G20 Live Blog
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Das ist der Liveblog für den G20 Gipfel.

  • Angesichts des Verbots von geplanten Schlafcamps  suchen sich die G20-Gegner kleinere Zeltplätze auf öffentlichen Flächen. Dabei würden sie von Kirchengemeinden unterstützt, die das Zelten auf ihren Grundstücken erlaubten, sagte Rechtsanwalt Andreas Beuth.
    „Es gibt viele stille Besetzungen, die im Moment noch nicht öffentlich gemacht werden. Es gibt aber, da die Kirche jetzt umgeschwenkt ist (...), auch Raum in den Kirchen und vor allem auf den Grünflächen um die Kirchen herum.“
     
  • Der Anwalt vertritt das linksautonome Zentrum Rote Flora und gehört zu den Organisatoren der Demonstration „G20 - Welcome to Hell“, zu der am Donnerstag bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet werden, nach Angaben der Polizei überwiegend gewaltbereite.
    „Proteste ohne Camps sind nahezu unmöglich, und Camps anzubieten, auf denen man nicht schlafen darf, ist ein schlechter Witz, wenn es nicht bitterer Ernst wäre“, sagte Beuth, auf einer Pressekonferenz des alternativen Medienzentrums FC-MC.
     
  • Am Abend steht das „hedonistische Massencornern“ auf dem Programm. Dabei besetzen die Teilnehmer Fußgängerwege und Ecken (engl.: corner) der Straßen. Der Begriff „cornern“ stammt ursprünglich aus der Hip-Hop-Kultur. In der New Yorker Bronx trafen sich früher die Breakdance-Crews an der Straßenecke, um ihre Battles auszutragen. In Hamburg und vielen anderen Städten hat sich dieses Phänomen als Teil der Jugendkulturszene etabliert.
     
  • Am Neuen Pferdemarkt und den Nebenstraßen im traditionell links-liberal geprägten Stadtteil St. Pauli fanden sich tausende Anwohner ein und taten ihren Unmut über das Gipfeltreffen kund. Den ganzen Abend über kreisten Hubschrauber über dem Viertel.
  • Am Alma Wartenberg Platz im Stadtteil Ottensen gab es eine Kundgebung mit rund 300 Teilnehmern. Auf dem freien Radiosender FSK 93,0 wurde ein passendes „No G20“-Musikprogramm gespielt. „Cornerer“ waren
    aufgefordert worden, den Sender laut über Boxen auf den Straßen zu hören.
  • Angespannt war die Lage im Wohlerspark in Altona. Laut Medienberichten haben etwa 500 Demonstranten eine unangemeldete Versammlung abgehalten und Zelte aufgebaut. Die Polizei rückte mit vier Hundertschaften an und forderte mehrere Male zur Auflösung der Versammlung auf. Als dies nicht geschah, wurde mit einer Räumung begonnen.
  • Derweil wurde das Messegelände verbarrikadiert. Dazu war eine Spedition aus dem Kreis Segeberg im Einsatz, die Betonquader anlieferte. Einer allein wiegt 2,4 Tonnen. Die Blöcke werden in Parkbuchten rund um das Veranstaltungszentrum aufgestellt, damit niemand dort hineinfahren kann.
  • Ein Schwerlast-Radlader hebt einen der 2,4 Tonnen schweren Betonquader, die rund um das Messegelände aufgestellt werden. Foto: Peter Wüst
     
  • Die Hamburger Polizei hat auf einer Grünfläche im Stadtteil Altona weggeräumt. Unter dem Protest von Hunderten Menschen entfernten sie die Zelte aus dem Emil-Wendt-Park. In einigen Zelten, die die Beamten wegtrugen, saßen noch Demonstranten. „Es ist keine Versammlung, es ist wildes Campen in einem Hamburger Park“, sagte ein Polizeisprecher. Nach Schilderungen von dpa-Reportern setzte die Polizei Pfefferspray oder Reizgas ein, mindestens einem Demonstranten wurden demnach die Augen ausgewaschen. Gegen 21.15 Uhr hätten sich die Beamten zurückgezogen, sagte der Polizeisprecher.
     
