. Neben einem neuen Bundestag sind die 2,5 Millionen Wahlberechtigten der Hauptstadt aufgerufen in einem Volksentscheid über die Zukunft des Flughafens Tegel abzustimmen. Dabei geht es um die Frage, ob der Flughafen Tegel nach Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports BER wie bisher geplant geschlossen oder weiterbetrieben werden soll. Wir halten Sie an dieser Stelle selbstverständlich über das Ergebnis auf dem Laufenden.


    Foto: Wolfgang Kumm, dpa
  • Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat derweil seine Stimme ebenfalls abgegeben - in einem Wahllokal  in Aachen. Im Hintergrund steht seine Ehefrau Susanne.


    Foto: Marius Becker, dpa
  • Eine türkischstämmige Wählerin in einem Wahllokal in Berlin-Kreuzberg. Interessant wird zu beobachten sein, wie viele der Türken in Deutschland sich an den Aufruf des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan halten. Dieser ruft seit Wochen dazu auf, nicht für CDU, SPD oder die Grünen zu stimmen. Sie seien "alle Feinde der Türkei". Schätzungsweise dürfen sich zwischen 720.000 und 1,3 Millionen Deutschtürken an der Bundestagswahl beteiligen.


    Foto: Ralf Hirschberger, dpa
  • Falls Sie sich immer noch nicht entschieden haben, für welche Partei Sie stimmen wollen. Der Wahl-O-Mat hilft bei der Entscheidung. Hier können Sie Ihre eigene politische Haltung anhand von 38 Thesen mit denen der Parteien vergleichen. Nahezu alle der zur Wahl stehenden Parteien haben ihre Positionen zu einzelnen Themenkomplexen an die Bundeszentrale für Politische Bildung übermittelt.


    Foto: Peter Kneffel, dpa
  • "Ich hoffe, dass heute möglichst viele Menschen von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen und eine demokratische Zukunft der Bundesrepublik Deutschland bestärken, indem sie demokratischen Parteien ihre Stimme geben", sagt Martin Schulz nach seiner Stimmabgabe. Viele Wähler seien bis zuletzt unentschlossen, wen sie wählen sollen, erklärt der 61-Jährige.

    "Ich glaube, auch heute am Wahltag gibt es nach wie vor Bürgerinnen und Bürger, die überlegen, was sie mit ihrer Stimme machen." Er sei zuversichtlich, dass viele der Unentschlossene ihre Stimme seiner Partei geben. "Ich bin optimistisch, dass die SPD mit einem guten Resultat aus diesem Wahlkampf herauskommt." 

  • Er liegt zwar mit seiner SPD laut Umfragen weiter hinter der Union, doch er zeigt sich Siegesgewiss. Kanzlerkandidat Martin Schulz auf dem Weg in ein Wahllokal in seiner Heimatstadt Würselen in Nordrhein-Westfalen.


    Wie viele Stimmen werden es am Ende? Martin Schulz "Victory-Zeichen". Foto: Rolf Vennenbernd, dpa 

    Mit dabei auch Ehefrau Inge. Beide gaben ihre Stimmen in Würselen, Nordrhein-Westfalen, ab. Foto: Rolf Vennenbernd, dpa
  • Auch schon ziemlich früh unterwegs, um seine Stimme abzugeben. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann in einem Wahllokal in Erlangen. Der 61-Jährige wird als künftiger Bundesinnenminister gehandelt. "Die CSU will Joachim Herrmann als Innenminister nach Berlin schicken", so CSU-Chef Horst Seehofer Anfang September im Gespräch mit dem "Spiegel".


    Foto: Daniel Karmann, dpa
  • Übrigens, der nächste Bundestag wird Berechnungen zufolge so groß werden wie nie zuvor. Nach Schätzungen des Friedrichshafener Politologen Joachim Behnke dürften im künftigen Parlament zwischen 680 und 700 Abgeordnete Platz nehmen. "Keine andere Demokratie der Welt hätte dann so viele Sitze im Parlament", so Behnke im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der bislang größte Bundestag hatte 672 Sitze. Das war nach der Wahl 1994. 

