Die Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa
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Die Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa

Sie fliehen vor Konflikten und Kriegen, aus Angst vor politischer Verfolgung, Hunger und Armut. Flüchtlinge erhoffen sich in der EU eine bessere Zukunft. Allein in Deutschland werden in diesem Jahr 800.000 Menschen erwartet. Europa steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Flüchtlingskrise im Newsblog.

  • Das Foto machte sie zu einem Symbol der Angst und des Leids vieler Flüchtlinge: der weinende Vater, der gerade mit seiner kleinen Tochter glücklich die lebensgefährliche Bootsfahrt von der türkischen Küste auf die griechische Insel Kos überstanden hatte. Das Bild aus dem August, das als erstes die «New York Times» veröffentlichte, verbreitete sich im Internet und rührte zahllose Menschen. Vor einigen Tagen nun ist der Iraker Laith Majid Al-Amirij mit seiner Familie heil in Berlin angekommen. jetzt posierte er mit seiner siebenjährigen Tochter Noor vor dem Brandenburger Tor. Die Familie wohnt auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne in Berlin-Spandau.

    Vor dem Brandenburger Tor: Laith Majid Al-Amirij und seine Tochter Noor. Foto: Jörg Carstensen, dpa
  • Die katholische und die evangelische Kirche haben sich gemeinsam gegen strengere Auflagen für Asylsuchende ausgesprochen. «Die Situation von Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu verschlechtern, lehnen wir ab», teilten die Prälaten beider Kirchen, Karl Jüsten und Martin Dutzmann, am Donnerstag mit. Sie sind zum Beispiel gegen die Einschränkung von Barauszahlungen an Flüchtlinge. Sachleistungen seien bürokratisch und verursachten höhere Kosten. Die Kirchen begrüßten dagegen die Zusage der Bundesregierung, zusätzlich sechs Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe bereitstellen.
  • Das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte kennt keine Obergrenze. Das gilt auch für die Flüchtlinge, die aus der Hölle eines Bürgerkriegs zu uns kommen.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel gegenüber der «Rheinischen Post». Trotz des kaum nachlassenden Zustroms von Migranten nach Deutschland will Kanzlerin Angela Merkel die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge nicht begrenzen. Zugleich sprach sich Merkel für eine Beschleunigung der Asylverfahren aus, vor allem bei Anträgen von Menschen aus sogenannten sicheren Staaten.
  • Grenzstopp, populistische Parolen, Zeitungsanzeigen zur Abschreckung: Dänemarks Regierung macht mit ihrer harten Kante gegen Flüchtlinge Schlagzeilen. Umso mehr wollen viele Dänen der Welt zeigen, dass ihr Land auch anders kann. Als Tausende Flüchtlinge durch Dänemark reisen, schwappt eine Welle der Hilfsbereitschaft durch das Land.

    Am Kopenhagener Hauptbahnhof kommen am Donnerstag nur wenige Flüchtlinge an, um zu bleiben. Die meisten sind auf der Durchreise ins schwedische Malmö. Trotzdem haben sich hier über 100 Dänen aufgestellt, um die Ankömmlinge willkommen zu heißen. Sie malen Pappschilder, packen Tüten mit Lebensmitteln, verteilen SIM-Karten für Handys, helfen Familien in die richtigen Züge. Aus der Hafenstadt Rødby nehmen Dutzende Dänen Flüchtlinge Richtung Schweden mit, manche fahren sie über die Öresund-Brücke oder segeln mit ihnen ans andere Ufer.

