Landtagswahl in Baden-Württemberg

Landtagswahl in Baden-Württemberg

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    Weitere Hochrechnung laut ARD/infratest dimap für Baden-Württemberg:

    Screenshot: ARD 
    So könnte die Sitzverteilung nach den ersten Hochrechnungen aussehen:

    Grafik: Brühl, dpa-Infografik 

    SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid räumt die bittere Niederlage seiner Partei bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg ein. «Das Ergebnis der Landtagswahl ist schmerzlich. Wir haben deutlich verloren», sagt der Landesparteichef im Südwestrundfunk. «Die Grünen haben den klaren Auftrag zur Regierungsbildung.» Es sei nicht gelungen, ein landespolitisches Thema zu setzen. «Wir konnten die Wähler nicht von unserer Regierungsarbeit überzeugen.» Auf die Frage, ob er deshalb von seinen Spitzenämtern zurücktritt, antwortet Schmid nicht. 

     Nils Schmid (r.) mit Winfried Kretschmann. Foto: Bernd Weißbrod, dpa
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    Neue Hochrechnung laut ZDF/Forschungsgruppe Wahlen für Baden-Württemberg:

    Trotz herber Verluste will die CDU in Baden-Württemberg die Regierung übernehmen. «Die CDU hat die Absicht, in Baden-Württemberg Wahlverantwortung zu übernehmen - das Wahlergebnis bietet die Möglichkeit dazu», sagt ihr gescheiterter Spitzenkandidat Guido Wolf in Stuttgart. Man wolle mit SPD und FDP, aber auch mit den Grünen sprechen. «Denn eins zeigt dieser Abend auch: Grün-Rot hat keine Mehrheit mehr. Grün-Rot ist abgewählt in Baden-Württemberg.» Die CDU liegt laut Hochrechnungen erstmals in der Geschichte des Landes als zweitstärkste Kraft hinter den Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
    Trotz des historischen Wahldebakels für die CDU in Baden-Württemberg will deren Spitzenkandidat Guido Wolf weiter Fraktionschef im Landtag bleiben. Er werde sich am Dienstag zur Wiederwahl stellen, sagt Wolf in Stuttgart. Dabei verweist er auf einen einstimmigen Wahlvorschlag des geschäftsführenden Fraktionsvorstandes. Seine Partei habe ihn «ganz offenbar nicht auf den Spaziergang geschickt, sondern auf einen steinigen Weg, und ich bin selbstverständlich bereit, diesen steinigen Weg auch weiterzugehen», sagt der CDU-Politiker.  

    Foto: Thomas Kienzle, dpa
    FDP-Bundeschef Christian Lindner hält eine Ampelkoalition unter Führung der Grünen in Baden-Württemberg für nicht vorstellbar. Was vor der Wahl gegolten habe, gelte auch nach der Wahl, sagt Lindner. Die FDP lehne das ab, weil Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nicht zu einem Politikwechsel bereit sei. Die Südwest-FDP sei zu Sondierungen bereit. «Opposition ist aber in einer Demokratie eine wichtige Rolle.» Nach Hochrechnungen erreicht die FDP gut acht Prozent und könnte sowohl Grün-Rot als auch Schwarz-Rot zur Parlamentsmehrheit verhelfen.

    Gläsernes Studio des SWR: Ausblick vom Schlossplatz direkt auf die Spitzenkandidaten-Runde

    ZDF in Stuttgart hat während der Berliner Runde Pause.

    Die AfD ist spätestens mit dem heutigen Tag eine feste parlamentarische Größe in unserem Land.

    Der Spitzenkandidat der Alternative für Deutschland in Baden-Württemberg, Jörg Meuthen.
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    Die AfD hat bei der Landtagwahl in Mannheim und Pforzheim Direktmandate erreicht. Bernd Grimmer verweist in Pforzheim mit 24,2 Prozent den Grünen-Kandidaten ganz knapp auf Rang zwei. In Mannheim I landete nach Angaben der Stadt AfD-Mann Rüdiger Klos mit 22,9 Prozent knapp vor dem SPD-Politiker Stefan Fulst-Blei, der bislang das Direktmandat inne hatte. 