    Behnkes Schätzungen basieren auf dem letzten ZDF-"Politbarometer" vor der Wahl. Er erklärt den vermuteten deutlichen Anstieg unter anderem mit dem voraussichtlichen Einzug von FDP und AfD ins Parlament: "Allein dadurch bekommen wir voraussichtlich auf 25 bis 30 zusätzliche Sitze."


    Foto: Michael Kappeler, dpa/Archiv
  • Wir hatten es bereits erwähnt, rund 61,5 Millionen Wahlberechtigte dürfen den 19. Bundestag wählen. Im Vergleich zu 2013 sind das rund 400.000 Wahlberechtigte weniger. Drei Millionen Erstwähler können ihre Stimme abgeben. Insgesamt ist die Wahlbevölkerung aber so alt wie nie zuvor. Zum ersten Mal ist mehr als die Hälfte aller Wahlberechtigten über 52 Jahre alt, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung errechnet hat. Mehr als jeder Dritte (36,1 Prozent) ist einer Schätzung des Bundesamtes für Statistik zufolge 60 Jahre oder älter.

  • Wie läuft eigentlich die Wahl ab? Einfach erklärt in einer interaktiven Grafik:


  • Ein weiterer Spitzenpolitiker, der seine Stimme abgegeben hat: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) in einem Wahllokal bei Sigmaringen.


    Foto: Thomas Warnack, dpa
  • Wissenswertes rund um die Wahl: Jeder Wahlberechtigte darf zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen - aber welche Stimme ist wichtiger? Im Allgemeinen heißt es: die Zweitstimme, die auf der rechten Seite des Wahlzettels vergeben wird. Sie allein entscheidet darüber, mit wie vielen Köpfen eine Partei später im Bundestag vertreten ist. Auf jeden Fall muss sie aber bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen, sonst klappt es nicht mit dem Einzug.


    Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Auf Schleswig-Holstein entfallen gemäß Bevölkerungsanteil 22 Bundestagssitze - elf Direktmandate in elf Wahlkreisen und elf Listenplätze. Es kann aber zu Überhangmandaten kommen. Zwölf Parteien sind mit Landeslisten zugelassen.  Rund 21.000 ehrenamtliche Helfer in den insgesamt 2507 Wahlbezirken sollen für einen reibungslosen Ablauf der Wahl sorgen. Es bewerben sich 159 Kandidaten, davon 42 Frauen.
  • Momentaufnahme aus einem Wahllokal in Würselen, Nordrhein-Westfalen.


    Foto: Rolf Vennenbernd, dpa
  • Seit heute um 8 Uhr sind in ganz Deutschland die Wahllokale zur Bundestagswahl geöffnet. Gewählt werden kann noch bis 18 Uhr. Rund 2,262 Millionen Menschen in Schleswig-Holstein sind aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Das sind so viele wie nie zuvor bei einer Bundestagswahl. Etwa 117.000 junge Menschen dürfen erstmals an einer Bundestagswahl teilnehmen.
  • Stichwort Cem Özdemir: Seine Anhänger finden, er sei für diesen Wahlkampf genau der Richtige. Als Sohn türkischer Gastarbeiter wirke seine Kritik an der türkischen Regierung glaubwürdig. Integration ist eines der wichtigsten Themen des  Realpolitikers. Viele trauen ihm zu, in einer Koalition Außenminister zu werden. Niemand stand länger an der Spitze der Ökopartei. Seit 2008 ist er Vorsitzender, noch einmal wird er sich wohl nicht zur Wahl stellen. Bei den Grünen ist der 50-Jährige seit 1981 und zog 1994 als erster Abgeordneter türkischer Herkunft in den Bundestag ein.

