Der Terroranschlag von Paris

Der Terroranschlag von Paris

    Jetzt erst recht: Die gesamte Bundesregierung um Kanzlerin Angela Merkel will am Dienstag das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover besuchen. Das berichtet die «Bild»-Zeitung. Eine Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes, die Partie trotz der Terroranschläge von Paris auszutragen, steht nach dpa-Informationen unmittelbar bevor. «Gerade jetzt dürfen und werden wir nicht weichen!», zitiert die «Bild»-Zeitung SPD-Chef Sigmar Gabriel.
    Auch in Nepal gedenken die Menschen der Opfer von Paris. 

    Foto: Narendra Shrestha, EPA/dpa 
    10 000 Soldaten werden bis Dienstagabend in ganz Frankreich im Einsatz sein, berichtet Le Parisien unter Berufung auf das Umfeld von Premierminister Manuel Valls. Vor den Angriffen seien es 7000 Soldaten gewesen. Valls hatte am Nachmittag die Polizeipräfektur in Paris besucht.
    Auch an den Tatorten in Paris bekunden zahlreiche Menschen ihre Trauer. Hier ist das Café Le Carillon zu sehen - vor dem Lokal Le Petit Cambodge gegenüber wurden 15 Opfer gezählt, zahlreiche weitere wurden verletzt. «Die bedrückende Stille der Pariser Tränen», schreibt Clément Zampa zu dem Bild.

    • UPDATE
    Die Band Eagles of Death Metal, die zum Zeitpunkt der Geiselnahme im Bataclan spielte, sagt ihre drei für diese Woche geplanten Deutschland-Auftritte ab. «Die Konzerte am 17.11. in Köln, am 19.11. in München und am 22.11. in Bremen fallen ersatzlos aus», teilt Veranstalter Marek Lieberberg mit. Tickets werden demnach an den Vorverkaufsstellen zurückerstattet. 

    Einige Crewmitglieder der Band gelten immer noch als vermisst. «Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind», sagte Marek Lieberberg der Deutschen Presse-Agentur.
    Höchste Sicherheitsvorkehrungen auch in Deutschland. Ein Beamter der Bundespolizei kontrolliert im baden-württembergischen Breisach am Grenzübergang mit Maschinenpistole vorbeifahrende Fahrzeuge. 

    Foto: Patrick Seeger, dpa
    Weil ein Deutscher unter den Opfern der Terrorserie ist, hat jetzt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe die Ermittlungen aufgenommen. Es sei üblich, dass die Behörde eingeschaltet werde, wenn bei Anschlägen im Ausland Deutsche ums Leben kommen, sagte eine Sprecherin des Generalbundesanwalts der Deutschen Presse-Agentur. Details nannte sie nicht.
    Blick nach Belgien: Bei der Anti-Terror-Razzia im Stadtteil Molenbeek sind nach Angaben der Bürgermeisterin insgesamt fünf Personen festgenommen worden. «Es ist anzunehmen, dass es sich um ein Netzwerk handelt», so Françoise Schepmans dem Rundfunksender RTBF. Nähere Informationen gab sie allerdings nicht.

    Die Staatsanwaltschaft hatte am Vorabend nach einer großen Polizeiaktion in Molenbeek bestätigt, dass eine Spur der Attentäter von Paris nach Belgien führt und von mehreren Festnahmen gesprochen. Die Ermittler verweisen darauf, dass die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten hätten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe der Pariser Konzerthalle «Bataclan» gefunden worden war.

    Video vom Einsatz belgischer Sicherheitskräfte: 

    Quelle: Channel4News/RTL
    von dpa ∙ live Desk
    Eine effizientere Überwachung der Islamisten-Szene fordert SPD-Innenexperte Burkhard Lischka. Besorgniserregend sei, dass nach den bisherigen Ermittlungen zumindest einer der Paris-Attentäter den Behörden als Radikaler bereits bekannt gewesen sei. «Die Sicherheitsbehörden müssen sich überlegen, wie sie bei der Überwachung eine Priorisierung hinbekommen», so der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion der Deutschen Presse-Agentur. 

