Der Terroranschlag von Paris

Der Terroranschlag von Paris

    Die großen Islamverbände in Deutschland haben die Terrorserie von Paris scharf verurteilt. «Die Mörder von Paris irren, wenn sie glauben, sie seien die Vollstrecker eines göttlichen Willens», sagt Zekeriya Altug als Sprecher des Koordinationsrats der Muslime in Köln. Der Anschlag gelte allen friedliebenden Menschen. Man müsse nun umso mehr zusammenstehen. «Gesellschaftlicher Zusammenhalt jetzt erst recht.» Die Verbände wollen sich stärker gegen eine Radikalisierung junger Muslime einsetzen.

    Vertreter der Islam-Verbände bei einer gemeinsamen Pressekonferenz den Terroranschlägen von Paris in Köln. Foto: Henning Kaiser, dpa 
    Die Grünen-Politiker Cem Özdemir, Simone Peter und Katrin Göring-Eckardt gedenken vor der französischen Botschaft in Berlin der Terroropfer. Foto: Kay Nietfeld/dpa 
    Terrorist Salah Abdeslam gefasst? Beim Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polize eine Person festgenommen. Das melden der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Die Identität des Festgenommenen war zunächst unklar, laut dem Radiosender RTBF handelt es sich aber nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam.

    Abdeslam Salah auf einem Handout der französischen Polizei. Foto: Police Nationale
    Präsident Francois Hollande (M) und Premierminister Manuel Valls (r) während der Schweigeminute an der Sorbonne.


    Die Marseillaise in einer Pariser Universität:


    Mit einer Schweigeminute gedenkt Frankreich der Opfer der blutigen Attentate. An den Tatorten in Paris verharren zahlreiche Menschen in Stille. Auch in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen erinnern Menschen an die mindestens 129 Opfer der Terroranschläge. 

    Foto: Laurent Dubrule, EPA/dpa 
    Der IS hat seine Kämpfer in den vergangenen Wochen nach Einschätzung von Beobachtern aus ihrer nordsyrischen Hochburg Al-Rakka an andere Orte gebracht. Auch die zentralen Stützpunkte der Extremisten seien verlegt worden, erklärt die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Ein anderer Beobachter mit Verbindungen nach Al-Rakka berichtet, Einwohner seien aufgefordert werden, Häuser in der Nähe von wichtigen IS-Einrichtungen zu verlassen und an den Stadtrand zu ziehen. 
    Karte zu den Ermittlungen nach den Terroranschlägen in Paris. Grafik: K. Dengl 
    Zwischen einem Autofahrer mit Waffenarsenal und der Terrorserie in Paris hat die bayerische Polizei bisher keine Verbindung herstellen können. «Wir ermitteln natürlich, die Zusammenhänge werden weiter geprüft», sagt ein Sprecher des Landeskriminalamts in München. Gegen den 51-Jährigen aus Montenegro wurde Haftbefehl erlassen. Nach Angaben der Ermittler hatte der Verdächtige zwar Aussagen gemacht, aber nichts Wesentliches beigetragen. Nun untersuchen die Beamten mit Hochdruck den Hintergrund des Mannes, der kein Muslim ist, um eine mögliche Verbindung zu islamistischen Terroristen zu klären. Anfragen in seiner Heimat ergaben, dass der 51-Jährige bisher als unauffällig galt.
    Türkische Sicherheitskräfte haben nach Angaben aus Regierungskreisen einen der mutmaßlichen Attentäter von Paris bereits im vergangenen Jahr als Terrorverdächtigen identifiziert gehabt. Die Türkei habe die französischen Behörden im vergangenen Dezember und erneut im Juni über den Verdächtigen Omar Ismaïl Mostefaï informiert, sagt ein hochrangiger Beamter der Regierung in Ankara. «Wir haben jedoch keine Rückmeldung von Frankreich in dieser Angelegenheit erhalten.» Mostefaï sei 2013 in die Türkei eingereist. Es gebe keine Daten darüber, wann er das Land wieder verlassen habe. Mostefaï wurde als einer der Attentäter identifiziert, die im Pariser Musikclub «Bataclan» ein Massaker verübten.
    Die Bekämpfung des Terrorismus und die Bekämpfung der Kriminalität ist etwas anderes als die Flüchtlingsproblematik.

    Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt will die Terroranschläge von Paris nicht für den Streit um die richtige Asylpolitik instrumentalisieren. Beide Themen sollten getrennt betrachtet werden, betonen mehrere CSU-Spitzenpolitiker vor einer Sitzung des Parteivorstands.
    Der zuvor mit internationalem Haftbefehl gesuchte Selbstmordattentäter Samy Amimour war in Syrien. Der 28-Jährige habe sich vor etwa zwei Jahren nach einer Phase der Radikalisierung in Syrien aufgehalten, berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Familienmitglieder. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war Amimour 2012 der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung beschuldigt worden. Er solle geplant haben, in den Jemen zu reisen. Dieses Vorhaben wurde aber nicht realisiert. 


    In dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat erneut ein großer Polizeieinsatz begonnen. Das melden der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Polizisten nahmen Hausdurchsuchungen vor. Demnach forderten bewaffnete Spezialkräfte in der Rue Delaunoy Bewohner per Lautsprecher auf, die Fenster zu öffnen und herauszukommen. Journalisten berichten von Detonationen. Die Straße wurde für den Verkehr gesperrt. 

     Foto: Olivier Hoslet, EPA/dpa
    Die G20 geben dem Kampf gegen den Terrorismus Priorität. «Unmissverständlich verurteilen wir alle terroristischen Taten, Methoden und Praktiken, die unter keinen Umständen gerechtfertigt werden können, unabhängig von ihrer Motivation», heißt es im Entwurf einer Abschlusserklärung des Gipfels im türkischen Belek bei Antalya zum Terrorismus. Das Papier listet folgende Maßnahmen auf: 
    • Prävention und Abwehr von Terroranschlägen in «verstärkter internationaler Solidarität und Kooperation»
    • Mehr Zusammenarbeit und Informationsaustausch beim Einfrieren der Vermögenswerte von Terroristen
    • Strafbarkeit der Terrorfinanzierung
    • Finanzsanktionen gegen Staaten, die mit Terrorismus und Terrorfinanzierung verbunden sind
    • Bewegungsfreiheit von Terroristen einschränken. Sie werden als Gefahr für die Ursprungs-, Transit- und Zielländer eingestuft. Deshalb Informationsaustausch über die Bewegungen von Terroristen, besserer Grenzschutz, strafrechtliche Verfolgung illegaler Reisen
    • Verbesserte Sicherheit im globalen Luftverkehr
    • Abwehr der Radikalisierung und Rekrutierung durch Terroristen
    • Kampf gegen terroristische Propaganda im Internet, Gegenpropaganda
    • Unterstützung der Zivilgesellschaft bei der Abwehr von gewalttätigem Extremismus
    • Vereinte Nationen sollen zentrale Rolle spielen. Die Staaten sagen zu, im Kampf gegen den Terror internationales Recht und die UN-Konventionen für Menschen- und Flüchtlingsrechte einzuhalten.
    Französische Behörden haben auf Grundlage des Ausnahmezustands 104 Menschen unter Hausarrest gestellt. «168 Durchsuchungen wurden in dieser Nacht durchgeführt», sagt Innenminister Bernard Cazeneuve in Paris. Dabei nahmen Beamte 23 Personen fest und stellten 31 Waffen sicher, darunter vier Kriegswaffen. «Der Ausnahmezustand erlaubt es, die Präventionsarbeit zu verstärken», sagt Cazeneuve.


    Bei Genf kommt es wegen der schärferen Kontrollen zu Staus an der französisch-schweizerischen Grenze. Foto: Salvatore di Nolfi, EPA/dpa 
    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier warnt nach den Anschlägen von Paris vor einer unüberlegten Ausweitung der Militäroperationen in Syrien. «Alle wissen, wir werden den Kampf gegen Isis fortsetzen müssen, aber alle wissen auch, dass am Ende der Kampf gegen Terrorismus nicht militärisch gewonnen werden kann», sagt der SPD-Politiker. Gerade in dieser Situation sei Selbstkontrolle gefragt, um nicht aus dem Druck der Situation heraus  falsche Entscheidungen zu treffen.
    Bundesjustizminister Maas hat vor dem Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen die Niederlande die Sicherheit als oberste Priorität bezeichnet. «Wir müssen alles tun, um die Sicherheit bei dem Spiel zu gewährleisten», sagt der SPD-Politiker in einem schriftlichen Statement. Maas wird neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und weiteren Bundesministern morgen in Hannover im Stadion sein.