  • "Bin meiner Bürgerpflicht nachgekommen": Cem Özdemir, Spitzenkandidat von Bündnis 90/Die Grünen, hat vor einigen Minuten seine Stimme abgegeben. Auch er appelliert an die Menschen wählen zu gehen.

  • Was sagen die letzten Umfragen? Die Union mit Angela Merkel kann laut Umfragen auf weitere vier Jahre als Bundeskanzlerin hoffen. Es ist aber offen, mit welchem Koalitionspartner sie regieren könnte. Als wahrscheinlichste Möglichkeiten gelten eine Fortsetzung der großen Koalition mit der SPD oder eine bundesweit noch nie erprobte Jamaika-Koalition aus CDU/CSU, FDP und Grünen


    Mit besonderer Spannung wird das Abschneiden der AfD erwartet: Nach den letzten Umfragen kann sie ein zweistelliges Ergebnis erwarten. Damit würde erstmals seit den 50er Jahren eine rechtsnationale Partei in den Bundestag einziehen.

  • Wie hoch wird die Wahlbeteiligung sein? Vor vier Jahren hatte sie 71,5 Prozent betragen. Angesichts einer stärkeren Politisierung in diesem Jahr erwarten Demoskopen einen leichten Zuwachs.

    Regierungssprecher Steffen Seibert appelliert vom Wahlrecht Gebrauch zu machen:

  • Rund 73.500 Wahllokale haben seit 8.00 Uhr geöffnet. Etwa 61,5 Millionen Wahlberechtigte sind aufgerufen, Erst- und Zweitstimme abzugeben und so über die Zusammensetzung des neuen Parlaments zu entscheiden.


    Foto: Maurizio Gambarini, dpa
  • Guten Morgen und herzlich willkommen im Liveblog zur Wahl des 19. Deutschen Bundestages.

  • Der Chef des Meinungsforschungsinstituts Forsa, Manfred Güllner, erwartet, dass sich die AfD nach ihrem Einzug in den Bundestag rasch zerstreitet. Er sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“:
     
    „Die AfD wird sich zerlegen, weil das bei sektiererischen Gruppen vom rechten Rand bisher immer so war“. 
     
    Der Meinungsforscher sieht aber keine Gefahr für die Demokratie, wenn die AfD erstmals im Bundestag vertreten ist. „Es ist unerfreulich, aber keine Katastrophe, weil die Deutschen insgesamt als Demokraten gefestigt sind.“ 
  • Befürchtungen gibt es auch beim Zentralrat der Juden in Deutschland. Dessen Präsident Josef Schuster hält es für möglich, dass sich die AfD in Zukunft auch gegen Menschen jüdischen Glaubens wenden könnte. „Es ist eine Partei, die gegen Minderheiten Stimmung macht“, sagte er dem Berliner „Tagesspiegel“. Im Moment richte sich das vorwiegend gegen Muslime. Aber es könnte auch andere Minderheiten treffen. „Dazu zähle ich auch Juden“, sagte Schuster.
  • Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, äußerte sich besorgt über die hitzige Stimmung vor allem in Ostdeutschland. „Diese Wut und der Hass, der dieser Tage auf der Straße zu beobachten ist, beunruhigt mich schon sehr“, sagte er der „Berliner Zeitung“. Mit Blick auf das Erstarken der AfD sagte Krüger: „Wir können nur hoffen, dass wir am Wahltag nicht unser blaues Wunder erleben.“
  • Wie stark der erwartete Einzug der AfD in den Bundestag das politische Klima in Deutschland verändern wird, beschäftigt unterdessen Politiker und Experten. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) bezeichnete die AfD als „Wolf im Schafspelz“. Der Verfassungsschutz verfolge, „ob sich Rechtsextremisten dieser Partei bemächtigen und ob sie Einfluss auf die Partei haben“, sagte er t-online.de.
  • Beim Wahlkampfauftritt in Aachen ist auch Schulz' Ehefrau Inge dabei. Foto: dpa
     