    Polizei und Geheimdienste hätten begrenzte Ressourcen: «Man kann in Frankreich nicht 5000 Gefährdern rund um die Uhr auf den Füßen stehen, oder alle Cafés und Restaurants überwachen.» In Deutschland werden um die 1000 Personen dem islamistisch-terroristischen Spektrum zugeordnet, darunter gelten 420 als besonders gefährlich.

    Foto: Gregor Fischer, dpa/Archiv
    Unterbricht die US-Band Eagles of Death Metal ihre Tourplan in Deutschland? «Wir erwarten am Montag Nachricht vom Management», so eine Sprecherin von Marek Lieberberg, dem deutschen Konzertveranstalter. In Deutschland sind Auftritte in Köln (17.11.), München (19.11.) und Bremen (22.11.) angesetzt. «Es ist der Band zu überlassen, ob sie diese Konzerte spielen will», so Marek Lieberberg der Deutschen Presse-Agentur. Einige Crewmitglieder der Band gelten demnach immer noch als vermisst. «Man muss befürchten, dass sie leider Opfer dieser verabscheuungswürdigen Angriffe geworden sind.» Lieberberg hält es für möglich, dass die Terroristen das Pariser Konzert ausgesucht hatten, weil die Band vor kurzem in Israel aufgetreten sei und sich dabei auch gegen Boykottaufrufe wehrte.

    Papst Franziskus sieht im Missbrauch der Religion als Rechtfertigung für die Anschläge von Islamisten in Paris eine «Gotteslästerung». Man könne nicht den Namen Gottes nutzen, um den Weg der Gewalt zu begründen, so das Oberhaupt der katholischen Kirche nach dem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz. «So viel Barbarei lässt uns erschüttert zurück und man fragt sich, wie das Herz des Menschen so schreckliche Dinge, die nicht nur Frankreich, sondern die ganze Welt getroffen haben, planen und durchführen kann», erklärt das kirchliche Oberhaupt der katholischen Kirche.

    «Ich möchte mit Nachdruck wiederholen, dass die Straße der Gewalt und des Hasses keine Probleme löst. (...Ich bin besonders den Angehörigen derjenigen, die ihr Leben verloren haben, und den Verletzten nahe»: Papst Franziskus, EPA/dpa
    Die Staats- und Regierungschefs der EU rufen für morgen um 12.00 Uhr alle Europäer zu einer Schweigeminute auf. «Das Gute ist stärker als das Böse», erklären sie in einer gemeinsamen Stellungnahme mit den EU-Institutionen. «Wir werden alles Notwendige tun, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen. Die Anschläge von Paris würden als an Angriff gegen alle EU-Staaten gewertet.

    Spuren des Terrors. Foto: Ian Langsdon, EPA/dpa
    Bei dem heute sichergestellten Fahrzeug soll es sich um einen schwarzen Seat handeln. Das schwarze Auto soll nach Einschätzung der Ermittler von den Terroristen benutzt worden sein, die vor mehreren Cafés und Restaurants wahllos Menschen erschossen. Der britische Fernsehsender «Channel4News» zeigt ein Video, in dem offenbar gezeigt wird, wie die Beamten das Fahrzeug durchsuchen. Im Wagen sollen drei Kalaschnikows gefunden worden sein.

    Quelle: Twitter/Channel4News
    von dpa ∙ live Desk
    Wie Frankreichs Premierminister Manuel Valls laut Nachrichtenagentur AFP mitteilt, sind mittlerweile 103 Leichen identifiziert20 bis 30 würden noch untersucht.
    Offenbar gibt es neben einem deutschen Todesopfer auch mehrere Verletzte. Das meldet ein ARD-Korrespondent im Kurztchnachrichtendienst Twitter:  


    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft die G20-Länder zu mehr Gemeinsamkeit im Kampf gegen den Terror auf. «Wir brauchen viel mehr koordinierte Anstrengung», sagt beim Gipfel der führenden Industrie- und Schwellenländer in der Türkei. Zugleich bekräftigte Ban sein Vorhaben, der laufenden Vollversammlung der Vereinten Nationen einen eigenen umfassenden Aktionsplan gegen Terrorismus vorzulegen. Im türkischen Antalya ruft der UN-Generalsekretär die versammelten Staats- und Regierungschefs dazu auf, den Klimagipfel von Paris Ende des Monats zu einem Erfolg zu machen.

    UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Foto: Justin Lane, EPA/dpa/Archiv
    Auch ein Reporter der französischen Tageszeitung «Le Figaro» berichtet über gefundene Kalaschnikows:


    Wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldet, sollen im sichergestellten zweiten Auto Kalaschnikows gefunden worden sein. Die Agentur stützt sich auf Quellen der französischen Justiz:


    Mehr Details zum Attentäter der Pariser Terroranschläge, der bereits von den französischen Ermittlern identifziert (wir berichteten) worden ist. Es handelt sich um Omar Ismaïl Mostefaï. Der 29-Jährige  ist in Courcouronnes südlich von Paris geboren. Mostefaï war polizeibekannt und galt nach Berichten französischer Medien lange Zeit als Kleinkrimineller. Sein Strafregister weist demnach aus der Zeit zwischen 2004 und 2010 acht Verurteilungen für kleinere Delikte aus.

    Wegen Mostefaïs zunehmender Radikalisierung legten die Behörden nach Angaben des für Terrorismus zuständigen obersten Staatsanwalts François Molins 2010 eine sogenannte S-Kartei an. Solche Aktenverzeichnisse bekommen in Frankreich Verdächtige, die möglicherweise zu einer Gefahr für die Staatssicherheit werden könnten. Mostefaï soll häufig eine Moschee in Lucé südwestlich von Paris besucht haben. Zudem werden Informationen überprüft, nach denen er sich 2014 in Syrien aufgehalten haben soll.
    Vor dem G20-Gipfel in der Türkei kündigt US-Präsident Barack Obama einen verstärkten Kampf gegen die IS-Terrormiliz an. «Der Himmel hat sich verdunkelt durch die schrecklichen Angriffe, die in Paris stattfanden», so Obama nach einem Treffen mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. «Wir werden in Zusammenarbeit mit anderen Mitgliedern der Koalition unsere Bemühungen verstärken, um eine friedliche Lösung in Syrien zu erreichen und Daesh (IS) als eine Kraft zu eliminieren, die den Menschen in Paris, in Ankara und in anderen Teilen der Welt so viel Schmerz und Leid verursachen kann.»
    Nationalmannschaftskapitän Bastian Schweinsteiger ist nach den Terroranschlägen weiterhin tief bestürzt: 
    • UPDATE
    Einem Bericht der französischen Sportzeitung «L’Équipe» zufolge haben zwei Attentäter versucht, ins Stadion beim Länderspiel Frankreich gegen Deutschland zu gelangen. Beide sollen aber entgegen anderslautender Berichte keine Tickets für die Partie gehabt haben und deswegen auch nicht ins Stade de France gekommen sein, schreibt das Blatt. Um 21.05 Uhr am Freitagabend und damit etwa fünf Minuten nach Anpfiff soll dem Bericht zufolge einer der Attentäter im Sektor Ost, der andere im Sektor Nord vergeblich versucht haben, in den Stadionbereich zu kommen. 

    Das «Wall Street Journal» hatte dagegen berichtet, dass mindestens ein Attentäter ein Ticket für das Spiel gehabt haben sollte. Er sei von einem Ordner beim Sicherheitscheck aber aufgehalten worden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen anderen Ordner und einen Polizisten. Beim Versuch zu entkommen, habe der Mann den Sprengstoff zur Explosion gebracht.

    Sicherheitsvorkehrungen auch zwei Tage nach den Angriffen vor dem Stade de France in Paris. Foto: Laurent Dubrule, EPA/dpa  
    Update zum sicher gestellten zweiten Fahrzeug der Terroristen von Paris: In dem Wagen sollen Ermittler Waffen gefunden haben. Das berichtet der französische Sender BFMTV ohne nähere Angaben zur Art der Waffen. Mit dem Auto könnte mindestens einem Terrorkommando nach den Anschlägen  zunächst die Flucht gelungen sein. Der schwarze Seat war östlich von Paris sichergestellt worden. 
    Bei den Attentaten ist ein deutscher Staatsangehöriger getötet worden. Ob auch Deusche  unter den Verletzten sind, kann das Auswärtige Amt zunächst nicht sagen.
    von Desk via dpa bearbeitet von Joachim Dreykluft, shz.de 11/15/2015 9:55:39 AM
    Treffen im Elysee-Palast: Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande (l.) begrüßt seinen Vorgänger Nicolas Sarkozy - Situationsbesprechung nach den Terroranschlägen in der Hauptstadt. 

