Die Kommunalwahl 2018 im Liveblog

Die Kommunalwahl 2018 im Liveblog

Schleswig-Holstein wählt: Alle Entwicklungen und die wichtigsten Ergebnisse lesen Sie im Liveblog auf shz.de

    Liebe Leser,
    wir beenden an dieser Stelle unseren Liveblog zur Kommunalwahl 2018 in Schleswig-Holstein und wünschen Ihnen eine gute Nacht. Morgen werden wir Sie selbstverständlich weiter über die neuesten Entwicklungen zur Wahl informieren.
    In Schleswig sind die Grünen mit mit 18,4 Prozent die dritte starke Kraft geworden - fast auf Augenhöhe mit der SPD. Sie lösen damit den SSW als drittstärkste Partei ab. Babette Tewes ist die erste Grüne in der Schleswiger Geschichte, die einen Wahlkreis direkt gewinnt. Dass mit dem Plastikskandal in der Schlei in den letzten Wochen ein Umwelt-Thema die Schlagzeilen in Schleswig bestimmt hat, das habe ihrer Partei sicherlich geholfen, sagte Tewes. Sicher hat auch die Popularität von Robert Habeck der Partei geholfen. (Text: Ove Jensen, Foto: Michael Staudt)
     
    Dieses Politpaar aus dem Kreis Schleswig-Flensburg hat es schon zu bundesweiter Beachtung samt Talkshow-Auftritt gebracht. Denn er ist in der AfD, sie tritt für die SPD an. Frank Hansen und seine Frau Kerstin Hansen hatten ganz unterschiedliche Ergebnisse zu verdauen. Der AfD-Spitzenkandidat ist durchaus zufrieden mit den 3,7 Prozent beim ersten Auftritt bei der Kreistagswahl. „Unseren eigentlichen Erfolg haben wir aber schon im Februar gefeiert, als es uns gelang, in 22 der 23 Wahlbezirke Direktkandidaten zu stellen“, sagte er. „Viele hatten wegen des anhaltenden Drucks einfach Angst.“ Die SPD hat im Kreis eine Schlappe einstecken müssen. Nach Auszählung aller Stimmbezirke stand fest, dass die SPD von 25,5 auf 20,1 Prozent der Wählerstimmen abgesackt war. (Text: Gero Trittmaack, Foto: Michael Staudt)
     
     
    In Husum gibt es eine ungewöhnliche Patt-Situation. Im Wahlbezirk 11, Straßenmeisterei, konnten sich die Wähler partout nicht zwischen Inge Zimmermann (SPD) und Adrian Gerlings (CDU) als Direktkandidaten entscheiden. Beide erhielten nicht nur genau 27,6 Prozent, sondern auch gleich viele Stimmen. „So etwas habe ich auch noch nicht erlebt“, sagte Bürgermeister Uwe Schmitz.
     
    Und nun? „Holt die Würfel raus!“, rief einer der Zuschauer im Husumer Rathaus. Ganz unrecht hatte der Zwischenruf nicht. Dieses Direktmandat wird tatsächlich ausgelost, allerdings nicht spontan mit Würfeln. Und zwar am kommenden Mittwoch im Gemeindewahlausschuss – bis dahin werden die Stimmen im Wahlbezirk 11 noch einmal ganz genau nachgezählt. (Text: Friederieke Reußner, Foto: Herbert Müllerchen)
    Das Landesergebnis steht: Die CDU gewinnt die Kommunalwahl in SH
     
    Hier zählt wirklich jede Stimme: In Büdelsdorf wurde die Wahl zum Fotofinish. SPD und CDU trennen nur vier Stimmen. Beide Fraktionen haben in der neuen Stadtvertretung acht Mandate. Mit hauchdünnem Vorsprung verteidigte die SPD ihren Platz als stärkste Partei. 0,1 Prozent oder vier Stimmen liegt sie vor der CDU, die 1318 Wähler auf sich vereinigen konnte. Die CDU steigerte ihren Stimmenanteil von 31,6 Prozent auf 35,3 Prozent. Die SPD (1322 Stimmen) rutschte von 44,4 Prozent auf 35,4 Prozent ab.
    Die FDP sieht die Wahlergebnisse mit gemischten Gefühlen. Landeschef Heiner Garg sagte, „das ist ein solides Ergebnis für die Freien Demokraten bei Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein.“ Er hätte sich dennoch mehr gewünscht.
     