  • Schulz' Aussichten sind allerdings nicht besonders gut. In den jüngsten, am Freitag veröffentlichten Umfragen stand die SPD bei 21 bis 22 Prozent, die Union bei 34 bis 36 Prozent. Die AfD käme danach auf 11 bis 13 Prozent, die Linke auf 9,5 bis 11, die FDP auf 9 bis 9,5 und die Grünen auf 7 bis 8 Prozent. Realistisch erscheinen vor allem eine große Koalition aus Union und SPD oder ein Jamaika-Bündnis aus Union, FDP und Grünen.
  • SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat zum Abschluss seines Wahlkampfs noch einmal für einen Regierungswechsel unter seiner Führung geworben. „Wir kämpfen bis zur letzten Minute“, sagte der 61-Jährige am Samstag bei einer Kundgebung in Aachen. „Ich glaube, ihr spürt das alle: Es geht um richtig viel.“ Es gelte, eine „Regierung der sozialen Kälte“ und einen Erfolg der AfD zu verhindern. „Es droht zum ersten Mal seit 1945, dass im Bundestag wieder die Totengräber der Demokratie das Wort ergreifen“, warnte er. Foto: dpa
     

     
  • Die Polizei hat einen handfesten Streit an einem Wahlwerbestand der AfD in Bad Segeberg beendet. Zwei 22 und 19 Jahre alte Männer hatten sich laut Polizei am Samstag zunächst eine Diskussion mit den Wahlhelfern am AfD-Stand geliefert. Anschließend hätten die jungen Männer Plakataufsteller umgeworfen, einen Tisch abgeräumt und die Wahlhelfer an deren Kleidung gepackt. Polizisten aus sieben Streifenwagen hätten die Situation beruhigt. Die 19 und 22 Jahre alten Männer seien bis zum Abschluss der Werbeaktion in Gewahrsam genommen worden. Sie erwarten Strafverfahren.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel besucht ihren Wahlkreis an der Ostseeküste. In Stralsund machte die CDU-Vorsitzende an der Seite von Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) einen Bummel über die Einkaufsmeile und verteilte Info- und Werbematerial. Zahlreiche Bürger, zumeist Touristen, schüttelten ihr die Hand, baten um Fotos, Autogramme und gemeinsame Selfies. Merkel fuhr danach weiter nach Greifswald, später war noch ein Besuch bei einem Erntefest auf der Insel Rügen geplant. Foto: dpa
     
  • Das Bundeskriminalamt (BKA) hat bislang rund 3660 Straftaten im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf registriert. Das berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf ein aktuelles Lagebild der Behörde. Die Zahl der Delikte ist damit im Vergleich zur letzten Wahl 2013 um rund 18 Prozent gestiegen.

    Auch eine Sprecherin des BKA nannte auf Anfrage diese Zahlen. Demnach wurden auch mehr als 50 Körperverletzungen gemeldet. Bei rund drei Viertel der Fälle handele es sich um Sachbeschädigungen, zum Beispiel von Wahlplakaten, oder um sogenannte Propagandadelikte, etwa die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 2013 hatte das BKA rund 3100 solcher Straftaten erfasst.
  • „Gehen Sie am kommenden Sonntag wählen! Das Wahlrecht ist das höchste Gut in der Demokratie!“ Mit diesem Appell zur Teilnahme an der Bundestagswahl am kommenden Sonntag stellt Landeswahlleiter Tilo von Riegen die Bedeutung einer möglichst hohen Wahlbeteiligung heraus. „Stellen Sie unseren Bundestag auf ein breites demokratisches Fundament. Setzen Sie ein Zeichen für die Stärke unserer Demokratie. Wer nicht wählt, lässt andere über sich entscheiden“, so der Landeswahlleiter.
  • Bernd Buchholz begrüßt die Mitbewerber von CDU und Bündnis 90/Die Grünen und schenkt deren Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt eine gelbe Rose der FDP. Foto: Peter Wüst
     
  • Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP), der in Ahrensburg wohnt, kommt mit dem Fahrrad zu den Wahlkampfständen. Foto: Peter Wüst
     
     
  • Politiker aller Parteien machen noch einmal im Straßenwahlkampf. Zum Beispiel in Ahrensburg.  
     