  • Die Polizei räumt eine Grünfläche im Emil-Wendt-Park in Altona. Foto:dpa
     
  • Nach den abendlichen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und G20-Kritikern in Hamburg hat sich die Lage in den Nachtstunden wieder beruhigt. Gipfelgegner hatten ihren Protest auf die Straße getragen, weshalb die Beamten am Dienstagabend fast im Zehn-Minuten-Takt ausrückten und Wasserwerfer einsetzten.
     
    Am Mittwochmorgen sagte ein Sprecher der Polizei dann:
    Die Stunden nach Mitternacht waren extrem ruhig.
    Vor allem am Neuen Pferdemarkt im Stadtteil St. Pauli gerieten Demonstranten und Polizei aneinander. Die Beamten rückten mit Wasserwerfern an. Gegen 23 Uhr begann die Polizei mit dem Räumen der Straße. Hunderte Menschen waren zuvor einem Protestaufruf gefolgt, um auf den Straßen mit Musik und Getränken gegen den G20-Gipfel zu demonstrieren.
  • Ein Wasserwerfer der Polizei spritzt am Neuen Pferdemarkt im Stadtteil St. Pauli Wasser auf eine Menschenmenge. Hunderte Menschen hielten sich auf der Straße auf und behinderten den Verkehr, ehe die Polizei begann, den Neuen Pferdemarkt zu räumen. Foto: Christophe Gateau/dpa
     
  • In der Frage der Protestlager bleibt Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hart: Es könne Protestcamps zu Versammlungszwecken geben, aber keine Übernachtungscamps, weil dahinter die militante autonome Szene stehe. 
     
  • Kanzleramtsminister Peter Altmaier hat das Ausrichten des G20-Gipfels in der Metropole Hamburg verteidigt. „Solche Gipfel-Formate sind wichtiger als je zuvor“, sagte der CDU-Politiker der „Passauer Neuen Presse“. Wegen der internationalen Verflechtungen in allen Bereichen von der Sicherheit bis zu Wirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz gebe es wichtige Themen, die sich nur gemeinsam lösen ließen.
     
    Deshalb ist es so wichtig, dass die Staats- und Regierungschefs regelmäßig zusammenkommen und darüber beraten. 
     
    Für die großen Delegationen aus den führenden Industrie- und Schwellenländern sowie aus der EU brauche man die entsprechende Infrastruktur. „Das kann man nicht auf der grünen Wiese organisieren.“ Mit Blick auf die Proteste gegen den Gipfel sagte Altmaier: „Die Sicherheitsbehörden sind gut vorbereitet. Die Grundrechte auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit bleiben gewahrt.“ 
  • Die ausschweifende Feier von Berliner Polizisten bei einem G20-Einsatz in Hamburg hat keine Konsequenzen für die Beamten. „Nach jetzigem Stand ist eindeutig klar: Disziplinarwürdig ist an diesem Verhalten nichts“, sagte der Sprecher der Berliner Polizei, Winfrid Wenzel, in der RBB-„Abendschau“. Es gebe keine Belege, keine Aussagen von Zeugen, keine Videoaufnahmen oder Fotos, die „in irgendeiner Weise disziplinare Folgen“ haben müssten.
  • Die Hamburger Polizei will keine nächtlichen Camps von G20-Gegnern dulden - dafür hat das Schauspielhaus in der Nacht Demonstranten als Schlafplatz gedient. Etwa drei Dutzend G20-Gegner hätten im Foyer des Schauspielhauses übernachtet, bestätigte ein Mitarbeiter des Hauses am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur.
    Zuvor hatten Aktivisten am Dienstagabend die Fassade des Schauspielhauses mit Plakaten behängt. Neben dem Eingang klebten Parolen wie „Bühne frei für Isomatten“ und „Protest is not a crime“.
    Die Polizei begleitete laut Augenzeugen das Geschehen. Der Spielbetrieb ging demnach ungestört weiter.
  • Mit Musikstars wie Coldplay, Shakira und Herbert Grönemeyer will das Global-Citizen-Festival am Donnerstagabend die G20-Staats- und Regierungschefs zu mehr Einsatz gegen Armut und Hungersnöte bewegen. „Armut füttert Konflikte, Konflikte füttern Armut - ein Teufelskreis. Wir brauchen dringend politisches Handeln dagegen“, sagte der Gründer des gemeinnützigen Projekts Global Citizien, Hugh Evans, der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Der Australier setzt sich für die Ausmerzung von Hunger, bessere Bildung für Jungen und Mädchen und die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein.