    Polizeipräsenz vor der HDI-Arena in Hannover. Foto: Julian Stratenschulte, dpa 
     Blumen und eine Gitarre erinnern vor dem Musikclub «Bataclan» an die Opfer der Anschläge. Foto: Marius Becker, dpa 
    Innerhalb von 24 Stunden nach der Anschlagsserie in Paris haben mehr als vier Millionen Menschen auf Facebook den «Safety Check» aktiviert und ihren Freunden mitgeteilt, dass sie in Sicherheit sind. 360 Millionen Menschen seien von ihren Freunden als «In Sicherheit» markiert worden, teilt das soziale Netzwerk mit. «Wir sind geschockt und traurig nach den Geschehnissen in Paris», sagt eine Facebook-Sprecherin. Die Funktion hatte das Unternehmen 2014 speziell für Naturkatastrophen wie etwa starke Erdbeben entwickelt.
    Das Pariser Rathaus singt die Marseillaise. Gestreamt mit Periscope, verbreitet über Twitter von Bürgermeisterin Anne Hidalgo. Bewegend:


  • Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal «Bataclan» stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilt die Pariser Staatsanwaltschaft mit. 
    Nach den Terrorangriffen von Paris will der britische Premierminister David Cameron die Geheimdienste deutlich aufstocken. Es sollten 1900 neue Stellen geschaffen werden, sagt Cameron beim G20-Gipfel in der Türkei. Zudem sollen die Ausgaben für die Sicherheit auf Flughäfen verdoppelt werden, wie die britische Nachrichtenagentur Press Association weiter berichtete. Zugleich sagte Cameron nach BBC-Angaben, britische Sicherheitsbehörden hätten in den vergangenen Monaten sechs Terroranschläge vereitelt. 

    Großbritanniens Premierminister Cameron (l) im Gespräch mit Kremlchef Putin während des G20-Gipfels in Belek. Foto: Yuri Kochetkov, EPA/dpa 
    Der Drahtzieher der Anschläge von Paris könnte nach Medienberichten der polizeibekannte belgische Dschihadist Abdelhamid Abaaoud sein. Mindestens einer, wenn nicht zwei der Selbstmordattentäter seien Freunde von Abaaoud gewesen, berichtet die belgische Tageszeitung «De Standaard»  unter Berufung auf belgische Sicherheitsdienste. 

    Der Sender RTL meldet ohne Angabe von Quellen, Ermittler hätten Abaaoud als Drahtzieher identifiziert. Abaaoud gilt bereits seit längerem als der meistgesuchte Islamist Belgiens. Er soll sich zuletzt in Syrien aufgehalten haben. Früher lebte er in dem als Islamistenhochburg bekannten Brüsseler Stadtteil Molenbeek.


    Bundesjustizminister Heiko Maas warnt vor voreiligen Schlüssen, dass einer der Attentäter von Paris aus Syrien gekommen sei. Zwar sei an einem Tatort ein syrischer Pass gefunden worden, doch sei unklar, ob dieser wirklich dem Attentäter zugeordnet werden könne, sagt der SPD-Politiker im ARD-«Morgenmagazin». 

    «Das ist möglicherweise ein gefälschter Pass. Und wir wissen auch vom IS, dass bewusst solche Spuren gelegt werden, um die Flüchtlingsfrage in Europa weiter zu politisieren und zu radikalisieren.» Daher sei in der Bewertung sehr große Vorsicht angebracht. Maas betonte, es gebe «keine einzige nachweisbare Verbindung» zwischen dem Terrorismus und den Flüchtlingen.


    Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit.

    In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen «gegen die Werte der Republik verstoßen» wird. Das kündigt Premierminister Manuel Valls im Sender RTL an.
    Auch China befindet sich in Alarmbereitschaft. Sicherheitsmaßnahmen wurden landesweit erhöht - so wie hier am Tian’anmen-Platz in Peking.

