Die Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa
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Die Flüchtlingskrise in Deutschland und Europa

Sie fliehen vor Konflikten und Kriegen, aus Angst vor politischer Verfolgung, Hunger und Armut. Flüchtlinge erhoffen sich in der EU eine bessere Zukunft. Allein in Deutschland werden in diesem Jahr 800.000 Menschen erwartet. Europa steht vor einer gewaltigen Herausforderung. Verfolgen Sie die Entwicklungen in der Flüchtlingskrise im Newsblog.

  • Deutschland hat seine Ankündigung, wegen des unkontrollierten Flüchtlingszustroms wieder Grenzkontrollen einzuführen, umgehend umgesetzt. So richtete die Polizei im Grenzgebiet zu Österreich Kontrollpunkte ein. Es seien aber nur vereinzelt und stichprobenartig Fahrzeuge angehalten und überprüft worden, berichtete ein dpa-Reporter. Auf der A8 am Grenzübergang bei Bad Reichenhall staute sich der Verkehr rund drei Kilometer am frühen Morgen.   

    Stau an der deutsch-österreichischen Grenze. Foto: Barbara Gindl 

  • Morgen könnte es erste Eindrücke von den Auswirkungen des vorübergehend gestoppten Zugverkehrs aus Österreich und der Wiedereinführung von Grenzkontrollen geben. In Berlin berät die CDU über ihre grundsätzliche Haltung zu einem Einwanderungsgesetz. Die EU-Innenminister sprechen bei einem Krisentreffen in Brüssel über die Verteilung von 120 000 Flüchtlingen. Das Vorhaben einer festen Verteilungsquote bleibt unter den Staaten umstritten. Derweil geht die Massenflucht nach Europa weiter. Die deutschen Bundesländer ächzen unter der Last. Unser Blog pausiert an dieser Stelle und steigt am Morgen wieder in die Berichterstattung ein.
  • Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka zeigt Verständnis für die deutsche Entscheidung, wieder Grenzkontrollen einzuführen. «Die EU hat in der Flüchtlingskrise ihre eigenen Regeln nicht eingehalten und die Außengrenzen nicht effektiv geschützt», sagte der Sozialdemokrat. Deutschland habe daher ein Recht zu einer solchen vorübergehenden Maßnahme.

    Der tschechische Regierungschef fühlt sich in seiner Forderung nach einer besseren Sicherung der EU-Außengrenzen bestätigt: «Ich hoffe, dass die deutsche Entscheidung den Druck erhöht hin zu einer Lösung, den aktuellen Flüchtlingsstrom besser zu regulieren.» Tschechien zählt mit Polen, Ungarn und der Slowakei zu den Gegnern eines EU-weiten Verteilsystems für Flüchtlinge. 
  • Wegen der Maßnahmen Deutschlands und Österreichs zur Kontrolle des Flüchtlingsverkehrs Richtung Westen hat Ungarns Polizei die Beamten an der Südwestgrenze in Alarmbereitschaft versetzt. Alle Polizisten in sechs Verwaltungsbezirken nahe der österreichischen Grenze müssten binnen zwei Stunden auf ihren Dienststellen erscheinen.

    Ungarische Truppen verstärken einen Grenzzaun. Foto: Zoltan Gergely Keleman/Archiv 
  • Der linke Flügel der SPD hat die Entscheidung der Bundesregierung für Grenzkontrollen kritisiert. «Willkommens-Selfies der Kanzlerin mit Geflüchteten einerseits und die Wiedereinführung von Grenzkontrollen durch den Innenminister andererseits passen absolut nicht zusammen», sagte der Sprecher der SPD-Linken im Bundestag, Matthias Miersch
  • Dieser Schritt wird nicht alle Probleme lösen, das wissen wir.

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière zur Wiedereinführung der Grenzkontrollen
  • Wenn es dicke kommt, dann kommt es oft richtig dicke: Inmitten des Flüchtlingschaos im Münchener Hauptbahnhof musste das Gebäude für zwei Stunden geräumt werden, weil ein Sprengstoff-Spürhund angeschlagen hatte. Mit den Flüchtlingen hatte der Vorfall aber nichts zu tun. Foto: Sven Hoppe
  • Nach der Einstellung des Bahnverkehrs von Österreich nach Deutschland haben Hunderte Flüchtlinge in Salzburg die Züge verlassen müssen. Sie wurden zunächst in eine geräumte Tiefgarage am Hauptbahnhof gebracht. Die Bahnsteige waren fast menschenleer. Auf Anzeigetafeln war zu lesen: «Der Zugverkehr wird auf Anweisung der deutschen Behörden bis auf weiteres eingestellt. (...) Grund dafür ist die aktuelle Flüchtlingssituation in Deutschland.»