    Hilfsbereitschaft am Kopenhagener Hauptbahnhof. Foto: Julia Wäschenbach, dpa
  • Die Unterbringung von Flüchtlingen bringt das hoch verschuldete Bremen in finanzielle Bedrängnis. Die rot-grüne Landesregierung verhängte eine Haushaltssperre. Dennoch werde Bremen ohne zusätzliche Kredite in diesem Jahr nicht auskommen, teilte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) mit. «Ein Nachtragshaushalt zur Finanzierung der Unterbringung und Integration der Flüchtlinge ist unausweichlich.» Bis kommenden Dienstag soll geklärt werden, wie hoch die zusätzlichen Ausgaben voraussichtlich sein werden.
  • Im Streit um das geplante Flüchtlingsheim Sophienterrasse im vornehmen Hamburger Stadtteil Harvestehude bahnt sich nach Medien-Informationen eine Lösung an. Nach Infos des Senders NDR 90,3 stehen das zuständige Bezirksamt und klagende Anwohner kurz vor einem Kompromiss.
    Die drei klagenden Villenbewohner im Stadtteil Harvestehude verhandelten seit zwei Wochen mit dem Bezirksamt Eimsbüttel, um den von ihnen erlangten Baustopp fallen zu lassen, berichtete der Sender.
    Sie könnten nun doch einem Vergleichsvorschlag des Gerichts zustimmen, den sie im Mai noch abgelehnt hatten.
    Bezirksamtsleiter Torsten Sevecke sagt zu NDR 90,3, der Gesinnungswandel der Kläger habe auch damit zu tun, dass eine Änderung des Bebauungsplans eingeleitet worden sei, um den Baustopp an der Sophienterrasse auszuhebeln. „Das, glaube ich, ist nicht ohne Eindruck geblieben.“ Mit Blick auf die Flüchtlingssituation fügte er hinzu: „Man wird wohl auch sagen können, dass die gegenwärtige gesamtpolitische Lage dazu beigetragen hat, einen Verständniswechsel bei den Klägern herbeizuführen.“ Kommt es zur Einigung, könnte nach Informationen des Senders der Umbau des 15 Millionen Euro teuren Gebäudes beginnen und noch im Winter Flüchtlingsfamilien in die Nähe der Alster umziehen.
    Das Verwaltungsgericht Hamburg hatte Ende Januar einem Eilantrag von drei Anwohnern stattgegeben und den Umbau des früheren Kreiswehrersatzamts in eine Unterkunft gestoppt. Es verwies dabei unter anderem auf den Baustufenplan von 1955, der das Gebiet als besonders geschütztes Wohngebiet ausweise. In dem seit 2012 leerstehenden Gebäude möchte die Stadt etwa 200 Flüchtlinge unterbringen.
  • Mit rund 90 wartenden Flüchtlingen in der Bahnhofshalle und rund 40 weiteren auf dem Bahnsteig Richtung Kopenhagen haben sich die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer im Flensburger Bahnhof heute Abend auf die zweite Nacht mit Geflohenen vorbereitet. Keiner weiß im Moment: Werden es mehr oder weniger. Die ankommenden Züge aus Hamburg bringen meist mehr Menschen, die weiter nach Schweden möchten, als der dänische Zug auf Gleis 1 aufnehmen kann. Deshalb nimmt die dänische Bahn zwar Flüchtlinge ohne Ticket mit, nicht aber ohne Reservierung - aus Furcht vor Überfüllung.
    In der Bahnhofshalle steht derweil die Versorgung. Es gibt eine Getränke-und Essensausgabe, Aber auch genügend Windelpakete, Babynahrung und Hygieneartikel. landtagsabgeordnete Simone lange und Katrine Hoop von der Initiative "Refugees welcome - Flensburg" haben schon für sieben Familien Schlafmöglichkeiten. Frauen und Kinder sollen nicht im Bahnhofstunnel übernachten müssen so wie rund 100 Männer in der Nacht davor. Zwischendrin gibt es immer neue Hilfsangebote: Kleidung, Essen und ein junger Mann überbringt Bargeld -eine Spende der Bundeswehr.
  • Rund 70 Flüchtlinge haben in Heidenau gegen die schlechten Bedingungen in ihrer Unterkunft protestiert. Ausgestattet mit Pappschildern versammelten sie sich vor dem alten Baumarkt, in dem sie untergebracht sind. Auf den Schildern waren Schriftzüge wie «Wir sind kalt» zu lesen, knapp 20 Polizisten sicherten den Protest. 