    Foto: How Hwee Young, EPA/dpa 
    Nach den Terrorangriffen von Paris will der DFB sein Sicherheitskonzept für die Nationalmannschaft bei der EM 2016 in Frankreich auf den Prüfstand stellen. «Natürlich müssen wir uns auch beim DFB Gedanken über erweiterte Sicherheitsmaßnahmen bei der EM machen», sagt DFB-Interimspräsident Rainer Koch der «Bild»-Zeitung.

    Auch DFB-Sicherheitschef Hendrik Große-Lefert sieht diese Frage vor der Europameisterschaft im kommenden Jahr als gewichtiger denn je. «Es ist ganz klar, dass dieser Vorfall in der Planung aller weiteren Dinge berücksichtigt werden muss. Insofern hat es natürlich großen Einfluss auf das weitere Verfahren», sagt Große-Lefert der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung».
    Bei einem Anti-Terroreinsatz in Lyon hat die  französische Polizei fünf Personen festgenommen und unter anderem einen Raketenwerfer sichergestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Bei dem Einsatz in der Nacht  sei ein Arsenal an Waffen entdeckt worden, hieß es. Die Durchsuchungen sollen nicht in direktem Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Terroranschlägen in Paris und dem Vorort Saint-Denis stehen.


    Nach der Anschlagserie von Paris wollen die G20-Staaten dem internationalen Terrorismus den Geldhahn zudrehen und die Bewegungsfreiheit von Extremisten einschränken. Das geht aus dem Entwurf der Abschlusserklärung des G20-Gipfels in Belek bei Antalya hervor. Dort heißt es, die Zusammenarbeit zur Austrocknung der Finanzkanäle von Terroristen solle ausgebaut werden. Um den wachsenden Strom von Extremisten einzudämmen, die nach Ausbildung und Kampf in Bürgerkriegsländern in ihre Heimat zurückkehren und dort eine Terrorgefahr darstellen, sollen die Grenzen besser überwacht werden. 

    Foto: EPA/Anadolu
    Frankreichs Premierminister Manuel Valls jetzt im Livestream beim Sender RTL:


  • Die Terrorbedrohung durch den Islamischen Staat richtet sich nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls auch gegen weitere europäische Länder. «Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder», sagt Valls dem Sender RTL.
  • Die Terroranschläge in Paris wurden nach Angaben von Frankreichs Premierminister Manuel Valls von Syrien aus «organisiert» und «geplant». «Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben», sagt er dem Sender RTL. 
    Die Anschläge beschäftigen weiter Politik und Öffentlichkeit in aller Welt. Was heute unter anderem ansteht:   
    • Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Bürger Europas dazu aufgerufen, um 12.00 Uhr mit einer Schweigeminute der Opfer von Paris zu gedenken. 
    • Frankreichs Präsident Hollande will sich am Nachmittag vor dem französischen Kongress äußern.
    • Um 13 Uhr sollen Museen, Theater und andere Kultureinrichtungen in Paris wieder geöffnet werden.
    • In Brüssel kommen die Außenminister der EU-Staaten zusammen. Dabei werden auch erste Diskussionen über mögliche Reaktionen der EU auf die Terroranschläge erwartet.
    • Die großen Islamverbände in Deutschland wollen sich am Vormittag zu den Pariser Anschlägen äußern. 
    • In München will der CSU-Vorstand eine Anti-Terror-Resolution beschließen, deren Linie sich bereits vorher abzeichnete: Parteichef Horst Seehofer fordert unter anderem eine Ausweitung der Mitte September wieder eingeführten Kontrollen an der österreichischen Grenze.
    Dr. Dilovan Alnouri ist einer der syrischen Ärzte, die  seit dem 1. Oktober im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster in der sogenannten Flüchtlingsambulanz als Chirurg arbeiten. Angehörige und Freunde, die noch in Syrien sind, rufen derzeit an, weil sie sich Sorgen um ihn und seine Familie machen: „Dabei sind wir in Deutschland. Wir sind vor dem Terror geflüchtet, um Sicherheit für unsere Familien und uns zu haben“, sagt  Alnouri. Es verwundert ihn, wie es sein kann, dass ausgerechnet der (syrische) Pass von einem der Selbstmordattentäter erhalten bleibt, wenn es zu Explosionen kommt. „Das ist doch merkwürdig.“ Das seien Menschen, die das Attentat  politisch gegen Syrer nutzen wollen. „Im  Moment kommen viele Menschen mit syrischen Pässen nach Europa, die noch nicht mal arabisch sprechen.“ Es  ist wichtig, „dass nicht der Eindruck entstehen darf, dass alle Syrer so sind“.
    Die Ölpreise haben nach den Terroranschlägen in Paris leicht zugelegt. Händler hatten einen Anstieg der Ölpreise bereits vorausgesagt, da eine Verschärfung des Syrienkonflikts - angesichts eines erwarteten verstärkten Eingreifens Frankreichs - die Angebotsseite belasten könnte. Insgesamt blieben die Reaktionen an den Finanzmärkten auf die Terroranschläge in Paris bislang begrenzt. Ökonomen rechnen mit geringen Auswirkungen auf die globale Konjunktur. «Solange die Anschläge von Paris nicht der Beginn einer fortgesetzten Reihe von Anschlägen sind, gehen wir davon aus, dass die makroökonomischen Auswirkungen begrenzt und von kurzer Dauer sein werden», schreibt Malcolm Barr, Analyst bei der Bank JP Morgan.
    Der IS hat deutlich gemacht, dass ihre Reichweite unbegrenzt ist. Kein Land wird wirklich sicher sein, bis sie sich alle zusammentun, um sich dieser Geißel zu entledigen.

