Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt

Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt

    • SA
    Wulf Gallert, Spitzenkandidat der Linken, warnt davor, das gute Abschneiden der AfD lediglich als Wählerfrust abzutun: «Das ist eine antidemokratische Antwort auf eine Krise der Demokratie». Viele hätten die AfD gewählt als Ansage gegen «die da oben», nicht wegen irgendwelcher Inhalte.

    Gallert kann bei der Wahlparty seiner Partei nicht ganz unbeschwert feiern.
    von Tatjana Schäfer, dpa
    • RP
    Die Alternative für Deutschland holt in Ludwigshafen besonders viele Stimmen. Im Wahlkreis Ludwigshafen am Rhein II erzielte sie nach dem vorläufigen Ergebnis 20,7 Prozent der Zweitstimmen. Im Wahlkreis Ludwigshafen am Rhein I holte sie 18,8 der Zweitstimmen. Stärkste Kraft in beiden Wahlkreisen wurde die SPD.
    • BW
    Der ehemalige CDU-Regierungschef von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, hält CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf als Ministerpräsident für denkbar. Für die Partei sei es legitim, den Regierungschef stellen zu wollen, so der EU-Kommissar im Südwestrundfunk. «Deswegen rate ich meinen Parteifreunden, das mit SPD und FDP zu besprechen.» Für ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP gäbe es Hochrechnungen zufolge eine Mehrheit.
    • BW
    Für Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid kommt es ganz dick: In seinem Wahlkreis Reutlingen kommt der 42-jährige Spitzenkandidat nur auf 14,2 Prozent der Stimmen. Damit landete der Finanz- und Wirtschaftsminister hinter den Kandidaten von Grünen, CDU und AfD nur auf Rang vier. Auch landesweit wird die SPD laut jüngsten Hochrechnungen nur viertstärkste Kraft.

    Foto: Uli Deck, dpa 
    Was für ein Erfolg! Die AfD ist angekommen in der deutschen Parteienlandschaft. Es gibt wieder eine Opposition. Und es gibt wieder eine bürgerlich-liberal-konservativ-patriotische Partei. Wir haben die Nichtwähler mobilisiert. Das sind alles tolle Beiträge für eine Demokratie. Frau Merkel sollte jetzt zurücktreten und den Weg für Neuwahlen freimachen."
    Beatrix von Storchvia Facebook ein Sonntag, 13. März 2016 am 21:48

    • RP
    In den sozialen Netzwerken macht zur Stunde dieser Spruch die Runde. Gemeint ist die Ministerpräsidenten Malu Dreyer, die eine Regierung aus drei Parteien bilden muss. Sofern sie keine große Koalition mit der CDU eingeht:


    • BW
    Bei der Stimmenauszählung in Baden-Württemberg fehlt nach ARD-Angaben nur noch ein Wahlkreis. Der bisherige Stand:

    Screenshot: ARD
    • SA
    Es liegt eine neue Hochrechnung laut ARD/infratest dimap für Rheinland-Pfalz vor:

     Screenshot: ARD
    • SA
    In Sachsen-Anhalt sind laut ARD 90 Prozent der Wahlbezirke ausgezählt. Während es die Grünen noch knapp in den Landtag schaffen, scheitert die FDP mit dem Einzug. Die Linke und die SPD müssen herbe Verluste hinnehmen.

    Screenshot: ARD
    • SA
    AfD-Spitzenkandidat André Poggenburg hat sich in Sachsen-Anhalt auch als Direktkandidat in seinem Wahlkreis Zeitz durchgesetzt. Er vereint laut vorläufigem Ergebnis 31,6 Prozent der Stimmen auf sich. Der CDU-Kandidat Arnd Czapek kam auf 29 Prozent. Czapek hatte den Wahlkreis 2011 gewonnen.

    Foto: Jan Woitas, dpa 
    • BW
    Das erste amtliche Endergebnis liegt vor: Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann gewinnen in Baden-Württemberg. Sie kommen auf 30,3 Prozent der Stimmen und liegen damit vor der CDU, die 27,0 Prozent erreicht.
    • BW
    Das Wichtigste in Kürze aus Baden-Württemberg: 

    ▪ Die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann werden laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik stärkste Partei. 

    ▪ Die Grünen liegen mit dem auch bei konservativen Wählern geschätzten Regierungschef Kretschmann bei 30,3 Prozent (2011: 24,2) - und schieben sich damit in der einstigen CDU-Hochburg vor die Christdemokraten. Diese brachen mit ihrem eher blassen Spitzenkandidaten Guido Wolf völlig ein und wurden mit 27 Prozent (39,0) erstmals seit Gründung des Bundeslandes nicht stärkste Partei. 

    ▪ Auch die SPD fuhr mit 12,7 Prozent (23,1) ihr mit Abstand schlechtestes Wahlergebnis im «Ländle» ein. Eine Zäsur für die Volksparteien: Selbst für beide zusammen reicht es nicht. Die AfD errang aus dem Stand 15,1 Prozent. Die seit der verlorenen Bundestagswahl 2013 schwächelnde FDP konnte auf 8,3 Prozent (5,3) zulegen. Die Linke kam mit rund 2,9 Prozent nicht in den Landtag.

    • RP
    Das vorläufige amtliche Endergebnis aus Rheinland-Pfalz: Die SPD von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gewinnt die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Nach Auszählung aller Stimmbezirke kommt sie auf 36,2 Prozent der Stimmen, die CDU erreichte 31,8 Prozent, die AfD 12,6 Prozent, die FDP 6,2 und die Grünen 5,3 Prozent.
    • RP
    Kurz & kompakt das Wichtigste aus Rheinland-Pfalz: 

    Die SPD gewinnt überraschend klar. Nach Auszählung aller Stimmbezirke können sich die Sozialdemokraten unter Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf 36,2 Prozent verbessern. Wegen dramatischer Verluste der Grünen reicht es für eine Fortsetzung von Rot-Grün aber nicht aus. Dreyer will nun die FDP als dritten Partner gewinnen. 

