Der Terroranschlag von Paris

Der Terroranschlag von Paris

    Das reichen wir Ihnen noch nach: Bundeskanzlerin Angela Merkel zu ihren Gesprächen auf dem G20-Gipfel in Antalya. Thema auf dem Gipfel waren auch die Terroranschläge in Paris:

    Quelle: Regierungssprecher Steffen Seibert/Twitter @Regsprecher/Phoenix
    von dpa ∙ live Desk
    Nach der blutigen Anschlagsserie in Paris hat die französische Luftwaffe Stellungen der Terrormiliz IS in Syrien bombardiert. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) ruft indes zu Besonnenheit auf. So notwendig militärisches Engagement auch sei, es werde nicht zur Befreiung der «Geisel Terrorismus» führen.

    Die Polizei im sauerländischen Arnsberg einen 39 Jahre alten Algerier festgenommen. Der Mann soll mehrere Tage vor den Attacken in einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber Mitbewohnern aus Syrien geäußert haben, dass in Paris etwas passieren werde, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Es werde geprüft, ob der Mann sich nur wichtig tun wollte oder ob er wirklich von den geplanten Anschlägen gewusst habe. Der festgenommene 39-Jährige sitze wegen «Nichtanzeigens einer Straftat» in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt sei informiert.
    Deutschland befindet sich nach Einschätzung des Bundeskriminalamtes im Visier islamistischer Terroristen. «Jede Art dieser Gewalt richtet sich gegen europäische Werte und damit auch gegen Deutschland», so BKA-Präsident Holger Münch in einem Interview der «Welt». Die Anschläge in Paris zeigten, «dass die Gefährdung durch den internationalen Terrorismus hoch ist und auch Deutschland von Attentaten betroffen sein kann». Ein Sicherheitsvakuum durch die starke Beanspruchung der Polizei wegen der Flüchtlingskrise sieht Münch nach eigenen Worten nicht.

    Der BKA-Chef spricht sich für weitere Aussteigerprogramme aus, um der Radikalisierung von Islamisten in Deutschland besser entgegenwirken zu können. «Die Dschihadisten sind jünger als noch vor einigen Jahren. Und sie radikalisieren sich deutlich schneller», meint Münch. Der BKA-Präsident beziffert die islamistische Szene in Deutschland auf rund 43.000 Personen. Darunter seien etwa 420 Personen als so genannte Gefährder einzuschätzen.

    Wichtige Orte bei den Ermittlungen nach der Terrorserie in Paris auf einen Blick:

    Grafik: K. Dengl 
    Der Eiffelturm ist seit 16.20 Uhr wieder geöffnet. Der Turm war am Samstag wie viele weitere Einrichtungen nach der Terrorserie gesperrt worden. Auf Wunsch der Stadtverwaltung soll das Wahrzeichen jeden Abend bis Mittwoch einschließlich bei Einbruch der Dunkelheit in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot angestrahlt werden. Auch das Motto der Stadt «Fluctuat nec Mergitur» («Sie schwankt, geht aber nicht unter») soll jeweils bis 1.00 Uhr morgens auf das Bauwerk projiziert werden. 
    Anfang November fand die Polizei in Oberbayern Waffen und Sprengmittel im Auto eines 51-Jährigen. Das Navigationsgerät des Fahrers zeigte als Ziel Paris an. Ob der Mann etwas mit den Terrorangriffen in Paris zu tun hatte, ist noch immer unklar. Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt nun aber wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Für sein Fahrtziel Paris gab er den Beamten vom Landeskriminalamt eine einfache Erklärung: Er habe den Eiffelturm besichtigen wollen. 

    Der Eiffelturm in Paris ist die beliebteste Sehenswürdigkeit in Frankreich. Foto: Malte Christians/dpa
    Die italienische Polizei fahndet nach einem mutmaßlichen flüchtigen Terroristen der Anschläge von Paris. Der 32 Jahre alte Franzose Baptiste Burgy sei in einem schwarzen Seat unterwegs, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Nach dem Auto wurde zunächst im Großraum Turin gesucht, später wurde die Fahndung auf alle norditalienischen Regionen ausgeweitet. Dem Bericht zufolge gibt es einen konkreten Verdacht, dass Burgy an den Anschlägen in Paris beteiligt war. Die Suche blieb jedoch zunächst ergebnislos.