    Nach Ansicht der New York Times sind gemeinsame internationale Anstrengungen nötig, um gegen den IS zu bestehen.
    Die Regionalzeitung «La Dépêche du Midi» berichtet über einen Großeinsatz von Spezialeinheiten gegen Islamistenkreise in Toulouse. Laut AFP hängt die Operation nicht nur mit den Ereignissen in Paris, sondern mit dem allgemeinen Anti-Terror-Kampf zusammen: Mindestens drei Personen seien festgenommen und einer Waffe beschlagnahmt worden, heißt es unter Berufung auf Kreise der Staatsanwaltschaft. Das Blatt «Le Dauphiné Libéré» meldet zudem eine nächtliche Durchsuchung von 15 Objekten im Großraum Grenoble.

    Bereits gestern Abend gab es bei der Fahndung nach den Drahtziehern der Terrorserie eine Hausdurchsuchung im Hauptstadtvorort Bobigny, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen berichtet. Nähere Details zu der Razzia und deren Ergebnissen wurden zunächst nicht mitgeteilt.


    Ist  Abdeslam Salah nach Spanien geflohen? Die spanische Zeitung «El País» berichtet, Frankreichs Ermittlungsbehörden hätten die zuständigen Stellen des südlichen Nachbarlandes davor gewarnt, dass sich ein zur internationalen Fahndung ausgeschriebener Verdächtiger nach Spanien abgesetzt haben könnte. Demnach sei Spanien ebenso wie Belgien über das Informationssystem des Schengen-Raums alarmiert worden, auf eine mögliche Einreise des 26-Jährigen zu achten. Dessen Flucht nach Spanien sei aber «nur eine Möglichkeit», heißt es. 


    Die heutige Titelseite der renommierten britischen Tageszeitung «The Times»:



    Mehrere tausend Menschen haben in Kopenhagen an einer Gedenkfeier für die Opfer der Terroranschläge teilgenommen. Mit Kerzen und Fackeln versammelten sie sich zu einer Nachtwache vor der französischen Botschaft in der dänischen Hauptstadt. Unter ihnen war auch Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen. Viele Menschen waren Blau-Weiß-Rot gekleidet.

    Kopenhagen war Mitte Februar ebenfalls von islamistischem Terror erschüttert worden. Bei Angriffen auf eine Synagoge und eine Veranstaltung mit dem Mohammed-Karikaturisten Lars Vilks hatte ein Attentäter zwei Menschen getötet, bevor er bei einem Schusswechsel mit der Polizei selbst ums Leben kam. 

    Foto: Nils Meilvang, Scanpix Denmark/dpa
    Aus Respekt vor den Opfern: US-Präsident Barack Obama ordnet Trauerbeflaggung an. 

    Auch zu später Stunde sind viele Franzosen auf den Straßen:
    Update zum kurzzeitigen Panik-Ausbruch auf dem Pariser Platz der Republik (wir berichteten). Wie die französische Tageszeitung «Liberation» berichtet, soll eine durchgebrannte Glühbirne den Knall verursacht haben:

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