    Vor Beginn des Festivals rief Evans die G20-Demonstranten in Hamburg zu Friedfertigkeit auf. „Friedliche Demonstrationen sind am effektivsten. Mit ihnen ist am meisten zu erreichen.“ Seine eigene Bewegung sieht Evans nicht als Protest, sondern eher als „Aufruf zum Handeln“ an. Bei der Organisation machen den Angaben zufolge 110. 000 Bürger aus Deutschland mit, davon 50.000 aus Hamburg. Sie machen Politiker durch Tweets und Telefonanrufe auf weltweite Missstände aufmerksam.
  • Berufsfeuerwehren aus Berlin (Foto) und München kommen seit gestern in Hamburg an. Sie sollen ihre Hamburger Kollegen unterstützen und den Brandschutz für die Unterkünfte der Politiker sicherstellen. Foto: Peter Wüst
     
  • Konzert-Verlegung wegen des G20-Gipfels. Das für Samstag, 8. Juli, in Hamburg geplante Konzert von Elton John wird auf den 5. Dezember 2017 verlegt. Das teilt der Konzertveranstalter am Mittwoch mit.
     
    Aufgrund der Beschränkungen anlässlich des G20-Gipfels konnte das Tourneeflugzeug ursprünglich keine Landegenehmigung für Hamburg erhalten. Die Genehmigung wurde zwar erteilt, kam aber zu spät.
     
    Elton John sagte zur Verschiebung:
     
    Es tut mir sehr leid, dass es mir nicht möglich sein wird, am 8. Juli in Hamburg aufzutreten und ich möchte mich bei all meinen Fans für mögliche Unannehmlichkeiten entschuldigen. Aber ich freue mich darauf, das Konzert am 5. Dezember nachholen zu können.
     
    Bereits gekaufte Tickets bleiben gültig.

     
  • Bei den Messehallen haben sich vor dem Mediacenter lange Schlangen gebildet. Journalisten aus aller Welt lassen sich für den G20-Gipfel akkreditieren. Foto: Peter Wüst
     
  • Jedes Fahrzeug der ausländischen Delegationen wird bei Ankunft vor den Messehallen genau durchsucht. Spürhunde suchen nach Sprengstoff, Polizisten untersuchen mit Spiegeln die Unterseite der Autos. Foto: Peter Wüst
     
  • Die Bundeswehr hat die Soldaten in Hamburg und Umgebung vor gewalttätigen Übergriffen von G20-Gegnern gewarnt.
    Angehörige der Truppe wurden nach dpa-Informationen angewiesen, vom 5. bis zum 9. Juli keine Uniformen bei Fahrten zum und vom Dienst im Großraum Hamburg zu tragen. Damit solle vermieden werden, dass Soldaten von linksextremen Protestteilnehmer spontan angegriffen würden. Auch die Nutzung von Dienstfahrzeugen sei zu vermeiden, sofern man damit nicht Amtshilfe leiste. 

    Soldaten im Dienst werden allerdings wie üblich Uniform tragen. Die Bundeswehr wird die knapp 20.000 Polizisten bei dem Gipfel im Rahmen der Amtshilfe unterstützen. So werden beispielsweise Einsatzkräfte von Polizei und Technischem Hilfswerk in Liegenschaften der Truppe untergebracht, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Das Bundeswehrkrankenhaus unterstützt die medizinische Versorgung von Verletzten. Die Luftwaffe überwacht das Flugbeschränkungsgebiet über der Stadt. Mit einem zusätzlichen Radar wird der Nahbereich überwacht, damit können etwa Drohnen erkannt werden. Zudem überwachen zwei Unterwasserdrohnen den Hafen, ein Landungsboot und drei Hubschrauber der Marine stehen zur logistischen Unterstützung bereit.