    Es gibt aber auch Erfolge für die Liberalen. In Flensburg schafft die Partei einen deutlichen Gewinn und kommt auf 7,7 Prozent. Auch in Kiel gab es Gewinne und in Reinbek landet die Partei bei satten 14,2 Prozent. In Brunsbüttel freut sich Oliver Kumbartzky über sein Direktmandat.
     
     
    Mit Stormarn ist nun auch das letzte Kreisergebnis da. Auch hier hat die CDU an Stärke verloren, bleibt aber stärkste Kraft.
     
    Auf Sylt fehlen noch 2 Ergebnisse

    Gemeinde Wenningstedt-Braderup und
    List

    wisst ihr da was?
    Jetzt hat auch Kiel alle Wahlbezirke ausgezählt. Trotz erheblicher Verluste bleibt die SPD mit knapp unter 30 Prozent stärkste Partei in der Landeshauptstadt (2013 waren es noch 35,7 Prozent). Der Grund: Die CDU verlor bei der Kommunalwahl in noch stärkerem Maße. Die Grünen dagegen konnten ihren Anteil von 17,6 auf 20,5 Prozent steigern und damit ihre Position als Nummer drei in der Kieler Parteienlandschaft festigen. Mit der Spaß-Partei „Die Partei“ zieht eine neue Fraktion in der Ratsversammlung ein. Sie kam aus dem Stand auf 2,6 Prozent.
    Jubel bei den Grünen in Flensburg. Sie sind die großen Sieger an der Förde und wurden überraschend zweitstärkste Kraft (18,8 Prozent). Im Bild: Ellen Kittel-Wegner und Pelle Hansen (M.) im Freudentaumel. Foto: Sörensen
     
    Das ist eine Schande. In Tunesien stehen die Menschen Schlange, um ihre Stimme abzugeben, unter Lebensgefahr! Und hier bekommen die Leute den Po nicht hoch. Es ist unbegreiflich!
     
    Bobby Winkler, US-Amerikanerin, Herzensdemokratin und in Flensburg unermüdliche Ehrenamtlerin am Runden Tisch für die Integration.
    Die Grünen freuen sich vielerorts über gute Ergebnisse. Der Spitzenkandidat Sven Radestock holte in Neumünster-Einfeld sogar das Direktmandat. „Dass es nun so gekommen ist, ist cool“, sagte er. Parteifreund Ralf Ketelhut kündigte einen Autokorso an. 
     
    In Flensburg sicherten sich die Grünen Platz zwei hinter der CDU - und hauchdünn vor der SPD. Landesweit sieht es mit gut 15 Prozent nach einem soliden Platz drei hinter den großen Parteien aus. Grünen-Landeschefin Ann-Kathrin Tranziska wertete das Ergebnis als Bestätigung für die Politik der Grünen, die von Transparenz und Bürgernähe gekennzeichnet sei.
    Bange Blicke auf die Ergebnisse: Im Itzehoer Kreishaus verfolgen (v.l.) Timo Nickels, Reinhold Wenzlaff (CDU), Tobias Rückerl (FDP), Landrat Torsten Wendt, Rudolf Riep und Rainer Naudiet (beide SPD) die Zahlen aus den Wahlkreisen. Foto: Ruff
     