    Dort waren am Rondell unter anderem CDU Fraktionsvorsitzender Tobias Koch,Roladn Wilde (CDU),Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz (FDP), Katrin Göring-Eckardt MdB, Fraktionsvorsitzende & Spitzenkandidatin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Christian Schubbert-von Hobe BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterwegs.
  • Der französische Staatspräsident Emmanuel Macron will zwei Tage nach der Bundestagswahl seine Reformvorschläge für Europa vorlegen. Der sozialliberale Staatschef wird nach Angaben des Élyséepalastes am Dienstag (26.9.) vor Studenten in der Pariser Sorbonne sprechen.

     

    Macron (39) hatte im Mai als ausdrücklicher Europabefürworter das Wahlduell gegen die europafeindliche Rechtspopulistin Marine Le Pen für sich entschieden. Er will gemeinsam mit Deutschland die Eurozone reformieren. Auf mittlere Sicht plädiert er für einen eigenen Haushalt mit Hunderten Milliarden Euro, ein eigenes Parlament und einen Finanzminister.

     

    Die Vorschläge dürften für Debatten sorgen: In Deutschland spricht Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zwar auch von einem Euro-Finanzminister und einem eigenen Haushalt, meint damit aber „nicht Hunderte Milliarden Euro, sondern erst einmal kleine Beträge“, wie sie einmal sagte. Einzelheiten vertagte sie auf die Zeit nach der Bundestagswahl.

     

    EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte sich Mitte des Monats bei seiner Straßburger Europarede ebenfalls gegen weitreichende Reformpläne gewandt. Es sei kein Extra-Budget für das gemeinsame Währungsgebiet mit 19 Ländern nötig, hatte der Luxemburger gesagt.„Das Parlament der Eurozone ist das Europäische Parlament“, sagte Juncker.

  • SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat beim direkten Vergleich mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgeholt. Das zeigt eine Umfrage des Instituts Emnid für die „Bild am Sonntag“. Könnte der Bundeskanzler direkt gewählt werden, würden sich aktuell nur noch 45 Prozent für Merkel entscheiden, Schulz käme auf 32 Prozent. In den letzten vier Wochen hat sich der Abstand zwischen beiden damit von 29 auf 13 Punkte verkürzt. Vor vier Wochen hatte Merkel noch mit 51 zu 22 Prozent geführt.
  • Am Tag vor der Bundestagswahl ringen die Parteien in Schleswig-Holstein um noch unentschlossene Wähler. Ministerpräsident Daniel Günther wollte am Nachmittag (16.00 Uhr) auf der Abschlusskundgebung der CDU in Rendsburg um Unterstützung werben.
     
    SPD-Landeschef Ralf Stegner plante eine Rundtour durch mehrere Orte und wollte in der Kieler Innenstadt den Direktkandidaten Mathias Steiner beim Straßenwahlkampf unterstützen.
     