    Der schwarze Seat soll möglicherweise bereits am vergangenen Freitag bei Ventimiglia über die französisch-italienische Grenze gefahren sein. Laut Ansa wurde heute auch das Videomaterial vom Grenzübergang ausgewertet. Unklar ist zunächst, ob es einen konkreten Verdacht gibt, dass sich der mutmaßliche Attentäter in Norditalien aufhalten könnte, oder ob einfach nur im gesamten Grenzgebiet zu Frankreich nach dem Wagen gesucht wurde.

    Der Terror in Paris erschüttert auch syrische Flüchtlinge in Deutschland. 

    Wir wissen, was Terrorismus ist, wir sind davor weggelaufen.

    Das sagt ein 24 Jahre alter Syrer, der in Begleitung seines Vaters und dreier Geschwister von einem Termin in einer Karlsruher Flüchtlingseinrichtung kommt. 
    Die G20-Staaten bündeln ihre Kräfte im Kampf gegen den Terrorismus. Hier die komplette Abschlusserklärung der Staats- und Regierungschefs des G20-Gipfels in Belek, Antalya:

    von dpa ∙ live Desk
    Einer unserer dpa-Reporter in Paris verabschiedet sich von der französischen Hauptstadt - vorerst:


    Eine kleine Zusammenfassung dessen, was Hollande heute vor dem Kongress gesagt hat: 

    · Mit den jüngsten Terrorattacken seien die Werte Frankreichs angegriffen worden.
    · Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft. Hollande will deshalb den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen den IS anrufen.
    · Unter den Opfern der Anschläge seien Menschen aus 19 Ländern.
    · Die Attentate seien in Syrien entschieden und geplant und in Belgien organisiert worden
    · Frankreich werde die massiven Luftangriffe auf den IS fortsetzen.
    · Ausländer, die eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten, sollten schneller abgeschoben werden können.

    Hollande kurz vor seiner Erklärung vor dem Kongress am Montag. Foto: Michel Euler/AP Pool/dpa 


    «Syrien ist zur größten Terrorismusfabrik der Welt geworden.»

    François Hollande will, dass Frankreich die massiven Luftangriffe auf die Terrormiliz IS fortsetzt. Man werde den Flugzeugträger Charles de Gaulle bereits am Donnerstag ins östliche Mittelmeer verlegen, wodurch sich die Schlagkraft verdreifachen werde. «Wir brauchen mehr Luftschläge», betont der Präsident. 

    In seiner Rede zeigt sich der französische Präsident entschlossen: «Der Terrorismus wird die französische Republik nicht zerstören, weil es die Republik ist, die ihn zerstört.»


    US-Präsident Barack Obama und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin sprachen bereits während des G20-Gipfels in der Türkei. Frankreichs Präsident François Hollande will sich in den nächsten Tagen mit den beiden Staatschefs treffen, um eine einheitliche Strategie in Syrien und gegen den IS zu erreichen. «Was wir brauchen, ist eine gemeinsame Bewegung all jener, die gegen den Terrorismus kämpfen», sagt Hollande.

    Putin und Obama beim G20-Gipfel in der Türkei. Foto: Kayhan Ozer/Anadolu Agency Pool/dpa 


  • Nach den Terroranschlägen in Paris ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden, teilt das Auswärtige Amt so eben mit.
    Unter den Opfern der Anschläge von Paris sind nach Angaben von Präsident François Hollande mehrere Dutzend Ausländer. Es gebe Opfer aus 19 Ländern.

    Eine Blume steckt zum Gedenken der Opfer der Terroranschläge im Fenster des Cafés Le Carillon auf der Rue Alibert. Am Freitagabend hatten hier mehrere Gäste des Cafés ihr Leben verloren. Foto: Marius Becker, dpa 
    Frankreichs Präsident François Hollande will nach den Terroranschlägen von Paris den UN-Sicherheitsrat im Kampf gegen des Islamischen Staat (IS) anrufen. Die Notwendigkeit der Zerstörung des IS sei eine Aufgabe der internationalen Gemeinschaft, sagte Hollande am Montag bei einer Sitzung des Kongresses in Versailles.