    Die CDU feiert ihren Wahlerfolg in Eckernförde auf dem Rathausmarkt. Sie gewann alle 14 Wahlbezirke und wird mit 14 Mandaten stärkste Kraft in der neuen Ratsversammlung, die wegen der vielen Überhangmandate statt bisher über 27 nun über 41 Sitze verfügt. Foto: Peters
     
    Einfach wird es für den neuen Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) in Lübeck kaum. Angesichts von CDU (12 Sitze) SPD (14 Sitze), Grünen (8), FDP (2), AfD (3), Die Linke (2), Freie Wähler (1 Sitz), Die Partei (1), BfL (1), Die Unabhängigen (4 Sitze) und GAL (1 Sitz) sprach er schon von einem „Gemischtwarenladen“. In dem werden künftig die reichlich vorhandenen Probleme der Stadt verhandelt. (Text: Karin Lubowski)
    Trotz erheblicher Verluste bleibt die SPD nach Auszählung von 139 (der insgesamt 149) Wahlkreise mit 30 Prozent stärkste Partei in der Landeshauptstadt Kiel (2013 waren es noch 35,7 Prozent). Der Grund: Die CDU verlor bei der Kommunalwahl in noch stärkerem Maße, sie sackte von 29,7 auf 23,6 Prozent ab. Die Grünen dagegen konnten ihren Anteil von 17,6 auf 20,3 Prozent steigern und damit ihre Position als Nummer drei in der Kieler Parteienlandschaft festigen.
    Jessica Kourdoni, Spitzenkandidatin der Grünen, konnte es sich gestern Abend leisten, dem SPD-Werben zu widerstehen:
    „Die Koalitionsfrage bleibt offen.“
    Zuvor hatte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Traulsen die Grünen als Wunschpartner für ein künftiges Bündnis bezeichnet. Ein wichtiges Hindernis, an dem vor 16 Monaten die gemeinsame Kooperation mit dem SSW zerbrochen war, ist nämlich entfallen. Beim Bürgerentscheid lehnten weit über zwei Drittel der Kieler Wähler die Forderung ab, den Flughafen in Holtenau zu schließen und auf dem Areal sozialen Wohnungsbau zu errichten.
    Der SSW als Vertretung der dänischen Minderheit sackte gestern Abend von 3,4 auf 2,9 Prozent ab. Die FDP (6,4 Prozent) konnte dagegen stark zulegen, die Linke ihren Stimmenanteil (7,2 Prozent) sogar mehr als verdoppeln. Mit der Spaß-Partei namens „Die Partei“ zieht eine neue Fraktion in der Ratsversammlung ein. Sie kam aus dem Stand auf 2,5 Prozent. Noch besser machte es die AFD mit 6,0 Prozent. Auch wenn die genaue Sitzverteilung noch nicht feststeht: Die Ratsversammlung wird bunter und kleinteiliger. Bislang gab es sechs Fraktionen, künftig werden es mindestens acht sein.
    In Nordfriesland liegt die CDU eindeutig vorn. Zu einem endgültigen Wahlergebnis kommt es aber erst Ende Mai. Amrum wählt später, da der CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis 4, Uwe Claußen, vor der Wahl verstorben war.
     
    „Ich kann als  Parteivorsitzender mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden sein.“
    Flemming Meyer, SSW-Vorsitzender
    „Wir haben immer noch ein Problem, in Schleswig-Holstein in die Fläche zu kommen.“

    Marianne Kolter, Linken-Vorsitzende
    Politiker von CDU und SPD in Neumünster äußerten sich entsetzt über das Ergebnis der NDP. Volker Andresen (SPD) führt das Abschneiden der rechtsextremen Partei darauf zurück, dass die AfD ihr in Neumünster das Feld überlassen habe. Gerd Kühl (CDU) konstatierte, dass es möglicherweise ein Fehler gewesen sei, dass sich die übrigen Ratsparteien in den vergangenen fünf Jahren nicht deutlich mit den Aussagen der NPD auseinander gesetzt habe. Die NPD wird künftig mit zwei Sitzen als Fraktion im Rat vertreten sein.
    „Schleswig-Holstein ist immer ein schwieriges Feld gewesen. Ich denke, wir stehen nicht schlecht da.“

    Doris von Sayn-Wittgenstein, AfD-Vorsitzende
    CDU und SPD sind zwar auch in Rendsburg-Eckernförde weiter stärkste Kräfte, sie haben aber im Vergleich zur Kommunalwahl 2013 an Boden verloren. Linke, FDP und Grüne haben hingegen zugelegt.
     