    Insgesamt 2,262 Millionen Schleswig-Holsteiner dürfen ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgeben. Das sind so viele Wahlberechtigte im Norden wie nie zuvor seit 1949 bei Europa- und Bundestagswahlen. Um die 22 Bundestagssitze gemäß Bevölkerungsanteil bewerben sich 159 Kandidaten, davon 42 Frauen. Es kann aber zu Überhangmandaten kommen wie 2013.
  • Nur noch zwei Tage bis zur Bundestagswahl – Parteien und Spitzenkandidaten geben noch einmal alles. Die wichtigsten Termine im Überblick:
    • Freitag, 22. September: Wahlkampfabschluss-Partys von allen Parteien: CSU und CDU feiern mit Angela Merkel in München, die SPD feiert mit Martin Schulz in Berlin, die Linken mit Sahra Wagenknecht und Co-Spitzenkandidat Dietmar Bartsch in Berlin. Bei den Grünen treten die Spitzenkandidaten Cem Özdemir und Katrin Göring-Eckardt auf.
    • Samstag, 23. September: Auch am Samstag sind alle Spitzenkandidaten zu weiteren Kundgebungen und Wahlkampfveranstaltungen in den Bundesländern unterwegs.
    • Sonntag, 24. September: Bundestagswahl.
  • Rekordergebnis für den Wahl-O-Maten: Zwei Tage vor der Bundestagswahl ist der Wahl-O-Mat im Internet mit mehr als 13,3 Millionen Nutzungen so oft wie noch nie zuvor nachgefragt worden. Noch vor keiner Bundestagswahl sei ein Wahl-O-Mat stärker genutzt worden, teilte die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) am Freitag mit. Sie betreibt den Abstimmungsratgeber, der besonders junge Wähler für die Wahl mobilisieren und über politische Themen informieren soll. „Ich wünsche mir sehr, dass dieses große Interesse auch in einer hohen Wahlbeteiligung Niederschlag findet“, erklärte bpb-Präsident Thomas Krüger laut Mitteilung.
    Wahlberechtigte können über den Wahl-O-Mat eigene politische Haltungen anhand von 38 Thesen mit denen der Parteien vergleichen. Nahezu alle zur Wahl stehenden Parteien haben ihre Positionen zu einzelnen Themenkomplexen an die Bundeszentrale für Politische Bildung übermittelt. Das Angebot wird unter anderem von Politikwissenschaftlern betreut. Der Wahl-O-Mat zur Wahl 2017 ist seit Ende August online. Noch bis zum Wahltag können Interessierte den Wahl-O-Mat nutzen.
     
  • Im Social-Media-Endspurt vor der Bundestagswahl hat SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz die meisten Follower hinzugewonnen. In den vergangenen 30 Tagen wurden auf Facebook und Twitter insgesamt knapp 150.000 Nutzer registriert, die ihm neuerdings folgen. Das ergab eine Auswertung der Deutschen Presse-Agentur mit dem Analysetool CrowdTangle. An zweiter Stelle rangiert Christian Lindner (FDP) mit rund 85.000 neuen Anhängern in dieser Zeit, dahinter liefern sich Sahra Wagenknecht (Linke/50.000) und Alice Weidel (AfD/48.000) ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
    Insgesamt liegt aber Kanzlerin Angela Merkel (CDU) klar vorn, obwohl sie auf Twitter gar nicht vertreten ist: Ihr folgen allein auf Facebook rund 2,5 Millionen Menschen. Zum Vergleich: Martin Schulz hat 986.000 Follower – auf Facebook und Twitter zusammen.
    Auf die Wahlintention lassen diese Zahlen allerdings nicht zwingend schließen. Viele Nutzer folgen Politikern in den sozialen Netzwerken auch schlicht, um über deren Beiträge auf dem Laufenden zu bleiben. Zudem können auch automatisierte Bots unter den Followern sein. Die höchste Mobilisierung unter den Spitzenkandidaten verzeichnete in den vergangenen 30 Tagen die AfD-Politikerin Weidel: Sie bekam in Relation zur Anzahl ihrer Follower die meisten Interaktionen pro Beitrag – sowohl auf Facebook als auch auf Twitter. Als Interaktionen zählen zum Beispiel Likes, Kommentare und weiterverbreitete Beiträge. Besonders mit Videos erreichte Weidel viele Anhänger, aber auch mit klaren Aufrufen wie „+++Jetzt Fan werden!+++“.
  • Bundestagswahl 2017: ZDF-„Politbarometer“: SPD sackt weiter ab, AfD auf Platz drei | shz.de