    Endstation Salzburg. Foto: Michael Hudelist 
  • Da die Stena-Line-Fähre schon zwei Stunden vor Abfahrt ausgebucht war, konnten nicht alle Flüchtlinge von Kiel nach Göteborg reisen. Gut 150 Menschen wurden vorübergehend bis morgen in der Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld untergebracht. Sie sollen morgen nach Schweden reisen können.
  • Das Bündnis "Kiel hilft Flüchtlingen" lobt die Hilfsbereitschaft in der Landeshauptstadt. Das Restaurant im Stena-Terminal habe beispielsweise heute die Versorgung der Flüchtlinge vor Ort übernommen. Für die rund 60 Menschen wurde Suppe gekocht. Dank des Chefkoches, der aus dem Iran stammt, sei auch die Kommunikation kein Problem gewesen.
  • Die Alternative für Deutschland (AfD) applaudiert zur Einführung von Grenzkontrollen. «Es ist ja eine unsere Hauptforderungen, dass wir sagen, die Grenzen müssen kontrolliert werden», sagte die AfD-Vorsitzende Frauke Petry der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig kritisierte sie die «Planlosigkeit» der Bundesregierung: «Die Regierung reagiert nur, wenn es gar nicht mehr anders geht, aber sie hat kein Konzept, wie man mit diesem großen Andrang auf Dauer umgehen soll.»

    Die AfD-Chefin äußerte außerdem Zweifel an der Fähigkeit der Bundespolizei, die deutschen Außengrenzen effektiv zu kontrollieren. «Die Zahl der Bundespolizisten ist einfach zu gering.» Auch bleibe abzuwarten, wie die Nachbarländer reagieren werden.
  •  Die EU-Kommission hat zunächst keine Einwände gegen die vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen in Deutschland. Die derzeitige Lage in Deutschland sei nach erstem Eindruck von den Regeln des Schengener Grenzkodex' gedeckt. Demnach können solche Kontrollen zwischen Mitgliedstaaten unter besonderen Umständen wiedereingeführt werden. Das Schengen-Abkommen regelt den freien Reiseverkehr zwischen den Mitgliedstaaten.

    Vorübergehend wieder Pflicht: Ein Grenzschild der Bundesrepublik weist auf Passkontrollen hin. Foto: Christian Charisius/Archiv 
  • Nur eine Woche nach dem Koalitionsbeschluss zur Aufstockung der Flüchtlingshilfe des Bundes verlangt Bayern bereits eine Verdopplung der vereinbarten Mittel - mindestens. In diesem Jahr sollten die Länder und Kommunen statt einer nun zwei Milliarden Euro bekommen, im kommenden Jahr sechs statt drei, sagte der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Er begründete dies damit, dass sich die Lage in den vergangenen sieben Tagen - und damit seit dem Koalitionsbeschluss - noch einmal dramatisch verschärft habe.
  • Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat die vorläufige Wiedereinführung der Grenzkontrollen in Deutschland begrüßt. «Wir haben großes Verständnis für Deutschlands Entscheidung und erklären unsere volle Solidarität», sagte der rechtskonservative Ministerpräsident der «Bild»-Zeitung (Montag). «Wir verstehen, dass diese Entscheidung notwendig war, um die gewachsenen Werte Deutschlands und Europas zu verteidigen. Selbstverständlich sind wir bereit zu jeglicher Form der Zusammenarbeit.» 

    «Volle Solidarität» mit Deutschland: Ungarns Regierungschef Orban bei einem Treffen mit Angela Merkel. Foto: Hannibal/Archiv
  • Nach dem geltenden europäischen Recht ist Deutschland für den allergrößten Teil der Schutzsuchenden gar nicht zuständig.

    Bundesinnenminister Thomas de Maizière zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen
  • Tschechien reagiert auf die Wiedereinführung der Grenzkontrollen zwischen Deutschland und Österreich. «Die tschechische Polizei verstärkt ihre Kontrollen an der Grenze zu Österreich», sagte Innenminister Milan Chovanec. Das weitere Vorgehen sei davon abhängig, wie viele Flüchtlinge auf die Route über Tschechien auszuweichen versuchten. Zuvor hatte Tschechiens Regierungschef Bohuslav Sobotka eine EU-weite Quotenregelung zur Verteilung der Flüchtlinge erneut abgelehnt.