    Foto: Guillaume Horcajuelo, EPA/dpa 
    Einer der Attentäter von Paris ist möglicherweise über die Balkanroute nach Frankreich gereist. Ein 25-Jähriger namens Ahmed Almuhamed sei mit einem syrischen Pass am 7. Oktober aus Mazedonien nach Serbien eingereist, berichtet nach die serbische Zeitung  «Blic». Er sei im Erstaufnahmezentrum in der südlichen Stadt Presevo registriert worden. Die französischen Behörden haben sich laut «Blic» an Belgrad gewandt, um nähere Informationen über den Mann zu bekommen. Der Mann sei bei seinem Transit durch Serbien nicht bewaffnet gewesen. Wie der staatliche griechische Rundfunk ERT unter Berufung auf Kreise der Polizei weiter berichtet, könnte auch ein zweiter Mann, der an den Terroranschlägen beteiligt gewesen sein soll, aus der Türkei nach Griechenland in die EU eingereist sein. Eine offizielle Erklärung dazu lag jedoch zunächst nicht vor. 

    Die griechische Zeitung «To Proto Thema» veröffentlicht auf ihrer Homepage Fotos von den Tickets der zwei mutmaßlichen Terroristen. Es handelt sich um zwei Männer, die am 5. Oktober von der Leros nahegelegenen Insel Kalymnos an Bord einer Fähre nach Piräus reisten. Die Namen auf den Tickets sind Almahmod M. und Almohammad A..


    Screenshot: protothema.gr

    Die Terroranschläge von Paris müssen aus Sicht der bayerischen CSU zu einer schärferen Kontrolle der nach Deutschland und Europa kommenden Flüchtlinge führen. «Der Kontinent muss sich besser schützen vor Feinden, die vor nichts zurückschrecken», so der bayerische Finanzminister Markus Söder der «Welt am Sonntag». «Die Zeit unkontrollierter Zuwanderung und illegaler Einwanderung kann so nicht weitergehen. Paris ändert alles.» Es könne nicht sein, dass die Behörden nicht wüssten, wer nach Deutschland kommt und was die Menschen hier machen. «Diesen Zustand müssen wir mit allen Mitteln beenden. Nicht jeder Flüchtling ist ein IS-Terrorist. Aber zu glauben, dass sich kein einziger Bürgerkrieger unter den Flüchtlingen befindet, ist naiv.» 

    Fordert erneute eine Begrenzung des Zuzugs nach Deutschland: Markus Söder, dpa/Archiv

    Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Armin Laschet warnt die CSU davor, die Anschläge von Paris für die Asyldebatte zu instrumentalisieren. «Die Tat in Paris ausgerechnet mit dem Asylschutz für diese IS-Opfer und der Zuwanderungsdebatte in Verbindung zu bringen, ist unverantwortlich», sagte er der «Rheinischen Post».
    Die DFB-Führungsspitze möchte das Länderspiel gegen die Niederlande dafür nutzen, nach den Anschlägen ein Zeichen gegen den Terror zu setzen. Noch vor der heutigen finalen Entscheidung des Verbandes über die Austragung des für kommenden Dienstag angesetzten Testspiels in Hannover verdeutlicht Interimschef Rainer Koch die Bedeutung eines Auftritts des Weltmeisters, der am vergangenen Freitagabend im Stade de France in Paris gegen den Gastgeber der EM 2016 gespielt hatte. Der Fußball müsse sich jetzt zur Wehr setzen, «wie die Gesellschaft im Ganzen», so Koch im ZDF: «Es darf nicht sein, dass der Terror siegt.»
    Weitere Absagenn: Auch die britische Heavy-Metal-Band Motörhead sagt ein heute geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt ab. «Wegen der schlimmen Situation, die unsere Brüder und Schwestern in Paris momentan durchleben, müssen wir unseren Gig auf Januar verschieben», schreiben die Musiker am auf ihrer Facebook-Seite. Dazu posteten sie das Logo der Band in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot.