    Das Grundgesetz lässt einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren nur in Ausnahmefällen zu. Artikel 35 erlaubt etwa die sogenannte Amtshilfe - so halfen Tausende Soldaten bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen. Auch bei Katastrophenfällen wie Hochwasser dürfen Soldaten ausrücken.
  • Rechtzeitig zum G20-Gipfel ist das argentinische Segelschulschiff „Libertad“ am Mittwoch im Hamburger Hafen eingelaufen. Nach fast zwanzig Jahren kehrte der Dreimaster damit in die Hansestadt zurück. Das Schiff wird bis Sonntag vor Anker liegen, an diesem Tag, dem Unabhängigkeitstag der Republik Argentinien, sind auch Schiffsbesichtigungen für Interessierte möglich.
  • Die Initiatoren der Großdemonstration „Grenzenlose Solidarität statt G20“, denen eine Abschlusskundgebung auf dem Heiligengeistfeld am Samstag gerichtlich untersagt wurde, haben als Alternative den nahegelegenen Millerntorplatz akzeptiert.„Wir sind weiterhin zutiefst von der Rechtswidrigkeit des Verbots des Heiligengeistfeldes und der gesamten Blauen Zone überzeugt“, erklärte Bündnissprecher Yavuz Fersoglu am Mittwoch.
     
    „Wir brauchen aber jetzt Sicherheit und Transparenz für die anreisenden Demonstranten. Eine Entscheidung des Verfassungsgerichts am Freitag würde uns nur noch wenig nützen.“
     
    Die Organisatoren behielten sich allerdings vor, dennoch weiter zu klagen.

    Das Hamburgische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte Montag eine entsprechende Entscheidung des Verwaltungsgerichts bestätigt und eine Beschwerde der Veranstalter dagegen zurückgewiesen.
    Die Allgemeinverfügung der Versammlungsbehörde sei rechtmäßig. Es bestünden hinreichende Anhaltspunkte, dass aus der Versammlung Gewaltstraftaten begangen würden, welche die körperliche Unversehrtheit oder das Leben von Polizisten, Unbeteiligten und friedlichen Demonstrationsteilnehmern gefährden könnten. Auf dem Heiligengeistfeld gebe es die Gefahr einer Massenpanik bei den angekündigten 50.000 bis 100.000 Teilnehmern.

    „Warum sollte auf dem Heiligengeistfeld “Gefahr für Leib und Leben„ bestehen, auf dem direkt davor gelegenen, aber viel zu kleinen Millerntorplatz aber nicht?“, kritisierte Fersoglu. „Die maßlosen Gefahrenprognosen der Polizei entbehren jeder Plausibilität und Logik. Sie dienen allein dem Zweck, Versammlungen zu erschweren oder zu verhindern und stellen die Sicherheit von Diktatoren und Autokraten über die Rechte der Bevölkerung.“ Jetzt bräuchten die Demonstranten aber Planungssicherheit.
  • Polizisten aus SH bewachen das Hotel „Le Meridien" in Hamburg. Foto: Peter Wüst
     
  • Insgesamt sind 1500 Polizisten aus SH in Hamburg im Einsatz. Was das für Sie bedeutet, lesen Sie hier: 
  • Im Interview mit shz.de erklärt Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz, warum es aus seiner Sicht wichtig und richtig war, den Gipfel mitten in Hamburg stattfinden zu lassen. 

     

     

  • Das Hamburger Schauspielhaus hat in der Nacht Demonstranten beherbergt. „Etwa hundert G20-Gegner haben im Gang des Malersaals und im Malersaalfoyer übernachtet“, bestätigte Pressesprecher Nils Wendtland. 
     