    Hollande sagt

    Frankreich ist im Krieg.

    US-Präsident Barack Obama betont derweil beim G20-Gipfel im türkischen Belek, dass im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat weiterhin keine größeren Kontingente an Bodentruppen in den Irak und nach Syrien entsendet werden sollen. «Das wäre ein Fehler», sagt Obama.

    Blick nach Belgien: Dort wurde soeben Haftbefehl gegen zwei Terrorverdächtige erlassen. Zwei der nach den Pariser Anschlägen in Belgien festgenommenen Terrorverdächtigen stehen der Staatsanwaltschaft in Brüssel zufolge unter dringendem Tatverdacht. Der Vorwurf lautet, dass sie an einem terroristischen Attentat und den Aktionen einer terroristischen Vereinigung beteiligt gewesen waren. Fünf weitere der am Samstag festgenommenen sieben Terrorverdächtigen sind dagegen wieder auf freiem Fuß.
    Unsere Demokratie hat sehr viel schlimmere Feinde überwunden.

    Frankreichs Präsident François Hollande vor dem Kongress.

    Gleich spricht Frankreichs Präsident François Hollande vor dem Kongress.
    Der Musikclub «Bataclan», in dem die Terroristen Freitagnacht das Massaker verübten, richtet sich auf Twitter an die zahlreichen «Freunde», die sich zurzeit davor versammeln. Die Behörden müssten dort noch arbeiten. «Wir werden euch aber informieren, sobald es möglich ist, dass ihr euch wieder vor der Halle treffen könnt.»

    Wir danken euch für eure Unterstützung, die uns zutiefst berührt.
    Auch die Medien verbreiten das Fahndungsfoto des flüchtigen Terrorverdächtigen Salah Abdeslam. Der 26-Jährige hatte einen Polo mit belgischem Kennzeichen angemietet, der in der Nähe des «Bataclan» gefunden wurde. Stunden nach dem Anschlag geriet er nahe der belgischen Grenze in einem anderen Auto mit zwei Mitreisenden in eine Routinekontrolle, die Polizei ließ ihn aber weiterfahren.

    Zeitungen, die mit den Terroranschlägen aufmachen, in einem Kiosk in Paris. Foto: Malte Christians/dpa 


    Auch in Deutschland patroulliert die Polizei nun mit Maschinenpistolen: Im gesamten Stadtgebiet und in der Region Hannover sollen die Beamten die Waffen am Dienstag rund um das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande tragen. «Das Gesamtkonzept sieht eine deutlich erhöhte Präsenz an Polizisten vor», sagt Hannovers Polizeipräsident Volker Kluwe bei einer Pressekonferenz. Zu dem «anderen Auftreten» gehöre neben den Maschinenpistolen auch der Einsatz von Spürhunden. 

    Ein bewaffneter Bundespolizist am Hauptbahnhof Hannover. Foto: Julian Stratenschulte/dpa 


    In Frankreich gilt nach den Terrorangriffen weiter der Ausnahmezustand. Die französische Justizgewerkschaft «Syndicat de la Magistrature» warnt nun vor staatlichen Eingriffen in demokratische Rechte. «Der Ausnahmezustand verändert auf gefährliche Art die Natur und den Umfang der Polizeigewalt», erklärt die Gewerkschaft. «Frankreich hat alles zu verlieren durch diese - wenn auch zeitweilige - Aussetzung des Rechtsstaats.» 
    Der Ausnahmezustand wurde nach den blutigen Anschlägen vom Freitag verhängt und erlaubt etwa Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und die Einrichtung spezieller Sicherheitszonen. Frankreichs Präsident François Hollande will den Ausnahmezustand auf mindestens drei Monate verlängern.

    Der Eiffelturm wird heute Abend in den französischen Nationalfarben leuchten, kündigt die Bürgermeisterin von Paris an:


    Die Flüchtlinge aus Syrien sind vor dem barbarischen Terror geflohen.