    Grenzübergang: Tschechien will ihre Kontrollen an der Grenze nach Österreich vrstärken. Foto: Ralf Hirschberger/Archiv
  • Die österreichische Regierung will keine zusätzlichen Kontrollen an der Grenze zu Ungarn einführen. Das sagte Bundeskanzler Werner Faymann nach einer Krisensitzung . Bisher wurden an der ungarischen Grenze nur stichprobenartige Kontrollen durchgeführt. Diese Vorgehensweise soll fortgeführt werden.

    Wie sich die Grenzkontrollen in Deutschland auf die Situation in Österreich auswirken werden, sei laut Faymann noch nicht abzuschätzen. «Wir können nicht vorhersehen, wie der Rückstau ausschaut.»
  • Rund 4500 neue Flüchtlinge sind heute bis zum späten Nachmittag am Münchner Hauptbahnhof angekommen. Insgesamt etwa 5200 Flüchtlinge wurden von München aus in Unterkünfte innerhalb Bayerns und in andere Bundesländer gebracht. Dafür wurden fünf Sonderzüge und 42 Busse eingesetzt. Am Samstag hatten mehr als 12 000 Migranten die Landeshauptstadt erreicht.
  • Es ist ein ganz wichtiges Signal an die ganze Welt und auch nach innen, in die Bundesrepublik Deutschland.

    CSU-Chef Horst Seehofer über die vorübergehende Wiedereinführung von Grenzkontrollen
  • Die Bundespolizei kündigt intensive Kontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze an. Derzeit werden Einheiten in den Grenzraum verlegt. Ziel ist es, die unkontrollierte Einreise von pass- und visumspflichtigen Bürgern aus Drittstaaten zu begrenzen. 

    Reisende seien wie immer dazu verpflichtet, beim Überschreiten der Grenze ihren Reisepass oder Personalausweis mitzuführen. Man stehe in engem Kontakt zu den österreichischen Behörden und der Deutschen Bahn. «Wir haben uns darauf eingestellt, diese Maßnahme nach einer Phase des Aufwachsens über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten», hieß es weiter. 

     Flüchtlinge, die kurz zuvor mit dem Zug angekommen sind, steigen am Hauptbahnhof in Passau in einen Bus der Bundespolizei. Foto: Armin Weigel
  • Die Presseerklärung von Bundesinnenminister Thomas de Maizière im Video. Nachfragen der Presse waren nicht erlaubt.

  • Vorübergehende Einstellung des Zugverkehrs der ÖBB in und aus Richtung Ungarn: bit.ly/1nbuKvd #bahn

  • Die Deutsche Bahn unterbricht den Zugverkehr von und nach Österreich bis Montagmorgen um 6.00 Uhr. „Die DB hat auf Weisung der Bundesbehörden ab sofort für die kommenden zwölf Stunden den Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland eingestellt“, sagte eine Bahnsprecherin.
  • Bundesinnenminister Thomas de Maizière gibt zur Stunde eine Pressekonferenz zur Wiedereinführung von Grenzkontrollen. Ein Überblick in Nachrichtenspots:

    • Ziel sei es, den derzeitigen Zustrom von Flüchtlingen nach Deutschland zu begrenzen und zu einem geordneten Verfahren zu kommen. Das sei auch aus Sicherheitsgründen nötig, sagte de Maizière 
    • Nach dem geltenden europäischen Recht sei Deutschland für den größten Teil der Schutzsuchenden gar nicht zuständig. Die Regeln des Dublin-Abkommen seien unverändert gültig, betonte de Maizière. Er forderte alle EU-Mitgliedsstaaten auf, sich wieder daran zu halten, also die in die EU einreisenden Flüchtlinge nicht nur zu registrieren, sondern auch das Asylverfahren durchzuführen. 
    • Die Hilfsbereitschaft dürfe nicht überstrapaziert werden. Der Schritt sei auch ein Signal an Europa. Deutschland stelle sich seiner humanitären Verantwortung, betonte der Minister. Die Lasten müssten aber solidarisch verteilt werden. Die Einführung der Grenzkontrollen werden nicht alle Probleme lösen.
    • De Maizière betonte, die Wiedereinführung vorübergehender Grenzkontrollen sei «in der Koalition einvernehmlich beraten und beschlossen worden». Die Innenminister der Länder seien unterrichtet worden, sie stimmten diesem Schritt zu. Die Opposition habe er persönlich unterrichtet. Die Regierung in Wien sei konsultiert worden. 