    Kurz vor der Wahl machen Umfrage-Ergebnisse der SPD wenig Mut. In der TV-„Schlussrunde“ heißt es: Alle gegen Gauland.
  • Kann die Bundestagswahl von Hackern manipuliert werden? Viele Bürger bezweifeln, dass es ausreichenden Schutz gibt – das zumindest legen Umfragen in jüngster Zeit nahe. Zuletzt wurden zudem klaffende Lücken in einer Software gefunden, die zur Übermittlung der vorläufigen Ergebnisse in den Ländern eingesetzt wird. Doch anders als etwa in den USA wird in Deutschland bei der Bundestagswahl am Sonntag ausschließlich mit „analogen“ Stimmzetteln gewählt, die von Hand ausgezählt werden.
    Cyber-Angreifer könnten beim Urnengang womöglich die vorläufigen Ergebnisse während der Übermittlung durcheinanderbringen, das amtliche Endergebnis sei dank der händischen Auszählung aber absolut verlässlich, sagte der IT-Sicherheitsexperte Jörn Müller-Quade vom Karlsruher Institut für Technologie. Aber: „Wir haben ein Problem mit der Briefwahl.“ Der Wähler wisse nicht einmal, ob seine Stimme überhaupt gezählt werde.
    Die Digitalwirtschaft wirbt seit Jahren für Online-Wahlen und führt dafür ins Feld, dass eine Stimmabgabe über das Internet auch ein Mittel gegen Politikverdrossenheit sein könne. In der Bundesrepublik waren erstmals 2005 Wahlcomputer eingesetzt worden, über die rund zwei Millionen Wähler ihre Stimme bei der Bundestagswahl abgegeben hatten. Das Bundesverfassungsgericht erklärte das Verfahren 2009 allerdings für verfassungswidrig, da das Prozedere für die Bevölkerung nicht völlig transparent sei. Seither werden in Deutschland keine Wahlcomputer mehr eingesetzt.
  • Worüber das Volk am Wahltag sonst noch abstimmt

    Sonntag, 24. September, Bundestagswahl. Alle Augen blicken aufs Berliner Regierungsviertel. Doch auch auf anderer Ebene können die Wähler Weichen stellen – per Volksentscheid oder Bürgerentscheid. Einige Beispiele:
     
    BERLINER FLUGHAFEN TEGEL: Eigentlich soll der alte Airport nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens dicht gemacht werden. Eine maßgeblich von der FDP getragene Bürgerinitiative hat jedoch einen Volksentscheid erzwungen. Sie argumentiert, Tegel werde weiter gebraucht, weil die Passagierzahlen in Berlin stark zunähmen. Stimmen die Berliner für den Weiterbetrieb, wäre der Senat aufgefordert, sich dafür stark zu machen. Rechtlich bindend wäre das Votum aber nicht.
    DUISBURG: Bei einem Bürgerentscheid geht es um die Weiterverwendung des alten Güterbahnhofs am Hauptbahnhof der Stadt. Auf dem Gelände starben bei der Loveparade im Jahr 2010 in einem Gedränge 21 junge Menschen, mehr als 650 wurden verletzt. Der Grundstückseigentümer will nun ein Designer-Outlet-Center bauen. Eine Gedenkstätte auf dem Gelände soll in die Gesamtanlage integriert werden. Gegenwehr kommt vor allem vom Einzelhandel und der Innenstadt-Gastronomie.
    BREMER BÜRGERSCHAFT: Als einziges der 16 Bundesländer dauert die Legislaturperiode im kleinsten Land Bremen noch immer vier und nicht wie sonst üblich fünf Jahre. Sprechen sich die Wähler beim ersten Volksentscheid in Bremen am Sonntag für eine Verlängerung aus, käme die Neuregelung erstmals bei der Bürgerschaftswahl im Frühjahr 2019 zum Zuge. Die Landesverfassung würde dann entsprechend geändert.
    HALLE-NEUSTADT: In der Stadt in Sachsen-Anhalt geht es in einem Bürgerentscheid um die Nutzung eines seit 20 Jahren leerstehenden Hochhauses, die sogenannten Hochscheiben. Sie sollen den Plänen nach künftig die neue Adresse der Stadtverwaltung werden.
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