    «Es ist erst September und schon jetzt frieren wir nachts. Wir haben nur einen dünnen Schlafsack, keine Decke und keine Kissen», sagte der Syrer Anas Sakka, der seit knapp zwei Wochen in der Unterkunft wohnt. Zudem sei es nachts oft laut und viele Bewohner warteten bereits seit Tagen auf ihren obligatorischen Gesundheitscheck.

    Flüchtlingsprotest in Heidenau. Foto: Nils Bastek, dpa
  • Etwa 200 Flüchtlinge sind am Donnerstagabend mit einer Fähre der Stena Line von Kiel nach Göteborg in Schweden abgereist. Für etwa 50 Flüchtlinge, die kein Geld mehr hatten, bezahlten die deutschen Behörden die Tickets, teilte die Polizei in Kiel mit. 150 Flüchtlinge war mit Bussen aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Boostedt (Kreis Segeberg) nach Kiel gebracht worden. Dorthin waren sie am Vorabend von Flensburg aus gebracht worden. Rund 50 Flüchtlinge kamen selbstständig zum Kieler Fährterminal, um ebenfalls die Fähre nach Schweden zu nehmen. Am Terminal herrschte eine ruhige Atmosphäre. „Das ist alles ziemlich problemlos gelaufen“, sagte ein Polizeisprecher.
    Die Reise der Flüchtlinge in Richtung Skandinavien war in Flensburg gestoppt worden, weil die dänische Bahn zuvor auf Anweisung der Polizei angesichts Hunderter ankommender Flüchtlinge den Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark vorübergehend eingestellt hatte.
  • Das Boarding soll problemlos verlaufen sein. Alle, die wollten, konnten mitfahren.
  • Die Stena Line verlässt gerade den Kieler Hafen. Laut Angaben des Sprechers der Fährgesellschaft sind knapp 200 Flüchtlinge an Bord.

  • Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles hat die Bedeutung des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 Euro für Zuwanderer unterstrichen:

    Natürlich ist der Mindestlohn auch ein wichtiges Instrument, um die Zuwanderung nicht in einen Wettlauf nach unten, sondern in vernünftige Arbeit münden zu lassen.

    Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht im Mindestlohn dagegen ein Hindernis für die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.
    «Mehr Beschäftigung für gering Qualifizierte gibt es unter sonst gleichen Bedingungen nur zu niedrigerem Lohn», schrieb der Ökonom in einem Beitrag für die «Wirtschaftswoche».
  • Bundesfamilienministerin Schwesig sieht in der guten Betreuung von Flüchtlingskindern einen Schlüssel zur besseren Integration. Die Fehler der Vergangenheit, als sich Integrationsbemühungen auf Männer im Arbeitsmarkt konzentrierten, dürften nicht wiederholt werden, sagt Schwesig bei der ersten Lesung des Haushalts ihres Ministeriums im Bundestag. Kinder von Migranten müssten früh durch den Besuch von Kitas und Schulen die deutsche Sprache lernen und auch Freunde finden. «Es kommen neue Herausforderungen auf uns zu», so Schwesig.

    Foto: Gregor Fischer, dpa 
  • Schwedens Regierungschef Löfven hat Dänemark für dessen Vorgehen im Umgang mit den durch das Land reisenden Flüchtlingen indirekt kritisiert. Er gehe davon aus, dass Dänemark die Flüchtlinge registriere, die sich im Land aufhalten. «Alle Länder sollen der Dublin-Verordnung folgen, und das beinhaltet, dass alle Länder Flüchtlinge registrieren sollen», sagt Löfven nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. «Wir gehen davon aus, dass alle Länder sich an die Regeln halten.»
  • Nächster Halt Schweden

    Zeitweise war der Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark unterbrochen. Einige Flüchtlinge haben deshalb kurzerhand den Weg Richtung Mecklenburg-Vorpommern eingeschlagen, um so nach Schweden zu reisen. Bis zum Nachmittag kamen in Rostock rund 200 Flüchtlinge mit Zügen aus Hamburg an, wo ehrenamtliche Helfer die Flüchtlinge empfingen und zum Seehafen begleiteten. Bereits gestern waren 57 Flüchtlinge über Rostock nach Schweden weitergereist, wie die Bundespolizei mitteilte. Inzwischen fahren die Züge zwischen Deutschland und Dänemark wieder.