  •  Vor der kleinen griechischen Insel Farmakonisi hat sich eine weitere Flüchtlingstragödie ereignet. Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots hat die Küstenwache Dutzende Leichen gefunden. 

    Zunächst hatten die Behörden drei, dann zehn und später 28 Tote gemeldet. Die Rettungsmannschaften entdeckten immer mehr Leichen. Es herrschte Unklarheit über die genaue Zahl der Opfer. Ein Sprecher der Küstenwache in Piräus sagte, die Zahl der Opfer betrage mindestens 34. «Leider haben wir hier 38 Tote», sagte hingegen der Diensthabende der Küstenwache der Hauptinsel Leros der Deutschen Presse-Agentur.
  • Der luxemburgische Grenzort Schengen ist zum Synonym für die Reisefreiheit von mehr als 400 Millionen Menschen in Europa geworden:
    • 985 unterzeichneten die Regierungschefs von Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten in Schengen eine Vereinbarung über die Abschaffung der Grenzkontrollen zwischen ihren Ländern. 
    • Mittlerweile gehören 22 der 28 EU-Mitglieder sowie Norwegen, Island, die Schweiz und Liechtenstein zum Schengen-Raum.
    • Die EU-Länder, die nicht zum Schengen-Raum gehören, sind: Bulgarien, Großbritannien, Irland, Kroatien, Rumänien und Zypern. Großbritannien und Irland spielen eine Sonderrolle, weil sie sich zwar an der Zusammenarbeit der Polizei im Schengen-Raum beteiligen, aber nicht auf Personenkontrollen verzichten.
    • Jedes Jahr reisen rund 1,25 Milliarden Menschen innerhalb des Schengen-Raumes über die Grenzen. 
    • Der Verzicht auf Kontrollen geht einher mit einer schärferen Überwachung der Außengrenzen. 
    • Bei besonderen Anlässen kann es vorübergehend wieder nationale Grenzkontrollen geben - in der Vergangenheit etwa bei einer Fußball-WM oder einem G7-Gipfel. 
    • Gegenwärtig setzen einige Staaten auch angesichts steigender Flüchtlingszahlen auf Grenzkontrollen. 
  • Die Deutsche Bahn unterbricht den Zugverkehr von und nach Österreich bis Montagmorgen um 6.00 Uhr. «Die DB hat auf Weisung der Bundesbehörden ab sofort für die kommenden zwölf Stunden den Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland eingestellt», sagte eine Bahnsprecherin.


    Leere Gleise an der Grenze zwischen Kufstein in Deutschland und Kiefersfelden in Österreich. Foto: Peter Kneffel/Archiv
  • Die Bundesregierung führt angesichts des starken Andrangs von Flüchtlingen vorübergehend wieder Grenzkontrollen ein. Das kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) in Berlin an. 

    Ein Polizist kontrolliert am Grenzübergang in Mittenwald die von Österreich einreisenden Autos. Vor dem G7-Gipfel in Elmau im Mai wurde an den deutschen Grenzen wieder kontrolliert. Foto: Sven Hoppe/Archiv 

  • Bei einem Sondertreffen wollen die Innenminister der EU morgen über Vorschläge zur Bewältigung der Krise beraten. Zu den theoretisch sofort umsetzbaren Vorschlägen der EU-Kommission zählt: 

    NOTUMSIEDLUNG: Brüssel will erreichen, dass in den kommenden zwei Jahren weitere 120 000 Asylbewerber nach einem verbindlichen Schlüssel EU-intern umverteilt werden. Damit sollen Ungarn, Griechenland und Italien entlastet werden.

    VERTEILUNGSSCHLÜSSEL: Welches Land wie viele Flüchtlinge bekommt, möchte die EU-Kommission von der Einwohnerzahl, der Wirtschaftskraft, der Arbeitslosenquote und der Zahl der Asylanträge in den Jahren 2010 bis 2014 abhängig machen. 

    75-PROZENT-QUOTE: Umverteilt werden sollen Flüchtlinge, die mit mehr als 75-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Recht auf Asyl haben. Das waren zuletzt nur Menschen aus Syrien, Eritrea und dem Irak. Bindend für die Entscheidung soll die durchschnittliche Anerkennungsquote im jeweils vergangenen Quartal sein.