    Auch das britische Pop-Trio Years & Years («King») streicht kurzfristig einen für morgen geplanten Auftritt in Paris. «Unsere Liebe und Gedanken sind bei den Familien und Menschen, die betroffen sind. Wir hoffen, unsere Fans und jeder in Frankreich ist sicher und bleibt stark», teilen die Musiker ebenfalls auf Facebook mit.

    von Official Motorhead via Facebook
    Titelseiten französischer Tageszeitungen von heute: 


    Kurz vor Beginn des G20-Gipfel sind Sicherheitskräfte im Land Medienberichten zufolge gegen mutmaßliche Anhänger der IS-Terrormiliz vorgegangen. Bei einer Razzia in der südosttürkischen Stadt Gaziantep wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes gestern Abend vier Polizisten verletzt, wie die Nachrichtenagentur Anadolu berichtet. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, ein IS-Anhänger habe sich bei der Razzia in einer Wohnung selber in die Luft gesprengt.

    Bei Anadolu heißt es weiter, bei Operationen in der Hauptstadt Ankara seien heute sieben IS-Verdächtige festgenommen worden. Bereits gestern hatten türkische Soldaten in der Provinz Gaziantep vier mutmaßliche IS-Kämpfer bei einem Schusswechsel getötet.
    Nach den Anschlägen von Paris werden die großen Industrie- und Schwellenländer (G20) bei ihrem Gipfeltreffen eine gemeinsame Linie im Kampf gegen den Terrorismus unterstreichen. Die geplante Abschlusserklärung werde entsprechend geändert, so eine Beraterin des russischen Präsidenten Wladimir Putin. 

    In dem Papier würden aber nicht «bestimmte Länder, Regionen oder Gruppierungen» genannt, erklärt Swetlana Lukasch nach Angaben der Agentur Interfax. «Es geht eher um einen gemeinsamen Ansatz zu Fragen des Terrorismus, zu einer Regelung des Flüchtlingsproblems.» Die G20-Länder beraten heute und am morgigen Montag in Belek, Antalya. Mit dabei sind unter anderem die Präsidenten Russlands und der USA sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel.
    • UPDATE
    Mindestens einem Terrorkommando scheint nach den Anschlägen von Paris zunächst die Flucht gelungen zu sein. Französische Ermittler haben ein weiteres Auto östlich von Paris sichergestellt, wie der Sender Europe 1 berichtet. Der schwarze Seat soll nach Einschätzung der Ermittler von den Terroristen benutzt worden sein, die vor mehreren Cafés und Restaurants wahllos Menschen erschossen. Unklar bleibt, ob der oder die Täter weiter auf der Flucht sind, oder bereits gestern in Belgien gefasst wurden.


    Weitere Festnahmen: Französische Ermittler haben sechs Angehörige eines der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal «Bataclan» in Polizeigewahrsam genommen. Das berichtet der französische Fernsehsender BFMTV. Die Befragung von Angehörigen gehört in solchen Fällen zu den Ermittlungen. 

    Bereits gestern war bekanntgeworden, dass Vater und Bruder eines Selbstmordattentäters in Polizeigewahrsam kamen. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht. Der bei dem Anschlag gestorbene Franzose war anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden. Er war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung bekannt und mehrfach vorbestraft, allerdings nie im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken.
    Verstörende Bilder: Die britische Nachrichtensenden «Sky News» teilt im Kurznachrichtendienst Twitter ein Video, es zeigt den Augenblick der Schüsse während des Auftritts der US-Band «Eagles of Death Metal» im Pariser Club «Bataclan». Die Schüsse sind deutlich zu hören. Allein in der Konzerthalle richteten die Angreifer am vergangene Freitagabend ein Massaker mit mindestens 80 Toten an.

    Quelle: SkyNews/Twitter
    von dpa ∙ live Desk
    Die die Foo Fighters habe ihre Europatournee abgebrochen. «Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen», erklärt die US-Rockband. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert gestern Abend in Turin morgen in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen.