  • Bundeswehr hilft

    Deutsche Soldaten haben bisher 14 500 Schlafplätze für Flüchtlinge in 41 Kasernen und anderen Liegenschaften der Bundeswehr geschaffen. Die meisten Flüchtlingsunterkünfte auf Bundeswehrgelände gibt es aktuell in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen. 
    Außerdem seien zeitlich befristet rund 150 Angehörige der Bundeswehr abgestellt worden, um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bei der Bewältigung der Asylverfahren zu unterstützen, teilte das Verteidigungsministerium mit. Am Bahnhof in Dortmund und Düsseldorf seien bis zu 60 Soldaten als «Helfende Hände» unterwegs. Bundesweit stünden 42 Busse mit Fahrern für den Transport von Flüchtlingen von den Bahnhöfen in ihre Unterkünfte zur Verfügung.

    Ein Bundeswehrsoldat begleitet am Bahnhof in Dortmund Flüchtlinge nach ihrer Ankunft mit einem Sonderzug. Foto: Caroline Seidel, dpa/Archiv
  • Angesichts der Flüchtlingskrise hat sich Schleswig-Holsteins Oppositionsführer Daniel Günther (CDU) kritisch zu Einzelfallentscheidungen geäußert. „Bei allem Verständnis für Flüchtlinge gibt es keinen Anspruch auf die Aufnahme in einem Wahlland“, sagte Günther am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
    Er nahm damit Bezug auf eine Entscheidung der schleswig-holsteinischen Polizei vom Dienstag, Flüchtlinge in Lübeck trotz fehlender Papiere mit der Bahn weiter in Richtung Dänemark reisen zu lassen.„Ich habe Verständnis für das Verhalten der Polizei in Lübeck, die in einer ersten Reaktion so gehandelt hat, um eine Eskalation zu verhindern“, sagte Günther. Dies dürfe allerdings kein Dauerzustand sein. „Deutschland und Europa werden die Flüchtlingskrise dauerhaft nur bewältigen können, wenn sich alle an die gemeinsamen Regeln halten.“ Auch in solchen Ausnahmesituationen dürfe der Rechtsstaat nicht ausgehebelt werden.
  • Im Rahmen der sozialen Initiative #Gegenstimmen treten prominente Medienpersönlichkeiten geschlossen für Menschlichkeit und gegen Fremdenhass ein. 

    Initiative #Gegenstimmen: gemeinsam, laut und deutlich für Menschlichkeit und gegen Fremdenhass!
    via YouTube
  • Wer Flüchtlinge unterbringen will, muss sich derzeit noch an viele Vorschriften halten. Die Bundesländer fordern die Regierung deshalb auf, die Hürden deutlich zu senken. Generell sollen Flüchtlingsunterkünfte in Wohn- und Gewerbegebieten zugelassen werden. Auch Schulen und andere Bildungseinrichtungen sowie Krankenhäuser sollen einfacher für die Unterbringung genutzt werden. Insgesamt geht es darum, mehr Flüchtlinge in kürzerer Zeit unterzubringen
  • Rockmusiker Udo Lindenberg hofft, dass das abgesagte Solidaritätskonzert zahlreicher Musiker für Flüchtlinge am 4. Oktober in Berlin zu einem späteren Zeitpunkt doch noch stattfindet. «Es wäre eine machtvolle Demonstration unserer Begrüßungskultur.» Er sprach von einem «neuen deutschen Sommermärchen», in das das Konzert gut passen würde.