    AUSGLEICHSZAHLUNG: Wenn ein Land mit guten Argumenten erklären kann, dass es kurzfristig keine Flüchtlinge aufnehmen kann, soll es bis zu zwölf Monate lang die Möglichkeit haben, eine Ausgleichszahlung zu leisten. Ein zulässiges Argument wäre beispielsweise eine Naturkatastrophe, nicht aber eine allgemeine Abneigung der Bevölkerung gegenüber Fremden.

    DAUERHAFTER KRISENMECHANISMUS: Um künftigen Streit zu vermeiden, soll ein permanent gültiges Verfahren geschaffen werden. Immer dann, wenn der Zustrom von Flüchtlingen ein Land zu stark belastet, könnten die Menschen nach dem festgelegten Verteilungsschlüssel in andere EU-Staaten umgesiedelt werden.

    SICHERE HERKUNFTSSTAATEN: Aus den westlichen Balkanländern sowie der Türkei kommende Menschen sollen künftig schneller wieder in ihre Heimat zurückgeschickt werden beziehungsweise gar nicht erst versuchen, einen Asylantrag zu stellen. Die Länder sollen zu sicheren Herkunftsstaaten erklärt werden.

    HILFE FÜR AFRIKAMit rund 1,8 Milliarden Euro will die EU-Kommission nun bei der Bewältigung der Krisen in der Sahelzone, in der Tschadseeregion, am Horn von Afrika und in Nordafrika helfen.

    EFFIZIENTE ABSCHIEBEPOLITIK: Ein neuer Aktionsplan soll dafür sorgen, dass Migranten ohne Bleiberecht schneller in ihre Heimatländer zurückkehren. Im Idealfall sollen Staaten dafür sorgen, dass die Menschen mehr oder weniger freiwillig zurückgehen - wenn dies nicht funktioniert, ist eine zügige Abschiebung unter Zwang vorgesehen.
  • Das Bündnis "Kiel hilft Flüchtlingen" ist am Stena-Terminal vor Ort und versorgt Flüchtlinge mit Lunch-Paketen.
  • Die Stena Line in Kiel meldet knapp zwei Stunden vor der Abfahrt, dass die Fähre nach Göteborg ausgebucht ist. Als Alternative wird die Fähre von Rostock nach Trelleborg angegeben.
  • #refugees #refugeeswelcome #StenaLine #Kiel - Göteborg 13.09. fully booked for tonight. Please use Rostock-Trelleborg 22:45.
  • Flüchtlinge stürmen von Serbien in Richtung Ungarn: Ungarn droht damit, am Dienstag seine Grenzen zu schließen. Dem wollen Tausende Flüchtlinge zuvorkommen. Sie trafen in der nordserbischen Stadt Kanjiza ein. Allein am Samstag hätten sich 6000 zur nahe gelegenen Grenze nach Ungarn auf den Weg gemacht, sagte Gemeindevorsteher Robert Lacko am Sonntag. Bis zum Abend rechne er mit noch einer größeren Zahl. Vom kommenden Dienstag an gilt illegaler Grenzübertritt in Ungarn als Straftat und nicht mehr wie bisher als Ordnungswidrigkeit. Illegalen Einwanderern drohen dann bis zu drei Jahre Haft. Es könne auch umfangreiche Abschiebungen zurück nach Serbien geben, hieß es in Budapest.

    Ungarische Grenzsoldaten patrouillieren an der Grenze zu Serbien. Immer noch drängen täglich tausende Migranten auf dieser Route nach Westen. Foto: Balazs Mohai
    von Claudia Kornmeier, dpa bearbeitet von Clemens Kubenka, dpa 9/13/2015 2:43:08 PM
  • Das Land ist reich genug, und von all denen, die heute aufjaulen, wird keiner dadurch schlechter leben