    Das Ergebnis im Bürgerentscheid um die Zukunft des Flughafens in Holtenau zeichnet sich ab:
     

    Bürgerentscheid in Kiel: Klare Tendenz für Erhalt des Flughafen Holtenau | shz.de

    shzBeim Bürgerentscheid zur Zukunft des Flughafens in Holtenau zeichnet sich ein Votum für den Erhalt aus.
    „Ich hätte mir mehr gewünscht.“

    Heiner Garg, FDP-Vorsitzender
    „Natürlich ist der Anspruch da, Volkspartei zu werden. Das wollen wir nicht leugnen.“
    Steffen Regis, Grünen-Vorsitzender
    Günther und Stegner zeigten sich im NDR-Fernsehen enttäuscht über die geringe Wahlbeteiligung. „Natürlich sind wir nicht zufrieden“, sagte Günther. Stegner betonte, er habe kein Verständnis für die, die nicht wählen gingen.
    Rund 2,4 Millionen Menschen waren am Sonntag wahlberechtigt.
     Auch die Ergebnisse im Kreis Plön bestätigen die ersten Hochrechnungen zum Landestrend: die CDU hat die Nase vorn.
     
    Die gesammelten Ergebnisse der Kreise sowie die Zahlen aus dem Jahr 2013 finden Sie hier:

    Kommunalwahl 2018: Die Ergebnisse in den Kreisen | shz.de

    shzHier lesen Sie die aktuellen Ergebnisse aus den Kreisen und den Vergleich zur Kommunalwahl 2013.
     
    In Kiel fehlen noch die Stimmen aus zehn Wahlbezirken. Doch der Trend für den Bürgerentscheid ist schon sehr deutlich. Die Kieler stimmen mit gut 70 Prozent FÜR den Erhalt des Flughafens Holtenau. Das sind die Nein-Stimmen. Die Frage lautete:
    „Sind Sie dafür, dass der Verkehrslandeplatz Holtenau geschlossen und stattdessen auf dem Gelände ein neuer mischgenutzter Stadtteil mit weitest möglich kommunalem und gemeinnützigem Wohnungsbau und Gewerbe entwickelt wird?“

    Die ersten Kreise sind ausgezählt: In Schleswig-Flensburg (Screenshot) sowie in Dithmarschen ist die CDU die stärkste Kraft.

    „Wir haben Kiel und Lübeck gehalten. Da kann man mal sehen, was ein starker Oberbürgermeister ausmacht.“
    Ralf Stegner, SPD-Vorsitzender
    In Lübeck bleibt die SPD die stärkste Kraft - muss aber auch in ihrem Stammsitz Federn lassen. Sowohl SPD als auch CDU sacken unter die 30-Prozent-Marke. Einen satten Einstieg haben „Die Unabhängigen“. Deren Initiator Detlev Stolzenberg hatte im Bürgermeister-Wahlkampf als parteiloser Kandidat immerhin 20,4 Prozent der Stimmen geholt. Jetzt punktet seine Wählerinitiative mit 8 Prozent.
    von Mira Nagar bearbeitet von Tobias Fligge, shz.de 5/6/2018 6:48:45 PM
    „Das ist ein ausgesprochen gutes Ergebnis. Wir haben unser Ziel, den Vorsprung auszubauen, erreicht.“
    Daniel Günther, Ministerpräsident und CDU-Vorsitzender
Gesponsert von ScribbleLive Content Marketing Software Platform