    Ein Konzertveranstalter hatte ursprünglich geplant, die Bühne und die Technik von den Feierlichkeiten am Tag der Deutschen Einheit 24 Stunden zuvor zu nutzen. Das sei technisch aber nicht möglich, so der Veranstalter. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Veranstaltungen sei zu kurz.

     «Das ist ganz oben auf meiner Wunschliste», sagte der 69-Jährige. Foto: Peter Steffen, dpa

  • Auch in Piräus trafen Tausende Migranten von der überfüllten Insel Lesbos ein. Bereits in den vergangenen Tagen waren Schätzungen nach mehr als 10 000 Migranten von den Inseln Lesbos, Kos, Samos und Leros in Piräus angekommen. Die meisten von ihnen zogen weiter in den Norden des Landes, weil sie nach Westeuropa wollten. 
    von Laura Lewandowski, dpa bearbeitet von Christoph Lignitz, dpa 9/10/2015 2:53:09 PM
  • Es regnete in Strömen und überall war Schlamm - trotzdem haben sich mehrere tausend Flüchtlinge im Norden Griechenlands zur mazedonischen Grenze durchgeschlagen. Mehr als 4000 Menschen passierten völlig durchnässt die Grenze vom griechischen Idomeni zum mazedonischen Gevgelija, wie griechische Medien und Augenzeugen berichteten. Weitere 3000 Flüchtlinge warteten noch an der Grenze, immer mehr kamen mit Bussen an, wie Augenzeugen weiter berichteten. 
  • SELFIE mit der Kanzlerin. Rodin Saouan aus Syrien schießt ein Foto mit seinem Handy von Merkel und sich, als diese die Erstaufnahmeeinrichtung in Berlin-Spandau besucht. Foto: Bernd von Jutrczenka, dpa 
    von Laura Lewandowski, dpa bearbeitet von Christoph Lignitz, dpa 9/10/2015 2:34:47 PM
  • Die mutmaßliche Hetzerin aus Heidenau ist geschnappt: Die Polizei entlarvte eine Frau aus Dresden, die Kanzlerin Merkel beim Besuch der Flüchtlingsunterkunft beschmipft haben soll. Die 20-Jährige muss sich laut Polizei nun wegen Beleidigung verantworten, wegen verfassungsfeindlicher Verunglimpfung von Verfassungsorganen werde dagegen nicht mehr ermittelt, hieß es. 

    Auf einem bei Youtube eingestellten Video ist eine Frau zu hören, die unter anderem Beschimpfungen wie «Volksverräterin» und «blöde Schlampe» schreit, als Merkel die Flüchtlingsunterkunft in einem früheren Baumarkt verlässt.
  • Am Donnerstagvormittag sind laut einer Mitteilung der Polizei  rund 200 Flüchtlinge am Kieler Schwedenkai eingetroffen. Etwa 150 von ihnen kamen in Bussen der Landespolizei aus der Flüchtlingsunterkunft in Boostedt nach Kiel, der Rest reiste selbstständig an. Die Landespolizei hatte am Mittwochabend gestrandeten Flüchtlingen in Flensburg versprochen, sie nach Kiel zu bringen und die Fährkosten nach Göteborg zu übernehmen. Mit der Zusage habe man die Lage beruhigen wollen, sagte ein Sprecher der Landespolizei Schleswig-Holstein - und sprach von einer "Einzelfallentscheidung". 
  • Der dänische Radiosender DR P4 hat bei Facebook ein Video veröffentlicht, das Flüchtlinge zeigt, die den Padborger Bahnhof aufräumen. 

    En håndfuld unge fra Syrien ventede tidligere i dag på stationen i Padborg. De ville med tog til København og derefter til Sverige.

    Ventetiden brugte de på at rydde op på perronen.
    En tidligere gruppe flygtninge og migranter havde efterladt en del affald, men det blev fjernet med et snuptag.

