Anschlag auf den BVB
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Anschlag auf den BVB

  • Neben den vielen Sicherheitskräften ist auch ein Hubschrauber der Polizei in Dortmund im Einsatz und kreist über dem l'Arrivée Hotel.


    Foto: Rolf Vennenbernd, dpa
  • Das Bundesinnenministerium hat keine Informationen, die für eine besondere Terror-Bedrohungslage vor der Partie von Borussia Dortmund. Seinem Haus seien keine entsprechenden Hinweise bekannt, erklärt ein Sprecher. Er betont, die Entscheidung dafür, das Spiel am Abend nachzuholen, sei von den Sicherheitsbehörden am Ort in Nordrhein-Westfalen getroffen worden. Dazu habe es einen Austausch zwischen Landes- und Bundesbehörden gegeben. Beim Bundeskriminalamt werde derzeit eine «Besondere Aufbauorganisation» zu den Vorgängen in Dortmund aufgebaut.

  • Bei Anschlägen, die in der jüngsten Vergangenheit einer islamistischen Motivation zugeordnet waren, hat es eine solche Konstellation mit einem Bekennerschreiben nicht gegeben. Dies fällt auf und weicht bei den Geschehnissen in Dortmund von früheren Fällen ab.

    Der Sprecher von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere zum gefundenen Bekennerschreiben mit islamistischem Hintergrund.
  • Ermittler sichern weiterhin den Tatort in Dortmund ab und suchen nach Beweismitteln an der Hecke vor dem l'Arrivée Hotel, an der die Sprengsätze explodierten.


    Foto: Rolf Vennenbernd, dpa
  • «You'll never walk alone»: Unterstützung von den Fans für den BVB.


    Foto: Marius Becker, dpa
  •  Das Bundeskriminalamt befürchtet nach Informationen des «Tagesspiegels», dass weitere Angriffe bevorstehen. In seinem «Prognosemodell» zur Terrorgefahr bewerte das BKA die aktuelle Lage mit der zweithöchsten Stufe. Das gehe aus einer Lageanalyse der Behörde hervor, erfuhr die Zeitung aus Sicherheitskreisen. In dem Vermerk stehe, da derzeit keine Anhaltspunkte zu Identität und Aufenthaltsort des Täters oder der Täter vorlägen und im Bekennerschreiben mit weiteren Angriffen gedroht werde, sei «bundesweit mit dem Eintritt eines weiteren schädigenden Ereignisses mit hoher Wahrscheinlichkeit zu rechnen».



  • Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger verspricht den Fans beim Stadionbesuch heute Abend größtmögliche Sicherheit. «Wir haben die Polizeikräfte in Dortmund für heute Abend nochmal deutlich erhöht», so der SPD-Politiker. «Die Fans, die heute das BVB-Spiel sehen können, können sicher sein, dass die Polizei in Dortmund alles Menschenmögliche tut, damit dies ein sicheres Spiel ist.»

  • In Kürze will sich die Bundesanwaltschaft auf einer Pressekonferenz zum Stand der Dinge äußern.

  • Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem Anschlag einen Verdächtigen festgenommen. Insgesamt gebe es zwei Verdächtige, so die GBA-Sprecherin Frauke Köhler.

  • Es ist von einem terroristischen Hintergrund auszugehen. Ein islamischer Hintergrund ist möglich (...) Die Sprengsätze hatten eine Wirkung von mehr als 100 Metern.

    Frauke Köhler, Sprecherin der Bundesanwaltschaft.
  • Zwei Wohnungen wurden durchsucht, erklärt Köhler.

  • An dem Bekennerschreiben mutmaßlicher Linksextremisten gebe es «erhebliche Zweifel». Insgesamt haben man drei textgleiche Anschreiben am Tatort gefunden.

  • Hier noch einmal das Statement der GBA-Sprecherin Frauke Köhler in voller Länge: 



  • Der beim Anschlag verletzte BVB-Spieler Marc Bartra ist auf dem Wege der Besserung. «Er hat die Operation gut überstanden», so BVB-Präsident Reinhard Rauball. Der Abwehrspieler hatte sich einen Bruch der Speiche sowie Fremdkörper-Einsprengungen am rechten Handgelenk zugezogen. Der Spanier wurde unmittelbar nach dem Vorfall operiert. In der laufenden Saison dürfte der 26-Jährigen aber voraussichtlich nicht mehr zum Einsatz kommen.  