    Beim Kurznachrichtendienst Twitter sei eine Falschmeldung aufgetaucht, wonach das Schauspielhaus 1500 Schlafplätze zur Verfügung stelle, erklärte Wendtland. Danach hätten zahlreiche Demonstranten vor der Tür gestanden.
  • In einem „Akt der Nächstenliebe“ habe die Geschäftsführung sich dazu entschlossen, die Demonstranten im Gang des Malersaals und im Malersaalfoyer zu dulden. Sollten sich in den kommenden Nächten wieder Demonstranten einfinden, werde man sie gegebenenfalls wieder aufnehmen. Der Vorstellungsbetrieb müsse jedoch auf jeden Fall gesichert sein.
    Bereits während der Flüchtlingskrise hatte das Schauspielhaus den Malersaal - die kleine Zweitbühne - über mehrere Monate für Flüchtlinge geöffnet, die auf ihrem Weg nach Skandinavien waren.
  • Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) hat Teilnehmer der linksautonomen Demonstration „Welcome to Hell“ am Donnerstag vor Ausschreitungen gewarnt. „Wir werden dort sehr auf einen friedlichen Verlauf achten. Und wenn es dort aus der Versammlung heraus zu Störungen kommt, dann wird es auch eine polizeiliche Reaktion darauf geben“, sagte Grote am Mittwoch. Jene Versammlung sei die mit dem mit Abstand höchsten Gewaltpotenzial.
     
    Es ist die Demo, auf die sich die gewaltbereiten Linksextremisten alle gemeinsam konzentrieren. Alle, die mit dem Ziel des militanten Protests in die Stadt kommen, werden an dieser Versammlung teilnehmen.
     
    Nach Polizeiangaben werden zu der Demonstration „Welcome to hell“ rund 10.000 Menschen erwartet, bis zu 8000 davon seien gewaltbereit.
  • Foto: Peter Wüst
    Die Hamburger Polizei hat am Mittwochmittag mit der Errichtung der Durchlassstellen zu den Sicherheitszonen um Messehallen und Elbphilharmonie anlässlich des bevorstehenden G20-Gipfels am 7. und 8. Juli begonnen. Die Sicherheitszone um die Messehallen erstreckt sich bis ins angrenzende Karolinenviertel.
     
    „Insgesamt wird es 14 Kontrollstellen geben“, sagte Polizeipressesprecher Timo Zill. Man habe dabei die zwei vorab gegebenen Versprechen eingehalten: die gesperrten Flächen so klein wie möglich zu halten und keine hohen Zäune zu nutzen. Stattdessen würden hüfthohe „typische Hamburger Gitter“ verwendet, so Zill.
     
    Am Messeingang Ost wurde zudem eine Fußgängerbrücke errichtet, um den Zugang für Pressevertreter zu vereinfachen. Insgesamt sind laut Polizei in der ganzen Stadt 7,8 Kilometer Absperrgitter errichtet, um das Treffen der mächtigsten Staats- und Regierungschefs zu schützen.
  • Das globalisierungskritische Netzwerk Attac hat den Einsatz der Bürger vor dem G20-Gipfel begrüßt. Man freue sich, dass das „liberale Hamburg Haltung zeigt für Demokratie und Versammlungsfreiheit“, teilte Attac am Mittwoch mit. Das Netzwerk lobte zudem Hamburger Kirchen und das Schauspielhaus. Demonstranten dürfen während des Gipfels dort teilweise übernachten.
     
  • Schlafcamps werden von Linksautonomen organisert, sagt Hamburgs Innensenator Andy Grote. Er verteidigt das Verbot.
     
     
  • Pressetermin zur Einrichtung der Sicherheitszone: Polizeisprecher Timo Zill erläutert die Maßnahmen.
     