    Klicken Sie hier, um das Facebook-Video zu sehenDR P4 Syd og Esbjergvia Facebook am 13:28

  • Eine junge Syrerin bedankt sich in Erfurt bei den Deutschen für ihr großes Herz. Foto: Martin Schutt, dpa 
  • Österreich hat die Bahnverbindung zu Ungarn gekappt, Hunderte Flüchtlinge haben anschließend auf eine Ausreisemöglichkeit im Budapester Bahnhof gehofft. 
    Besonders dramatisch sind die Bilder von Familien mit kleinen Kindern: Sie drängten sich vor den Bahnsteigen, zumeist waren es Kriegsflüchtlinge aus Syrien. Andere lagen erschöpft auf dem Boden. Freiwillige Helfer versorgten die Wartenden mit Lebensmitteln und Kleidung.

    Über ein Megafon erklärte ein Flüchtling auf Arabisch die neue Lage. Er sagte, die Menschen sollten sich eine Fahrkarte bis zum nordungarischen Grenzbahnhof Hegyeshalom kaufen. Von dort aus könnten sie in Gruppen die Grenze nach Österreich überqueren. Nach österreichischen Polizeiangaben gelangten am Donnerstag etwa 1000 Menschen zu Fuß über die Grenze.
  • Ungarn erwägt, wegen des Andrangs von Flüchtlingen den Krisenfall auszurufen. Über einen entsprechenden Vorschlag des Innenministeriums werde die Regierung am kommenden Dienstag entscheiden, erklärte Janos Lazar, Kanzleichef des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban.

    Vom kommenden Dienstag an gilt illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat - bislang ist er nur eine Ordnungswidrigkeit. Zudem wolle man nun auch die Eisenbahn-Zufahrt aus dem Nachbarland Serbien sperren, sagte Lazar weiter. Diese Stelle am Grenzübergang Röszke ist der einzige Ort, der noch von keinem Grenzzaun versperrt wird. Daher kommen seit Tagen viele Flüchtlinge entlang der Schienen aus Serbien nach Ungarn.

    Polizisten bewachen das Flüchtlingslager von Röszke in Ungarn. Foto: Peter Zschunke, dpa  

  • Auch Schleswig-Holsteins Europaministerin Anke Spoorendonk (SSW) mahnt eine abgestimmte einheitliche Linie der Europäischen Union an. „Notwendig ist ein europaweit koordiniertes Vorgehen in einer humanen Flüchtlingspolitik“, sagte die Politikerin der dänischen Minderheitspartei. „Nationale Alleingänge helfen da nicht.“ Die derzeitige Situation sei „eine große Herausforderung für uns alle in ganz Europa“. Notwendig seien außerordentliche Anstrengungen, um den Menschen zu helfen. „Daran müssen wir gemeinsam arbeiten“, sagte die Ministerin.
  • Etwa 30 syrische Flüchtlinge bedanken sich in Erfurt mit Blumen und kleinen Karten für ihre Aufnahme in Deutschland. In der Innenstadt verteilen sie Rosen in verschiedenen Farben an Passanten.

    Foto: Martin Schutt, dpa 
  • Neue Gruppe Geflüchteter kommen in #Flensburg aus #hamburg auf dem Weg nach Schweden an. Unglaublich ungebrochen viel Hilfsbereitschaft.
  • Die Spendenbereitschaft der Deutschen für Flüchtlinge ist nach Einschätzung von Hilfsorganisationen vergleichsweise hoch. Die Summe der Geldspenden sei zwar niedriger als bei Katastrophen wie etwa dem Erdbeben in Nepal. «Aber wir finden es beachtlich, wie viel für Flüchtlinge gespendet wird», sagt Maria Rüther von der «Aktion Deutschland Hilft».

    In den vergangenen Wochen gingen demnach rund vier Millionen bei der «Aktion Deutschland Hilft» - einem Bündnis von 24 Hilfsorganisationen - für Flüchtlinge ein. Das Erdbeben in Nepal im Frühjahr habe in einem ähnlichen Zeitraum 19,9 Millionen eingebracht, das Hochwasser in Deutschland 2013 sogar 21,6 Millionen, sagt Rüther.