  • Auch SPD-Chef Martin Schulz reiht sich in die Riege derjenigen, die ihre Solidarität mit dem BVB bekunden. 



  • Hier noch einmal das Wichtigste aus der Pressekonferenz der Bundesanwaltschaft:

    ▪ Die Polizei hat im Zusammenhang mit dem mutmaßlichen Terroranschlag einen Islamisten als Tatverdächtigen festgenommen. Bei dem Mann und einem ebenfalls aus dem islamistischen Spektrum stammenden weiteren Verdächtigen seien die Wohnungen durchsucht worden. Es werde geprüft, ob gegen den Festgenommenen Haftbefehl beantragt werde. 

    ▪ Es wird von einem terroristischen Hintergrund der Tat gesprochen. Eine abschließende Bewertung sei aber noch nicht möglich.

    Die drei Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Die Sprengsätze hätten eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern gehabt. Die genaue Motivlage des Anschlags sei derzeit noch unklar.

    ▪ Anschlagsort seien drei Bekennerschreiben mit gleichem Text gefunden worden. Demnach scheine ein islamistischer Hintergrund der Tat möglich.  

    ▪ Bei einem im Web auf der Seite «linksunten.indymedia.org» veröffentlichten weiteren Bekennerschreiben bestünden nach einer ersten Bewertung erhebliche Zweifel an der Echtheit. In dem Schreiben wird ein linksextremistischer Hintergrund des Anschlags behauptet.

    von dpa-live Desk via dpa bearbeitet von Gerrit Hencke, shz.de 4/12/2017 12:29:48 PM
  • Blick ins BVB-Stadion: Im Signal-Iduna-Park in Dortmund werden die Zuschauerränge mit Sprengstoff-Spürhunden durchsucht.


    Foto: Guido Kirchner, dpa
  • Der frühere BVB-Profi Torsten Frings kritisiert, dass Borussia Dortmund nach dem Anschlag bereits heute Abend wieder antreten muss. «Eine absolute Frechheit, dass die heute wieder spielen müssen», so der Trainer des Bundesliga-Konkurenten SV Darmstadt 98 im Gespräch mit der «Bild»-Zeitung». «Ich hätte nicht gern gespielt», erklärt der Ex-Nationalspieler zudem nach Clubangaben.

  • Eigentlich wollte Fürst Albert II. von Monaco die Partie gestern Abend im Stadion verfolgen. «Man hat uns aufgehalten, als wir gerade los wollten, um zum Stadion zu fahren», erklärt er im Gespräch mit dem französischen Radiosender RTL. Die Polizei habe sie aufgefordert, das Hotel nicht zu verlassen. 

    Inzwischen ist das Staatsoberhaupt des Fürstentums wieder aus Dortmund abgereist. Der Sport dürfe nicht «von Verrückten als Geisel genommen werden». «Das überschreitet den Rahmen des Fußballs, das ist einfach schändlich und grauenvoll», erklärt der 59-Jährige.


    Ist fast bei jeder Partie des AS Monaco dabei. Hier eine Aufnahme von Mitte März aus dem Stadion Louis II. in Monaco. Foto: Claude Paris/AP/dpa
  • Es gibt an solch einem Tag auch nettes zu vermelden: Fußball-Fan Stefan Kilmer ist über Nacht zur Internet-Berühmtheit geworden. Der Dortmunder hatte spontan nach der Absage des Spiels unbekannte Fans aus Frankreich in seiner Wohnung übernachten lassen. Ein von Kilmer bei Twitter veröffentlichtes Foto mit den vier Fans wurde tausendfach geteilt.

    Der 46-Jährige war gestern Abend nach Hause gekommen und hörte im Radio von den Vorfällen. Dann sah Kilmer den Hashtag #bedforawayfans, mit dem bei Twitter zahlreiche BVB-Anhänger angereisten Fans einen Schlafplatz anboten. «Ich hasse den Terror, der da passiert», so Kilmer. «Fußball ist ein Sport, bei dem Menschen zusammen kommen.» Egal welcher Herkunft, egal welcher Hautfarbe. «Man hat Spaß zusammen.» 



  • Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sichert Borussia Dortmund die Solidarität des deutschen Fußball-Rekordmeisters zu. «Wir sind bestürzt über die Vorkommnisse in Dortmund vom gestrigen Abend», so Rummenigge laut einer Vereinsmitteilung. 