  • City-Managerin Brigitte Engler rechnete am Mittwoch mit weitaus leereren Einkaufsstraßen bei den Gipfel-Tagen am 7. und 8. Juli als an normalen Arbeitstagen.  Nach Karstadt und Galeria Kaufhof hätten auch weitere Häuser ihre Schaufenster gesichert. 
  • Der alternative Gipfel hat begonnen. Das Treffen von Kritikern sucht nach Alternativen zur aktuellen Politik der G20, die aus Sicht der Organisatoren die großen Probleme der Welt wie Klimawandel, Kriege und Hunger nicht lösen können. „Ich sehe die G20 selbst als Sherpas“, sagte die indische Globalisierungskritikerin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises, Vandana Shiva in Anspielung an die „Sherpas“ genannten hohen Regierungsbeamten, die den Weg zum Gipfel für die Staatsführer vorbereiten. „Sie sind die Sherpas der globalen Finanzwirtschaft.“ Shiva beklagte eine „Wirtschaft der Gier“.
  • In den Diskussionen auf dem „Gipfel der globalen Solidarität“ wurden Ausbeutung, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die Macht multinationaler Konzerne, ihre Monopolbildung und die Zerstörung natürlicher Ressourcen kritisiert.
    In 17 Podiumsdiskussionen und 75 Arbeitskreisen sollen die Kritikpunkte gesammelt, Alternativen identifiziert und Strategien entwickelt werden, wie sie umgesetzt werden können. Mehr als 1500 Teilnehmer aus 20 Ländern wurden zu dem Treffen bis Donnerstag in Hamburgs Kulturfabrik Kampnagel erwartet.
  • Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Donnerstag außer US-Präsident Donald Trump voraussichtlich auch den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Das Gespräch mit Erdogan vor Beginn des G20-Gipfels am Freitag finde auf Wunsch Ankaras statt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibertmit. Zwischen Berlin und Ankara gibt es erhebliche politische Verstimmungen - zuletzt hatte die Bundesregierung einen von Erdogan gewünschten öffentlichen Auftritt vor Anhängern während seines Besuches in Deutschland untersagt.
    Merkel werde mit Trump am Donnerstag um 18.00 Uhr zusammenkommen, sagte Seibert. Zuvor sei um 17.00 Uhr ein Gespräch mit dem australischen Premierminister Malcom Turnbull geplant.
  • Voraussichtlich ebenfalls am Donnerstag wird sich Merkel nach Angaben Seiberts mit dem vietnamesischen Premierminister Nguyen Xuan Phuc treffen, der auch Vorsitzender der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft APEC ist. Seibert kündigte zudem ein Gespräch der Kanzlerin mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dessen französischem Amtskollegen Emmanuel Macron am Rande des Gipfels an. Bei dem Treffen werde es schwerpunktmäßig um die Lage in der Ukraine gehen.
  • Ein „Block G20“ will am Freitag die Zufahrtswege zu den Hamburger Messehallen, dem Tagungsort der G20-Staats- und Regierungschefs, blockieren. Dies sei eine Aktion des „massenhaften Ungehorsams“, teilten die Organisatoren am Mittwoch mit. Sie wollten um die Polizei herumfließen oder durch deren Sperren flutschen, teilten die Organisatoren mit. Von den Demonstranten werde „keine Eskalation ausgehen“.
     
    Der Block G20 will sich um 7 Uhr an den Landungsbrücken sowie am Berliner Tor treffen und von dort aus in die für Demonstrationen gesperrte blaue Zone der Polizei ziehen.
     
     
  • Nach Beschwerden von Polizisten will Schleswig-Holsteins Innenstaatssekretär Torsten Geerdts (CDU) die Zustände in ursprünglich für Flüchtlinge vorgesehen Wohncontainern in Bad Segeberg verbessern lassen. Neben zuverlässiger Reinigung müsse die Polizeiküche rund um die Uhr arbeiten. „Wer von seiner Schicht kommt, muss etwas Ordentliches zu essen bekommen“, sagte Geerdts. Dort sind im Rahmen ihres G20-Einsatzes 300 Polizisten aus Schleswig-Holstein untergebracht.
     
    Die Wohncontainer in Bad Segeberg. Foto: dpa
     
    „Das ist kein Hotel und wird auch keins werden“, sagte Geerdts.„Unter den gegebenen Umständen müssen wir diese grenzwertige Unterbringung in Containern allerdings akzeptieren, weil im laufenden Einsatz ein Umzug sowohl polizeitaktisch als auch logistisch sinnlos wäre.“
     
    Damit die Nachtruhe der Beamten gewährleistet ist, ziehen die dort ebenfalls unterbrachten 59 Polizeihunde in einen anderen Bereich um. Für fünf Beamte steht jeweils eine Dusche und Toilette bereit. Das Land will zudem für Fernsehen, Tischtennis-Möglichkeiten und einen Filmabend sorgen.
  • Ein ungewohnten Bild vor der Roten Flora im Schanzenviertel: Es gibt freie Parkplätze im Dutzend.
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