    «Im Lichte dieser sinnlosen Gewalt, der Schließung von Grenzen, der internationalen Trauer, können wir jetzt nicht weitermachen», heißt es weiter. «Es gibt keine andere Art, es zu sagen. Das ist verrückt und zum Kotzen.»

    «Unsere Gedanken und Gebete sind bei jedem, der verletzt wurde oder einen Lieben verloren hat»: US-Band Foo Figthers. Foto: Tannen Maury, EPA/dpa/Archiv
    Eineinhalb Tage nach den Attentaten von Paris ist weiterhin unklar, ob es deutsche Opfer gegeben hat. Das Auswärtige Amt habe in diesem Zusammenhang noch keine Gewissheit, teilt ein Sprecher mit. Im Außenministerium wurde ein Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden in Kontakt steht.
    Weitere Pressestimme aus Frankreich: 

    Das ist ein Krieg, ein echter Krieg, der uns erklärt worden ist. Ein Krieg des islamistischen Fanatismus gegen Frankreich, Europa, die westliche Welt und gegen alle Werte einer Zivilisation, die sich der Demokratie verschrieben hat. Dieser Krieg, das hat inzwischen jeder verstanden, ist erst am Anfang.

    Die französische Tageszeitung «Le Figaro» zur Terrorserie in Paris.

    Solidaritätsbekundungen überall: Weiße Rosen für die Todesopfer in der französischen Botschaft in Peking.
    Foto: Hong Qu, EPA/dpa
    Anteilnahme auch von der Formel 1: Vor dem heutigen Grand Prix von Brasilien wird der Opfer und Hinterbliebenen des Terrorangriffs von Paris gedacht. Wie der Automobil-Weltverband FIA mitteilt, werden alle Piloten während der Fahrerparade ein schwarzes Armband als Zeichen der Anteilnahme tragen. Zudem werde der Lastwagen, der den Kurs in São Paulo mit den Fahrern entlang fährt, mit einer französischen Flagge mit schwarzer Schleife und dem Datum des Anschlags dekoriert sein. Das Auto soll vor Beginn des Rennens in den internationalen TV-Bildern zu sehen sein.
    Blick in die französischen Tageszeitungen: «Le Monde» schreibt zu den Terroranschlägen:

    Frankreich ist im Krieg. Ein Krieg gegen einen totalitären, blinden, schrecklich mörderischen Terrorismus. (...) Diese Tragödie zeigt, dass die Terroristen, die Frankreich zu ihrem Ziel gemacht haben, ihrem mörderischen Werk keine Grenze setzen.

    Unterstützung für die französischen Ermittler: Das FBI schickt offenbar Spezialisten nach Frankreich, um die Ermittlungen zu forcieren. Das meldet ein Reporter des französischen Fernsehsenders France 24 im Kurznachrichtendienst Twitter.


    Einem Medienbericht zufolge soll ein Selbstmordattentäter, der sich im Nachtclub «Bataclan» in die Luft sprengte, identifiziert worden sein. Das berichtet die französische Tageszeiung «Le Monde». Der Attentäter soll in Paris gelebt haben und sich vor einigen Jahren in Syrien aufgehalten haben.

    Der Vater und der Bruder des Attentäters wurden gestern Abend in Gewahrsam genommen, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlungskreise meldet. Der Bruder des 29-jährigen Attentäters lebt demnach in einem Ort südlich von Paris, der Vater gut 100 Kilometer weiter östlich.
    Wie bereits berichtet, bereits gestern wurden bei einer Razzia der Polizei im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mehrere Menschen festgenommen. Einer soll am vergangenen Freitagabend in der französischen Hauptstadt gewesen sein. Details nennt die Staatsanwaltschaft nicht. Die Pariser Behörden hätten in vier konkreten Fällen um Amtshilfe gebeten. Unter anderem sei es dabei um Informationen zu einem in Belgien angemeldeten Mietwagen gegangen, der in der Nähe des Pariser «Bataclan» gefunden wurde.
    Jetzt beginnen die Razzias bei den Familien der Attentäter: Den Anfang machen der Vater und der Bruder eines 29-Jährigen, der im Konzertsaal Bataclan ein Massaker angerichtet und sich dann selbst in die Luft gesprengt hat.
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