    Für den FC Bayern steht heute Abend ebenfalls das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Real Madrid an. Nach den Vorfällen von Dortmund wurden die Sicherheitsvorkehrungen in München erhöht.


    Foto: Andreas Gebert, dpa
  • Die Stadtwerke Dortmund werden vor dem Champions-League-Spiel zwischen dem BVB und AS Monaco von etwa 15.30 Uhr an auf den Stadtbahnlinien U42, U45 und U46 dichtere Fahrplantakte und größere Fahrzeugeinheiten einrichten. Damit soll eine möglichst reibungslose Anreise der Fans gewährleistet werden. Der Bus-Shuttle ab Universität stehe ebenso zur Verfügung wie zusätzliche Busse auf der Linie 450 (Schanze – Kirchhörde – Brünninghausen – Stadion). Etwa 100 Mitarbeiter haben ihre spontane Bereitschaft erklärt, in dieser besonderen Situation zusätzlich zur Verfügung zu stehen.

    Einzelheiten sind dem Internetangebot von DSW21 unter bus-und-bahn.de (mobil: bub.mobi) zu entnehmen.

  • Nordrhein-Westfalen will die Sicherheitsmaßnahmen aller öffentlichen Veranstaltungen im Land neu prüfen. Solange der Hintergrund der Tat und die Zahl möglicher Täter nicht klar seien, werde man «jede Art von Veranstaltung in Nordrhein-Westfalen natürlich neu überprüfen müssen», erklärt NRW-Innenminister Ralf Jäger. Es gehe aber nicht darum, dass Veranstaltungen abgesagt würden.

  • Die Deutsche Presse-Agentur sendet dieses Bild. Es zeigt BVB-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang, wie er in einem schwarzen Sportwagen auf das Trainingsgelände in Dortmund-Brackel fährt. Die Fans halten den Spruch „You'll never walk alone“ hoch.Foto: Marius Becker/dpa

  • Neue Informationen zu den beiden von der Bundesanwaltschaft vorläufig als Tatverdächtige geführten Personen. Nach Informationen von «Express», «Kölner Stadt Anzeiger», und «Westdeutscher Zeitung» sollen sie aus der nordrhein-westfälischen Islamisten-Szene stammen. Auch der Deutschen Presse-Agentur liegt eine Bestätigung vor.

    Den Medienberichte zufolge handelt es sich dabei um einen 25-jährigen Iraker aus Wuppertal sowie einen 28-jährigen Deutschen aus Fröndenberg. Wie die Blätter weiter berichten, wird den beiden eine Nähe zur terroristischen Vereinigung «Islamischer Staat» vorgeworfen. Die Polizei hat die Wohnungen der Verdächtigen durchsucht.

  • Bundesjustizminister Heiko Maas fordert, dass die Täter mit aller Konsequenz zur Rechenschaft gezogen werden müssen. Das sagte der SPD-Politiker im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.


    Foto: Michael Kappeler, dpa/Archiv
  • Die ersten Fans beider Mannschaften versammeln sich vor dem Signal Iduna Park. Zahlreiche Monaco-Anhänger warten bereits jetzt, gut zwei Stunden vor Anpfiff der verlegten Partie, vor dem Stadion. Auch im Netz bekommen diese beiden «Bartras» viel Anerkennung. You'll never walk alone. Schöne Geste, sagen auch wir.

  • Busse sind, anders als Autos, nie mit Panzerglas ausgerüstet. Der Hersteller MAN, der Borussia Dortmund und elf weitere Bundesliga-Vereine mit Mannschaftsbussen versorgt, erklärt das mit Sicherheitsvorschriften.

    Bei einem Unfall oder Notfall müssten die Insassen die Scheiben einschlagen und den Bus durch die Fenster verlassen können, sagte ein Sprecher. Umgekehrt müssten auch Rettungskräfte durch die Fenster zu den Passagieren kommen können. Die Mannschaftsbusse seien wie alle modernen Reisebusse mit sehr robustem Doppelscheiben-Sicherheitsglas ausgestattet.