    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) mahnt, dass man nach den Terroranschlägen von Paris nicht von freundlicher Flüchtlingsaufnahme abkehren dürfe. Zu Forderungen vor allem aus der CSU nach schärferen Grenzkontrollen äußert sie sich skeptisch. Die Terroranschläge von Paris seien professionell und von langer Hand vorbereitet worden. Dazu bedürfe es nicht der Flüchtlingsrouten.

    Ursula von der Leyen beim Besuch einer Aufnahmeeinrichtung in Erding in Bayern am Montag. Foto: Armin Weigel/dpa 


    Frankreichs Präsident François Hollande wird heute Nachmittag in Versailles eine Erklärung abgeben: 



    «Fluctuat nec mergitur» bezeichnet die französische Tageszeitung Le Monde als «Devise von Paris». Das lateinische Motto bedeutet so viel wie «Sie schwankt, aber sie geht nicht unter» und ist nach den Anschlägen immer öfter zu lesen, wie auf diesem Foto von unserer Korrespondentin:
    Der Schock sitzt noch immer tief: Eine Frau trauert in Paris vor dem Musikclub «Bataclan», in dem die Attentäter Freitagnacht das Massaker verübten

    Foto: Marius Becker/dpa 


    Nicht nur der «Tatort» mit Til Schweiger wird verschoben, in Frankreich kommt auch der Thriller «Made in France» vorerst nicht in die Kinos. Der für diesen Mittwoch (18.) geplante Start sei verschoben worden, heißt es auf der Webseite des Filmverleihs Pretty Pictures. Der Film des französischen Regisseurs Nicolas Boukhrief (52) handelt laut «Hollywood Reporter» von einem muslimischen Journalisten, der sich Zugang zu einer islamistischen Terrorzelle verschafft, um Informationen über einen geplanten Terroranschlag in Paris herauszufinden.
    Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen rund um die Mannschaft erhöht.

    Teammanager Oliver Bierhoff sagt bei einer Pressekonferenz vor dem Testspiel der DFB-Elf gegen die Niederlande auch, dass
    Polizisten mit Spürhunden das Mannschaftshotel durchsuchtenVor der Partie in Frankreich am Freitagabend hatte die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes das Hotel wegen einer Bombendrohung verlassen müssen.
    Joachim Löw wünscht sich das Testspiel gegen die Niederlande als «klare Botschaft und klares Symbol für die Freiheit und die Demokratie». Bei einer Pressekonferenz in Barsinghausen bei Hannover ist der Chefcoach der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sichtlich bewegt. Nach den Terrorattacken in Paris wolle man «Verbundenheit, Mitgefühl, Trauer und Solidarität für unsere französischen Freunde nicht nur in Frankreich, sondern in ganz Europa und auf der ganzen Welt demonstrieren», betont Löw. 

    Bundestrainer Joachim Löw vor dem Länderspiel gegen die Niederlande in Hannover. Foto: Peter Steffen, dpa
    Der Bruder von zwei Terrorverdächtigen der Pariser Anschläge ist von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Mohamed Abdeslam werde nicht länger verdächtigt, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein, sagte seine Anwältin der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Ihr Mandant habe ein Alibi für Freitagabend und könne deshalb nachweisbar nicht an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein.
    Mohamed war am Samstag in Belgien festgenommen worden. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter. Der dritte Bruder, Salah Abdeslam, ist gilt ebenfalls als mutmaßlicher Terrorist und ist auf der Flucht.
    In einer neuen Videobotschaft hat der IS Frankreich und seinen Verbündeten mit weiteren Terrorangriffen gedroht. «Wir erneuern unseren Aufruf an die Muslime in Europa, im ungläubigen Westen und überall, die Kreuzfahrer in ihrer Heimat und wo immer sie sind zu attackieren», sagt ein Sprecher in einem rund elfminütigen Film, der über das Internet verbreitet wurde. Darin droht ein Kämpfer: «Ich schwöre bei Gott, wir werden Amerika auf seinem eigenen Boden schlagen. Wir werden Rom erobern.» Die Authentizität des Videos ließ sich zunächst nicht überprüfen. Es ähnelt aber ähnlichen Veröffentlichungen des IS.
    Der Bruder von zwei Terrorverdächtigen der Pariser Anschläge ist von der Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Mohamed Abdeslam werde nicht länger verdächtigt, an den Attentaten beteiligt gewesen zu sein, sagt seine Anwältin der belgischen Nachrichtenagentur Belga. Ihr Mandant habe ein Alibi für Freitagabend und könne deshalb nachweisbar nicht an den Anschlägen in Paris beteiligt gewesen sein. Mohamed war am Samstag in Belgien festgenommen worden. Er ist der Bruder eines der Selbstmordattentäter. Der dritte Bruder, Salah Abdeslam, ist gilt ebenfalls als mutmaßlicher Terrorist und ist auf der Flucht.
    Das Hacker-Netzwerk Anonymous hat dem Islamischen Staat (IS) mit martialischen Worten den virtuellen Krieg erklärt. «Diese Attentate können nicht ungestraft bleiben», heißt es in diesem am Samstag veröffentlichten Video.