    Jetzt werden die Ergebnisse verarbeitet. Dpa-Redakteure schreiben Geschichte.

    Guido Wolf hat noch schlechter abgeschnitten, als es die Pessimisten in der Partei für möglich gehalten haben. Klar, der Wahlkampf war für ihn wohl noch schwieriger als seinerzeit für Stefan Mappus. Und doch: der Spitzenkandidat hat in den vergangenen Monaten nicht überzeugt.(... Viel spricht dafür, dass Kretschmann auch der nächste Ministerpräsident ist. Unklar ist nur, ob an der Spitze einer Ampelkoalition mit SPD und einer zaudernden FDP oder in einem Bündnis mit der CDU.


    Die «Stuttgarter Zeitung» zur Wahl in Baden-Württemberg.
    Die Grünen haben einen Wahlerfolg historischen Ausmaßes gelandet. Der wurzelt erwiesenermaßen viel stärker im Ansehen Kretschmanns als in Programm und Positionen seiner Partei. Der Erfolgsfaktor Kretschmann ist leicht erklärt: Der geradlinige Stil des Schwaben kommt an. Über alle Besonderheiten dieser Landtagswahl, über die Mega-Themen Flüchtlinge und AfD sei eines nicht vergessen: Wohl und Wehe Baden-Württembergs werden durch die Zukunft der Wirtschaft, des Arbeitsmarkts, des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der Bildung und der inneren Sicherheit bestimmt. Vor allem daran wird zu messen sein, was die neue Landesregierung draufhat.



    Die «Stuttgarter Nachrichten» zur Landtagswahl.
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    Derzeitiger Stand laut ARD/ infratest dimap für Baden-Württemberg: 

     Screenshot: BR
    Diese Regierungsbündnisse sind in Baden-Württemberg möglich: 

    Das «Muss» wird die Politik der kommenden Tage bestimmen - Ausgang ungewiss. Denn ob Guido Wolf, der der CDU die größte Niederlage in der Geschichte des Landes beschert hat, seinen Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten wirklich aufgibt, ist zumindest fraglich. «Grün-Rot ist abgewählt», tönte Wolf (...) in jede Kamera. Das ist zweifelsohne richtig. Ein Machtanspruch für die Christdemokraten lässt sich daraus aber sicher nicht ableiten. Dafür war die CDU-Niederlage zu katastrophal, der Sturz zu tief. Die Union im Land steht jetzt erst, fünf Jahre nach dem eher als Betriebsunfall empfundenen Verlust der Macht, vor einer echten Erneuerung.


    Die «Südwest Presse» aus Ulm zur Landtagswahl in Baden-Württemberg.
    In der kleinsten Gemeinde Baden-Württembergs sind die Stimmen zur Landtagswahl besonders schnell ausgezählt worden. Knapp 20 Minuten nach Schließung des Wahllokals stand in Böllen im Schwarzwald das Ergebnis fest. Die 96 Einwohner zählende Gemeinde im Kreis Lörrach war damit eine der ersten Kommunen, die am Wahlabend ausgezählt hatte. Die Grünen wurden erstmals in der Geschichte des Ortes stärkste Kraft. Sie bekamen 26 Stimmen, die CDU 19. Bei der Wahl 2011 hatte die CDU in Böllen noch klar vor den Grünen gelegen. 
    Eine Übersicht jener Parteien, die heute chancenlos geblieben sind:


    Der ehemalige CDU-Regierungschef von Baden-Württemberg, Günther Oettinger, hält CDU-Spitzenkandidat Guido Wolf als Ministerpräsident für denkbar. Für die Partei sei es legitim, den Regierungschef stellen zu wollen, so der EU-Kommissar im Südwestrundfunk. «Deswegen rate ich meinen Parteifreunden, das mit SPD und FDP zu besprechen.» Für ein Bündnis aus CDU, SPD und FDP gäbe es Hochrechnungen zufolge eine Mehrheit.
    Für Baden-Württembergs SPD-Chef Nils Schmid kommt es ganz dick: In seinem Wahlkreis Reutlingen kommt der 42-jährige Spitzenkandidat nur auf 14,2 Prozent der Stimmen. Damit landete der Finanz- und Wirtschaftsminister hinter den Kandidaten von Grünen, CDU und AfD nur auf Rang vier. Auch landesweit wird die SPD laut jüngsten Hochrechnungen nur viertstärkste Kraft.