    Der Mannschaftsbus des BVB nach dem Anschlag. Foto: Ina Fassbender, dpa
  • Hola a todos! Como veis ya estoy mucho mejor, muchas gracias a todo el mundo por los mensajes de apoyo! Toda mi fuerza a mis compañeros, afición y todo el Borussia Dortmund para el partido de esta noche! #HejaBVBHello everybody! As you can see I am doing much better. Thank you everybody for all your support and your messages! All my strength to my team mates, supporters and fans and to BVB for tonight's match! #HejaBVB

  • Die Spieler von Borussia Dortmund dürfen frei entscheiden, ob sie gegen AS Monaco spielen wollen. «Es ist so, dass wir darüber gesprochen haben. Die Jungs sind gefragt worden, wie sie sich fühlen. Und wenn einer sagen kann, er fühlt sich absolut nicht in der Lage zu spielen, dann ist es ihm auch freigestellt», sagte BVB-Torwarttrainer Wolfgang de Beer der «Rheinischen Post».


    Dortmunds Torwarttrainer Wolfgang (Teddy) de Beer. Foto: Thomas Eisenhuth, dpa/Archiv
  • Auch der Dortmunder Mannschaftsbus samt Spieler ist sicher im Stadion angekommen. In etwas mehr als einer Stunde ist Anpfiff. 

  • BVB-Vereinspräsident Reinhard Rauball lobt die Reaktion der Fußballwelt. Der Fußball habe «einmal mehr und aller Unkenrufe zum Trotz eine großartige Botschaft in die Gesellschaft hinein gesendet, was Solidarität, Respekt, Hilfsbereitschaft angeht», sagte Rauball den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    In seiner Funktion als Ligapräsident hatte Rauball auch die Terrornacht von Paris 2015 und die Absage des Länderspiels der deutschen Mannschaft gegen die Niederlande in Hannover wenige Tage später miterlebt. «Das sind alles traurige Stunden des Fußballs. Aber der gestrige Tag war meiner Meinung nach der negative Höhepunkt, weil die Bedrohung so nah an uns herangekommen ist», sagte Rauball. Der Angriff habe der Dortmunder Mannschaft gegolten, stellte der BVB-Präsident fest. «Die Mannschaft ist unser Heiligtum. Die attackiert zu sehen, macht sprachlos und bedrückt», sagte Rauball.


    Liga und BVB-Präsident Reinhard Rauball. Foto: Frank Rumpenhorst, dpa/Archiv
  • Torwart Roman Bürki trägt, wie alles anderen BVB-Spieler, ein Shirt
    mit der Nummer 5 des verletzten Bartra
    vorne auf der Brust. 

  • Als «Zeichen der Unterstützung» ist Innenminister Thomas de Maizière zum Champions-League-Viertelfinale von Borussia Dortmund gereist. «Wir wollen das solche Spiele stattfinden, wir wollen dem Terror nicht weichen», so der CDU-Politiker bei Sky. Dass die Dortmunder Mannschaft spielen wolle, sei ein «Zeichen der Freiheit und des Stolzes» gewesen. Der Fußball habe eine große Faszination. Deswegen «übe er auch eine große Versuchung für Terroristen aus, die öffentliche Wirkung zu missbrauchen», ergänzte de Maizière.


    BVB-Chef Hans-Joachim Watzke sieht die umgehende Neuansetzung des Champions-League-Spiels gegen AS Monaco als richtiges Zeichen. «Ich bin der Mannschaft unheimlich dankbar, dass sie sich zur Verfügung stellt», sagte der Borussia-Geschäftsführer dem TV-Sender Sky. «Das Wichtigste ist, dass die Demokratie und unsere freiheitliche Grundordnung auf dem Prüfstand steht und die müssen wir stärken. Daleistet die Mannschaft einen weltweit beachteten Beitrag», fügte Watzke hinzu.


    BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (r) neben Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Foto: Bernd Thissen, dpa
  • Lieber Leserinnen und Leser, der Liveblog endet an dieser Stelle. In wenigen Minuten wird das Viertelfinal-Hinspiel zwischen Borussia Dortmund und AS Monaco angepfiffen. Sollte sich die Nachrichtenlage dramatisch ändern, steigen wir mit unserer Echtzeit-Berichterstattung erneut ein. Vielen Dank fürs Dabeisein. Kommen Sie gut durch den Abend!  

  • Die Partie ist pünktlich um 18.45 Uhr angepfiffen worden. Das Spiel gibt es hier im Liveticker.
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