    ▪ Die CDU von Spitzenkandidatin Julia Klöckner sackt auf etwa 31,8 Prozent ab und fährt damit ihr schlechtestes Ergebnis in der Geschichte des Bundeslands ein. Sie lässt ihre politische Zukunft erst einmal offen. 

    Die rechtspopulistische AfD wird aus dem Stand mit rund 12,6 Prozent drittstärkste Kraft. Der FDP gelingt nach fünf Jahren mit 6,2 Prozent der Wiedereinzug in den Landtag. Die Grünen stürzen auf 5,3 Prozent ab - nachdem sie vor fünf Jahren noch 15,4 Prozent erzielt hatten. Die Linke verpasst mit 2,8 Prozent den Einzug in den Landtag. 

    ▪ Denkbar wären nun eine Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP, die allerdings nur eine knappe Mehrheit von einer Stimme hätte, oder eine große Koalition mit der CDU

    ▪ Etwa 3,1 Millionen Menschen waren in Rheinland-Pfalz zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung liegt bei 71,3 Prozent - nach 61,8 vor fünf Jahren.

    Strahlende Siegerin: Malu Dreyer. Foto: Boris Roessler, dpa 
    • RP
    Die Enttäuschung steht ihr ins Gesicht geschrieben: Die rheinland-pfälzische CDU-Spitzenkandiatin Julia Klöckner. Ihr Ziel, die Sozialdemokratin als stärkste Kraft abzulösen hat sie weit verfehlt. 

    Foto: Alexander Heinl, dpa 
    Die CDU-Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach sorgt mit weiteren Tweets für Aufregung im Netz und auch in ihrer Partei. Auf Twitter vergleicht sie die Politik der Bundesregierung indirekt mit einer Diktatur. «Seit September alles ohne Einverständnis des Bundestages. Wie in einer Diktatur», schreibt die Sprecherin für Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie verlinkt bei ihrem Tweet einen Magazin-Bericht über angebliche Pläne von EU-Ländern, schneller Flüchtlinge aus der Türkei aufnehmen zu können.


    • SA
    Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) verteidigt sein Direktmandat. Er kann im Wahlkreis Dessau-Roßlau-Wittenberg 32,9 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Gleich hinter dem Ministerpräsidenten landet die AfD-Kandidatin Carola Marx mit 25,4 Prozent. 

    Die Spitzenkandidaten Katrin Budde (SPD) und Wulf Gallert (Linke) unterliegen in ihrem Magdeburger Wahlkreis dem CDU-Bewerber Andreas Schumann. Dieser erreicht 27,9 Prozent der Stimmen. Bereits 2011 war der Wahlkreis Magdeburg IV an die CDU gegangen. Gallert kann 19,7 Prozent der Stimmen auf sich vereinen, Budde kommt auf 13,2 Prozent. Der AfD-Kandidat Frank Pasemann schiebt sich mit 20,9 Prozent noch vor beide.
    • SA
    Es fehlen noch die Ergebnisse eines einzigen Wahlkreises in Sachsen-Anhalt. Dann liegt auch das vorläufige amtliche Endergebnis aus diesem Bundesland vor.
    • SA
    Und hier ist das vorläufige amtliche Endergebnis aus Sachsen-Anhalt: 


    Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion:


    • SA
    Zu allerletzt, kurz & kompakt das Wichtigste auch aus Sachsen-Anhalt: 

    CDU-Ministerpräsident Reiner Haseloff (29,8 Prozent) gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt - steht nun aber vor einer schwierigen Regierungsbildung. Die SPD (10,6) als bisheriger Regierungspartner der CDU stürzte auf ihr schlechtestes Ergebnis im Land ab. Für die Fortsetzung der schwarz-roten Koalition reicht es damit nicht aus.

    ▪ Die rechtspopulistische AfD (24,2) wird gleich im ersten Anlauf zweitstärkste Kraft. Die Linke (16,3 Prozent) verzeichnet starke Einbußen. Die Grünen (5,2) schaffen knapp den Sprung über die Fünf-Prozent-Marke, die FDP (4,9) scheitert. Denkbar ist eine Koalition von CDU, SPD und Grünen.

    ▪ Nach einer ersten Analyse der Forschungsgruppe Wahlen hat die CDU ihren Wahlsieg vor allem dem Amtsbonus von Ministerpräsident Haseloff zu verdanken. Als wichtigstes Problem in Sachsen-Anhalt sahen die Wähler die Flüchtlings- und Asylthematik. 

    ▪ Die AfD profitiert vom großen Potenzial an Protestwählern, das sie voll ausschöpfen konnte. 

    ▪ Die Wahlbeteiligung liegt deutlich höher als 2011. Rund 61 Prozent der rund 1,9 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren lag die Beteiligung bei 51,2 Prozent. 

    Der alte und künftige Ministerpräsident Reiner Haseloff. Foto: Jens Wolf, dpa  
    • SA
    Beinahe hätte es die FDP nach Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz auch in den Landtag von Sachsen-Anhalt geschafft: 


    • SA
    Das vorläufige amtliche Endergebnis und die Sitzverteilung im neuen Landtag von Sachsen-Anhalt auf einen Blick: 

    Grafik: Grafik: A. Brühl 
    Liebe Leserinnen und Leser, unser LiveTicker vom «Super-Wahlsonntag» endet an dieser Stelle. Vielen Dank fürs Dabeisein! Kommen Sie gut durch die Nacht. Auf Wiedersehen und bis zum nächsten Mal.
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