    Die Botschaft: «Wir werden euch finden und wir werden nicht nachlassen. Wir werden die wichtigste Operation gegen euch starten, die je gegen euch geführt wurde. Der Krieg hat begonnen.» Die Attentäter werden als Gesindel bezeichnet.

    Karte zum Terror des Islamischen Staats.Grafik: D. Dytert
    Trauernde vor der Kathedrale Notre-Dame de Paris. Foto: Ian langsdon, EPA/dpa

    Aus Respekt vor den Opfern der Anschläge in Paris verschiebt die ARD die für diesen Monat geplante «Tatort»-Doppelfolge mit Til Schweiger (51) ins nächste Jahr. Sie sollte ursprünglich am kommenden Sonntag (22. November) und eine Woche später (29. November) zu sehen sein. «Es passt einfach nicht in diese Wochen, eine Krimireihe zu zeigen, in der es auch um einen terroristischen Angriff geht», teilt der NDR-Programmdirektor Fernsehen, Frank Beckmann, in Hamburg mit. Als neuen Termin für die Hamburg-Folgen mit Kommissar Nick Tschiller nannte Beckmann «voraussichtlich Januar». 
    Ich fand den Satz, nach Paris ist alles anders, den falschesten Satz, den man aussprechen kann. Ich finde, nach Paris darf nichts anders sein.

    Vizekanzler Sigmar Gabriel distanziert sich von der Äußerung des bayerischen Finanzministers Markus Söder, der mit Blick auf die Flüchtlingskrise erklärt hatte, nach Paris sei alles anders. 

    Foto: Paul Zinken, dpa 

    Soldaten der deutsch-französischen Brigade nehmen im baden-württembergischen Müllheim an der europaweiten Schweigeminute für die Opfer der Terroranschläge in Paris teil. Foto: Patrick Seeger, dpa 



    Alle die jetzt von "Krieg" oder "Weltkrieg" reden,können mal in ein Geschichtsbuch gucken,um sich Konsequenzen ihrer Rhetorik klarzumachen

    Konstantin von Notz, Grüner Bundestagsabgeordneter aus Mölln auf Twitter
    An der Schweigeminute in Europa zum Gedenken an die Terroropfer von Paris haben sich am Montag auch Schleswig-Holsteiner beteiligt.

    In Behörden, Schulen und anderen Einrichtungen hielten Menschen am Montag um 12 Uhr inne. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) tat dies in seinem Büro in der Staatskanzlei. Der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Bürgermeister von Umland-Gemeinden legten bei einem Treffen ebenfalls eine Schweigeminute ein.

    Die Schulen waren über die Schulaufsicht vom Aufruf der Staats- und Regierungschefs der EU zu der gemeinsamen Schweigeminute informiert worden. „Das Gute ist stärker als das Böse“, hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der europäischen Spitzenpolitiker. Die Anschläge von Paris seien ein Angriff auf alle europäischen Staaten.
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