    Schauspielerin Iris Berben angesichts der Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte
  • Die Bundesregierung will nach zunächst unbestätigten Medienberichten als Reaktion auf die Flüchtlingskrise vorübergehend wieder Grenzkontrollen einführen. Betroffen davon seien vorerst die Grenze zwischen Deutschland und Österreich, meldete die «Bild»-Zeitung am Sonntag unter Berufung auf Sicherheitskreise. «Spiegel online» schrieb von Kontrollen an den südlichen Grenzen Deutschlands. Laut «Passauer Neue Presse» stoppt die Bundesregierung den Zugverkehr von und nach Österreich. Eine Bestätigung der Bundesregierung lag zunächst nicht vor. 
    von Claudia Kornmeier, dpa via dpa bearbeitet von Christina Norden, shz.de 9/13/2015 2:23:18 PM
  • Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) kündigt für 17.30 Uhr eine Pressekonferenz zur Schließung der Grenze an.
  • Laut Spiegel-Online führt Deutschland wieder Grenzkontrollen ein. Dies gilt vorerst nur an der Grenze zu Österreich.Alle Bundespolizisten seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Bundespolizei schicke alle verfügbaren Polizisten nach Bayern, um die Grenzen zu schließen.
  • In Flensburg wird um 22.36 Uhr ein Flüchtlings-Sonderzug aus München erwartet. Der Zug ist bereits unterwegs. Nach einem Zwischenstopp in Niedersachsen sollen einige Waggons nach Flensburg weitergeleitet werden. Wie viele Flüchtlinge mit der Bahn unterwegs sind, ist derzeit unklar.
  • Auch in den Niederlanden ist der Zustrom von Flüchtlingen stark gestiegen. In der vergangenen Woche hätten 3100 Menschen vor allem aus Syrien einen Asylantrag gestellt, teilte die Asylbehörde in Den Haag mit. Das ist etwa doppelt so viel wie in den Wochen zuvor. Allein in der Nacht zum Sonntag seien 600 Menschen in der zentralen Anmeldestelle in Ter Apel in der Provinz Groningen angekommen. 
  • Viele der Flüchtlinge in Flensburg haben den Überblick verloren, wo sie sich überhaupt befinden. "Wir wollen auf die Fähre nach Schweden", sagen sie. Doch die fährt ab Kiel.
  • Der CDU-Vorstand wird voraussichtlich am morgigen Montag unter Leitung von Parteichefin und Kanzlerin Merkel  einen Schritt hin zu einem Einwanderungsgesetz gehen. Das Gremium entscheidet über Abschlussberichte von Kommissionen der Parteivizevorsitzenden Julia Klöckner, Thomas Strobl und Armin Laschet. Die Kommissionspapiere sollen als Leitanträge dem Bundesparteitag im Dezember in Karlsruhe vorgelegt werden. Die SPD will in der großen Koalition noch in dieser Legislaturperiode ein Einwanderungsgesetz durchsetzen.
  • Varianten der Balkanroute - Kroatien statt Ungarn?

    Schließt Ungarn ab Dienstag seine Grenze, wird damit gerechnet, dass die Flüchtlinge auf der Balkanroute andere Wege nehmen.
    Die wahrscheinlichste Variante läuft von Belgrad ins EU-Land Kroatien entlang der wichtigen europäischen Eisenbahnstrecke München-Istanbul oder Athen. Die Entfernung von der serbischen Hauptstadt zum Grenzübergang Batrovci (Serbien)/Bajakovo (Kroatien) beträgt 110 Kilometer. Von dort ginge es weiter nach Zagreb und über das EU-Land Slowenien in die österreichischen Bundesländer Kärnten oder die Steiermark.
  • Angesichts der dramatisch zugespitzten Flüchtlingssituation fordern die Regierungschefs von Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein, Malu Dreyer und Torsten Albig (beide SPD), eine Sonderkonferenz der Ministerpräsidenten. Das Treffen sollte umgehend einberufen werden, sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben Albigs soll das Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) noch in dieser Woche stattfinden.

    Dreyer sagte, sie wolle noch am Sonntag mit dem derzeitigen Vorsitzenden der Ministerpräsidenten-Konferenz, dem Brandenburger Regierungschef Dietmar Woidke (SPD), sprechen.
  • "Viele der Kriegsflüchtlinge können nicht gleich mit einem Anschlusszug nach Dänemark
    weiterfahren, sagt die Landtagsabgeordnete Simone Lange( SPD) auf dem Bahnhof in Flensburg unserem Reporter Karsten Sörensen. Bei den Flüchtlingen hat sich bereits herum gesprochen, das die Lage in Dänemark im Augenblick nicht sicher sei, ob die dänische Behörden die Migranten bei der Einreise nach Dänemark kontrollieren und registieren, berichtet Lange weiter. Viele Flüchtlinge wollen nicht im Königreich Aysl beantragen und einfach weiter nach Schweden."
  • Die Lage am Flensburger Bahnhof wird immer präkerer. Im Stundentakt kommen neue Flüchtlinge aus Richtung Hamburg an. Weil die Weiterfahrt nach Dänemark als unsicher gilt, haben Freiwillige begonnen, die Flüchtlinge zur Stena-Line nach Kiel zu fahren. Die Busse fahren im Pendelverkehr. Foto: Sörensen

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