    Foto: Uli Deck, dpa 
    Bei der Stimmenauszählung in Baden-Württemberg fehlt nach ARD-Angaben nur noch ein Wahlkreis. Der bisherige Stand :

    Screenshot: ARD 


    Nichts ist wie zuvor. Außer Winfried Kretschmann. Die CDU indes rutscht ab. Ist aber im Spiel. Bärenstark, doch auf Partnersuche befindet sich die Kretschmann-Partei, die aus alter Anhänglichkeit Grüne genannt wird. Die SPD schwach, schwach, schwach. AfD drin - und zwar mit Schmackes. Liberale sehr ordentlich. Die Wahl am 13. mischt das Parteiensystem im Land auf. Das tut in der Demokratie gut, ist aber gewöhnungsbedürftig. Nun wird die Regierungsbildung regelrecht zum Kunststück... Und was bedeuten die Ergebnisse des Superwahlsonntags für Berlin? Die große Koalition wankt - fällt aber nicht. ... Höchstens Angela Merkel zweifelt, verzweifelt. Ausgeschlossen? Nein. Aber unwahrscheinlich. Sehr, sehr unwahrscheinlich.


    Der «Schwarzwälder Bote» zum Wahlsonntag.
    Im Ländle muss sich die Union vom Hochplateau der stärksten Partei verabschieden und sich mit einem Wert unterhalb der 30-Prozent-Grenze zufriedengeben - eine ganz bittere Schlappe für die durch glorreiche Zeiten so erfolgsverwöhnte Christdemokratie. Die Grünen dagegen hievt der Faktor Kretschmann auf das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Der Landesvater mit der bedächtig-akzentuierten Sprache macht sie zur neuen Volkspartei - zumindest im Stuttgarter Landtag. Das ist umso beachtlicher, als die Grünen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt kräftig Stimmen einbüßen und im Gesamttrend auf Sinkkurs gehen. So erklärt sich Kretschmanns Sieg durch nackte Tatsachen: Ihn wählen nicht nur Grüne, sondern vermehrt einstige Anhänger der CDU und SPD.



    «Badische Neueste Nachrichten» aus Karlsruhe zu den Wahlen in Baden-Württemberg.
    Die Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann haben die Landtagswahl in Baden-Württemberg gewonnen. Laut vorläufigem amtlichen Endergebnis kommen sie auf 30,3 Prozent der Stimmen und liegen damit vor der CDU, die 27,0 Prozent erreicht.
    Hier noch einmal das Wichtigste in Kürze: 

    ▪ In Baden-Württemberg wurden die Grünen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann  laut vorläufigem amtlichen Endergebnis erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik stärkste Partei. 

    ▪ Die Grünen lagen mit dem auch bei konservativen Wählern geschätzten Regierungschef Kretschmann bei 30,3 Prozent (2011: 24,2) - und schieben sich damit in der einstigen CDU-Hochburg vor die Christdemokraten. Diese brachen mit ihrem eher blassen Spitzenkandidaten Guido Wolf völlig ein und wurden mit 27 Prozent (39,0) erstmals seit Gründung des Bundeslandes nicht stärkste Partei. 

    ▪ Auch die SPD fuhr mit 12,7 Prozent (23,1) ihr mit Abstand schlechtestes Wahlergebnis im «Ländle» ein. Eine Zäsur für die Volksparteien: Selbst für beide zusammen reicht es nicht. Die AfD errang aus dem Stand 15,1 Prozent. Die seit der verlorenen Bundestagswahl 2013 schwächelnde FDP konnte auf 8,3 Prozent (5,3) zulegen. Die Linke kam mit rund 2,9 Prozent nicht in den Landtag. Die Wahlbeteiligung betrug 70,4 Prozent, 4,1 Punkte mehr als 2011.

    Liebe Leserinnen und Leser, unser Live-Ticker endet an dieser Stelle. Kommen Sie gut durch die Nacht und bis zum nächsten Mal. 
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