     Sach- und Lebensmittelspenden für Flüchtlinge im Bahnhof von Flensburg. Foto: Christian Charisius, dpa
  • In Flensburg kommen weiter Züge mit Flüchtlingen an. Die meisten von ihnen steigen aber gleich weiter um in Züge nach Dänemark. Im Vergleich zu Mittwochnacht ist die Lage entspannt.
  • Ralf Stegner, Chef der SPD Schleswig-Holstein und Bundes-Vize seiner Partei, hat sich für eine gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik ausgesprochen. Es mache wenig Sinn, "nationale Alleingänge zu unternehmen", sagte Stegner dem NDR. Zum Beispiel das Dublin-Verfahren müsse geändert werden. Das Interview zum Anhören. 
  • Flüchtlinge auf der Durchreise nach Schweden: Wichtige Grenzübergänge, Zug- und Fährverbindungen. Grafik: S. Stein
  • Das an die Türkei grenzende EU-Land Bulgarien hat sich mit den Vorschlägen von EU-Kommissionspräsident  Juncker zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa einverstanden erklärt. Der ärmste EU-Staat könne allerdings das «Niveau von Löhnen und Sozialleistungen der anderen (Zielstaaten) kaum bieten», warnt Vizeregierungschef und Sozialminister Kalfin im Staatsradio. 

    Bulgarien könne die vorerst notwendigen Bedingungen schaffen, die Flüchtlinge aber nicht zwingen, im Lande zu bleiben: «Wir können sie weder in Haft nehmen noch festbinden», sagt Kalfin. «Deswegen sollten die Regeln des Dublin-Abkommens überarbeitet werden». Danach müssen Flüchtlinge in dem Land bleiben, wo sie zuerst in die EU eingereist sind oder verteilt wurden.
  • Europa ist stark genug, Flüchtlinge aufzunehmen, twittert die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Migration spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft. 


  • Laut kn-online.de erhöht die Stena-Line in Kiel die Kapazität für die Fahrt am Donnerstagabend. Sprecherin Mascha Günther erklärte gegenüber shz.de: "Wir nehmen so viele Flüchtlinge mit wie möglich."

    Sollten nicht alle Flüchtlinge auf die Stena-Line kommen, werden die Verbleibenden wieder zurück nach Boostedt gebracht, heißt es bei kn-online.de. Ein erneuter Anlauf werde dann am Freitag gestartet.

    Die Stena-Line legt um 18.45 Uhr in Kiel ab.
  • Hilfe ist freiwillig - Flucht nicht. 


  • Ca. 150 #Refugees in #Kiel an der Fähre nach Schweden. Lage entspannt, aber unklar. http://pbs.twimg.com/media/COiwcCBW8AACW1C.jpg

  • Nicht nur die Stena-Line reagiert angesichts der vor den Fähren in Kiel wartenden Flüchtlingen gelassen. Von der TT-Line heißt es: „Wir haben bisher kein größeres Aufkommen an Passagieren.“ Und sollte sich das ändern, dürfe jeder mitfahren, der im Besitz eines Tickets sei und seinen Namen nenne. Einzige Grenze sei allein das Fassungsvermögen der Schiffe. Den Fährbetrieben sei es egal, ob es sich bei den Menschen um Flüchtlinge, Pendler oder Urlauber handele. „Für uns sind es Passagiere.“
    TT-Line bietet im Schnitt täglich drei Verbindungen von Rostock und vier Verbindungen von Lübeck-Travemünde nach Trelleborg an. Stena Line wiederum fährt einmal täglich von Kiel nach Göteborg sowie von Sassnitz auf der Insel Rügen nach Trelleborg. Weitere drei Fahrten gingen täglich von Rostock nach Trelleborg.
  • Die dänische Bahn will Flüchtlingen eine kostenlose Reise durch das ganze Land ermöglichen, schreibt der Radiosender DR Nyheder. 


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